Pye, Abfallwirtschaftszentrum Piesberg, Rundwanderweg Piesberg

Wanderparkplatz Abfallwirtschaftszentrum Piesberg (fürs Navi: Osnabrück, Fürstenauer Weg 152)

Rundwanderweg Piesberg (ca. 8,8 km; ca. 2¼ Std.)

GPSies - Pye, Abfallwirtschaftszentrum Piesberg, Rundwanderweg PiesbergDer Piesberg ist der höchste Punkt in Osnabrück. Schon deswegen bietet es sich für Wanderer und Spaziergänger an, hier mal vorbeizuschauen. In den letzten Jahren ist er aber auch immer attraktiver gestaltet und touristisch aufgewertet worden, so dass es für die Osnabrücker fast ein Muss ist, hier regelmäßig herzukommen. Ein zentrales Element des Naherholungsangebotes ist der Rundwanderweg Piesberg, der zu den meisten wichtigen Stationen des Kultur- und Landschaftsparks führt. Wahrscheinlich ist es mittlerweile der beliebteste Rundwanderweg in Osnabrück.

Es gibt viele Möglichkeiten, in den Rundwanderweg einzusteigen, der nie wirklich weit von einer öffentlichen Straße entfernt ist, siehe die Google Karte unten. Beliebt ist z.B. der Wanderparkplatz Grubenweg, Wallenhorst in Lechtingen. Am nächsten kommt man dem eigentlichen Weg mit dem Pkw aber wahrscheinlich am Abfallwirtschaftszentrum Piesberg. Allerdings ist der Parkplatz nur am Samstag und Sonntag für die Öffentlichkeit geöffnet.

Da der Ausblick auf die Industrieanlagen am Abfallwirtschaftszentrum nicht besonders schön ist, geht man schnell an den Gleisen der Feldbahn entlang nach Westen. Durch ein kleines Wäldchen kommt man hinunter zu den Anlagen am Haseschacht, südlich des Fürstenauer Wegs, den man auf einer Brücke überquert. Hier, am Museum Industriekultur Osnabrück kann man auch gut in den Rundwanderweg Piesberg einsteigen, besonders dann, wenn man den Spaziergang mit einem Besuch der Ausstellung verbinden oder das Café des Museums zur Einkehr nutzen will. Außerdem ist hier auch eine Bushaltestelle.

Interessante Brückenkonstruktion über den Fürstenauer Weg am Museum Industriekultur

Schon gut hundert Meter weiter geht es vorsichtig zurück über den Fürstenauer Weg. Hier beginnt ein besonders schöner Abschnitt des Rundwanderwegs, der sogenannte Waldwanderweg. Er schlängelt sich auf schmalem Pfad oberhalb der Lechtinger Straße zur Ruine des Stüveschacht-Gebäudes. Hier wie an vielen (wirklich vielen) anderen Stellen des Weges stehen Informationstafeln. Unten an der Lechtinger Straße gibt es auch den kleinen Wanderparkplatz Stüveschaft (Ruine).

Kurz hinter dem Stüveschacht kann man den Weg nach rechts nehmen, der führt den Spaziergänger nämlich zu dem Aussichtspunkt Nordblick. Ein Metallbalkon ermöglicht – wie der Name schon sagt – grandiose Ausblicke nach Norden. Über eine Wendeltreppe kommt man wieder auf den Boden und so wieder zurück zum Rundwanderweg.

Einige hundert Meter weiter erreicht man den Abzweig zu den Johannissteinen. Die Felsbrocken sind heute in erster Linie ein schönes Beispiel für Geschichtsklitterung, wie sie zu Zeiten des Nationalsozialismus betrieben wurde. Hinter den Johannissteinen findet man noch eine alte Pinge als Zeugin der frühneuzeitlichen Versuche, dem Berg seine Bodenschätze (hier Kohle) abzuringen.

Teile der Johannissteine

Zurück auf dem Hauptweg kommt man bald am alten Lechtinger Steinbruch und am Knieanbetungsstein vorbei zu den ersten Ausblicken in den Steinbruch hinein. Jeder mag selbst beurteilen, ob er es schön findet, jedenfalls ist es interessant, wie sich der Mensch mit seinem Steinbruch immer tiefer in den Piesberg hineinfrisst – Etage um Etage. Zum Glück bleibt die sogennante Felsrippe erhalten, die die ehemalige Form des Berges zumindest andeutet.

Bevor man die erreicht, sollte man noch einen Abstecher zum Pagenstecher-Arboretum mit seinem Mammutbaum machen. Dort kann man über die urzeitlichen Bäume staunen, aber auch über die Idee des Bergwerkdirektors, hier einen Baumpark anzulegen. Hier ist man ein Stück auf dem Osnabrücker Ringweg unterwegs.

Wenn man die richtigen Tage erwischt, tobt „Ganz oben“, so heißt die Bushaltestelle auf der Felsrippe, das Leben. Am meisten beeindruckt aber immer die Aussicht in alle Richtungen. Aus einem alten Windradstumpf hat man einen sensationellen Aussichtspunkt gebaut.

Der Piesberger Canyon, durch den Rundwanderweg und Feldbahn verlaufen

Über eine gewaltige Treppe, die sogenannte Erdzeitaltertreppe, geht es hinunter. Jetzt ist man froh, dass man den Weg in dieser Richtung begangen hat. Beim Hinabsteigen weiß man gar nicht, ob man mehr auf die Treppe, die Gesteinsschichten oder die Aussicht achten soll. Als abschließendes touristisches Schmankerl geht man an den Feldbahngleisen entlang durch einen kleinen Canyon. So erreicht man schließlich den Ausgangspunkt am Abfallwirtschaftszentrum Piesberg. Mit einigen Schlenkern links und rechts wird man fast neun Kilometer gelaufen sein. Es gibt unterwegs einfach so viel zu sehen.

Neben dem Museumscafé bietet sich das Piesberger Gesellschaftshaus als Einkehrmöglichkeit an, hat allerdings nur am Sonntag geöffnet, und auch das nur zwischen Frühjahr und Herbst. Natürlich kann man am Piesberger Gesellschaftshaus auch gut parken und in den Wanderweg einsteigen.

Viele Informationen zum Piesberg findet man bei Wikipedia. Ein schöner Bericht zu dem Piesberg-Rundwanderweg findet sich auch in diesem Wanderbuch:

 

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Cres, Beli, Eco trail 1

Wanderparkplatz Beli

Rundwanderweg Eco trail 1 (ca. 8 km, ca. 3 Std.)

Cres ist unter den großen Urlaubsinseln im Kvarner die ruhige und natürliche, nicht so lebhaft wie Krk oder Mali Losinj, sondern eher beschaulich und dünn besiedelt. Und besonders einsam ist es im ruhigen Nordwesten, der Tramuntana, obwohl hier die schon in der Antike bekannte und wichtige Stadt Beli liegt und die Umgebung eine uralte Kulturlandschaft ist, wie verschiedene Relikte belegen. Heute hat Beli weniger als 50 Einwohner, die es mit der Abgeschiedenheit aufnehmen, und einige Wanderwege, Eco Trails genannt. Berühmt ist die Gegend für die Kolonie von Gänsegeiern, deren Mitglieder man manchmal schon auf der Anreise majestätisch im Aufwind kreisen sehen kann.

Da sich der kleine Ort auf einen Bergkegel drängt, muss man die Fahrzeuge auf dem gebührenfreien Parkplatz an der Zufahrtstraße abstellen. Die Wanderkarte hängt an der Gostionica Beli (Adresse: Beli 6) zwischen Parkplatz und Ort, an der Ecke, wo es hinunter zu Hafen und Strand geht.

GPSies - Cres, Beli, Eco trail 1Von der Wanderkarte aus geht es zunächst zum Eko-Centar CaputInsulae Beli, wie das kleine, aber sehr schmucke Museum genannt wird. Die Homepage bietet tolle Bilder. Man sollte nach der Rundwanderung hier unbedingt noch einmal hineinschauen. Es gibt drei Aspekte, die Natur von Cres, die Kultur und Traditionen auf Cres, besonders der Tramuntana, und dann natürlich die berühmte Schutzstation für die Gänsegeier. Hier werden z. B. kranke oder verletzte Tiere gepflegt und wieder in die Freiheit entlassen.  Um die Tiere zu schützen, sind sie aber vor den Besuchern abgeschirmt und man kann sie nur per Videoübertragung beobachten.

Beli 20180816_112138
Blick zurück nach Beli über der Kvarner Bucht

Hinter der kleinen Siedlung am Besucherzentrum geht es rechts ab und recht kräftig bergan nach Norden. Beim Aufsteigen hat man immer wieder schöne Ausblicke zurück nach Beli oder nach Osten, tief unten das azurblaue Mittelmeer. Nach einem guten Kilometer zweigt der Eco trail 1 rechtwinklig nach Westen ab. Man sollte aber vorher das quadratische Steinlybyrinth besuchen, das in der Nähe auf einer völlig ebenen Fläche kunstvoll angelegt wurde.

Zurück auf dem Weg wandert man mit nunmehr geringerer Steigung nach Westen. Dabei sieht man die ersten Skulpturen am Wegesrand. Viele weitere werden folgen. Man wandert auf teilweise uralten Pfaden und trifft schließlich im Wald auf eine größere Wegespinne. Hier biegen wir nach Süden ab.

Aus dem Pfad wird bald ein breiterer Waldweg, der sogar von Fahrzeugen befahren werden kann. Immer wieder trifft man auf große Lichtungen, aufgeräumte Weideflächen, die den Wanderer daran erinnern, dass in früheren Zeiten in dieser heute so menschenleeren Gegend Bauern lebten und arbeiteten, Schafe hüteten, Obst ernteten, Holz schlugen, auf die Jagd gingen oder Stein brachen.

Skulptur und Natur 20180816_132259
Skulptur und Natur

Nach einer dieser eingefriedeten Flächen geht es links ab, man verlässt hier, am höchsten Punkt der Runde, den Hauptweg nach Osten. Der Weg führt direkt duch ein aufgegebenes Dorf, von dessen Gehöften nur noch Ruinen übrig sind. Jemand hat auch hier labyrinthartige Steinkunstwerke angelegt, aber dieses Mal nicht quadratisch, sondern kreisrund. Wunderschön fügen sie sich in die Landschaft ein.

Bald sieht man in der Ferne Beli liegen, das Ziel hoch über dem Meer, aber weit unter uns, auf das man nun zugeht, in der Regel recht steil bergab. Man überquert die Zufahrtstraße zum Städtchen, denn auf der anderen Seite kann man der alten Römerstraße folgen. An einer Höhle vorbei kommt man zur Römerbrücke vor dem letzten Einschnitt vor Beli. Die einzige echt antike Brücke in der Kvarner Bucht ist eine kleine Berühmtheit.

Nun muss man sich nur noch den Anstieg zum Ort hochkämpfen, den man genau an der kleinen und einzigen Gastwirtschaft erreicht – wie praktisch. Nachdem man sich gestärkt hat, sollte man aber unbedingt noch eine Runde durch den Ort drehen und bei den Gänsegeiern vorbeischauen.


Mali Losinj, Nerezine, Von Nerezine zur Kapelle Sv. Nikola

Wanderparkplatz Nerezine (fürs Navi: Nerezine, Pešćine)

Streckenweg „Von Nerezine zur Kapelle Sv. Nikola“ (2,5 km, 1¼ Std., ca. 460 Höhenmeter ↑)

Die nordkroatische Insel Losinj zählt zu den sonnenreichsten Regionen Europas. Deswegen kommen die meisten Menschen zum Baden und Erholen hier hin. Es gibt aber auch schöne Wanderwege, vor allem im Osoršćica-Hügelzug, der zentral im nördlichen Inselteil liegt.

GPSies - Mali Losinj, Nerezine, Von Nerezine zum Sv. NikolaUm vom Ort Nerezine auf den Kamm des Gebirgsrückens zu kommen, kann man zum Beispiel den Ausschilderungen zur Sv. Nikola folgen. Die Schilder führen den Wanderer aus dem Städtchen in die Siedlung Pešćine westliche der Inselhauptstraße D100. Hier ist der eigentliche Wanderparkplatz und eine Karte gibt Informationen zu dem Osoršćica-Gebirge, seiner Natur, seiner Erschließung und den Wanderwegen.

Von der Karte aus geht es auf alten Wegen nun nur noch berauf. Obwohl der Weg wie für die Gegend typisch mit teils scharfkantigen Steinen übersät ist, kann man ihn gut gehen. Durch alte Steineichenwälder und zwischen Steinmauern steigt der Weg zunächst ziemlich gradlinig zum Kamm auf. Schon unterwegs hat man immer wieder tolle Aussichten nach Osten, über die Kvarner Bucht bis zum Festlandsgebirge Velebit. Nach gut einem Kilometer ist über einem Gesteinsfeld eine Stelle extra als „Fotopoint“ gekennzeichnet. Von hier reicht der Blick auch nach Norden zur Schwester-Insel Cres hinter dem Kanal von Osor.

Auf halber Höhe: Blick über Nerezine und die Insel Cres zum kroatischen Festland

Schließlich erreicht man nach ca. zweieinhalb Kilometern (ab Wanderkarte) den Kamm der Osoršćica und den Gipfel Sv. Mikula, mit 557 Metern der zweithöchste Gipfel der Insel. Hier oben steht die kleine und einfache Kapelle Sv. Nikola. Wirklich faszinierend ist aber der Rundblick über Losinj und die Inseln in der Nachbarschaft, der hellblaue Himmel, das dunkelblaue Wasser, die grünen Wälder. Nach dem schweißtreibenden Aufstieg hat man sich eine Pause verdient und kann den Blick genießen.

Danach kann man entweder den Rückweg über dieselbe Strecke antreten oder man wandert nördlich oder südlich auf dem Kamm weiter bis zu einer anderen Abstiegsmöglichkeit. Etwas weiter nördlich befindet sich z. B. mit dem Televrina-Gipfel die höchste Stelle der Insel.

Es gibt auf dem kurzen Aufstieg keine Einkehrmöglichkeit. Vor allem Wasser sollte man bei sich haben.

Nur ganz grobe Hinweise auf diesen Wanderweg, aber insgesamt ein sehr guter Reiseführer für die Region:

 

Ein toller Wanderführer, der auch eine deutlich längere Variante unseres Weges beinhaltet:

Soča, Vršičpass, Vom Vršič-Pass zur Slemenova špica

Startpunkt Vršičpass (fürs Navi: Soča, Trenta 85)

Wanderweg „Vom Vršičpass zur Slemenova špica“ (ca. 6,1 km, ca. 390 Höhenmeter, ca. 3½ Std. inkl. Pausen)

Die Julischen Alpen in Slowenien sind ein fantastisches Wanderrevier mit Wegen für die verschiedensten Anforderungen. Am bekanntesten ist dabei sicherlich der Triglav-Nationalpark. Der Weg „Vom Vršičpass zur Slemenova špica“ auf dem Gemeindegebiet von Bovec nahe der Grenzen zu Österreich und Italien stellt keine Anforderungen an das Kletterkönnen, wohl aber an die Kondition. Er ist zwar recht kurz, hat aber steile Passagen, die durch großartige Aussichten belohnt werden.

Die Länge des Weges hängt etwas davon ab, wo man losgehen kann, denn in der Ferienzeit ist in diesem Wandergebiet eine Menge los und am Vršičpass, dem höchsten Gebirgspass Sloweniens, werden die Parkplätze knapp.

Slemenova spica Wegweiser 20180809_120944Ab der Passhöhe auf 1611 Metern Höhe kann man zunächst den roten Wegweisern zur Slemenova špica folgen. Über die Westflanke der Mojstrovka-Berge und des Nad Šitom Glava geht es kräftig bergan. Dabei passiert man einige schmalere Geröllfelder, bis man den Sattel Vratica (oder Vratca, 1807 m) erreicht, der zwischen Nad Šitom Glava und Robičje liegt. Während nach Westen der Weg zur Mala Mojstrovka abzweigt, gehen wir bequem geradeaus weiter, zunächst nach Norden, dann aber wendet sich unser Weg auch nach Westen.GPSies - Soča, Vršičpass, Vom Vršič-Pass zur Slemenova špica

Beim gemütlichen Aufstieg zur Sleme-Hochwiese hat man immer wieder tolle Ausblicke, vor allem in das Planica-Tal mit den Skisprungschanzen. Der Weg bietet einige felsige Stellen, ist aber im Großen und Ganzen leicht zu gehen. Man passiert einen Abzweig, wo der Weg beginnt, der nördlich um die Sleme herum ins Tamartal, das obere Ende des Planicatals, führt.

Kurz danach beginnen die Sleme-Hochwiesen. Bei der nächsten Weggabelung verlassen wir aber den direkten Aufstiegsweg zur Slemenova špica und nehmen die linke Variante zur Slatnica-Scharte.

Jalovec 20180809_134919
Der Jalovec vom Slatnica-Sattel

Hier öffnet sich der beeindruckende Blick auf den Jalovec und das davor gelegene Tamartal. Auf dem Sattel geht es nun nach Norden zur angestrebten Bergspitze, von der man einen grandiosen Rundblick hat. Die Slemenova špica hat eine Höhe von 1909 Metern.

Wenn man sich sattgesehen hat, steigt man durch die Sleme-Wiesen wieder hinab und erreicht den Weg, auf dem man gekommen ist. Am Vršičpass kann man wieder ins Auto steigen, das womöglich von den schattensuchenden Schafen „belagert“ wird, oder man nutzt die schöne Tičarjev-Hütte für eine zünftige Einkehr. Verdient hat man es ja.

Die klassische Strecke wird in vielen Wanderführern für die Julischen Alpen beschrieben. Ich empfehle den Rother-Klassiker zu Slowenien mit besseren Informationen zu diesem Wanderweg:

Auch gut aus demselben Verlag:

Müden (Örtze), Am Lönsstein / Wietzer Berg, W4 „Sagenhafte Sicht im Elfenland“. Kurze Tour

Wanderparkplatz Am Lönsstein / Wietzer Berg (fürs Navi: Faßberg, Hermannsburger Str.)

Rundwanderweg W4 „Sagenhafte Sicht im Elfenland“. Kurze Tour (ca. 5,5 km; ca. 1¼ Std.)

GPSies - Müden (Örtze), Am Lönsstein / Wietzer Berg, W4 Sagenhafte Sicht im Elfenland. Kurze TourAm Wanderparkplatz Am Lönsstein / Wietzer Berg beginnen drei Varianten des Rundwanderwegs W4 „Sagenhafte Sicht im Elfenland“: die kurze, die mittlere und die lange Tour. Die kurze Tour mit dem grünen Kreis konzentriert sich auf die Umgebung des Wietzer Bergs mit seiner schönen Heidefläche, hat also mit dem Bonsdorfer Elfenberg gar nicht zu tun, auch wenn das der werbewirksame Name des Wanderwegs 4 vermuten lässt. Aber auch so ist es ein sehr schöner Weg mit toller Fernsicht und genau wie in Arno Schmidts Zitat: „Gebt mir Flachland, mit weiten Horizonten, Kiefernwälder, süß und eintönig, Wacholder und Erica; und an der Seite muß der weiche staubige Sommerweg hinlaufen, damit man weiß, daß man in Norddeutschland ist.“

Dieses und andere Literatenzitate findet man am Rande des bekannten Heidschnuckenwegs, über den es zunächst hinauf auf den Wietzer Berg geht, auf dessen Kuppe sich der Lönsstein befindet. Er ziert auch das Wappen der Gemeinde Faßberg, zu der diese ganze Gegend gerechnet wird. Beim leichten Aufstieg sieht man außerdem mehrere Grabhügel. Am interessantesten ist aber natürlich die wunderschöne Heidefläche und die weite Sicht nach Süden.

Hinauf zum Wietzer Berg 20180801_143954
Hinauf zum Wietzer Berg. Die Heideblüte beginnt langsam.

Hat man sich genug umgeschaut, geht es wieder hinab vom Wietzer Berg und in den nördlich anschließenden Wald. Darin erinnern Lindestein und Fritz-Flebbe-Stein an weitere Heideliebhaber. W4 erreicht nun den Siedlungsrand des Faßberger Ortsteils Müden (Örtze).  Über die Straßen Am Gehäge, Am Sägewerk und Heuweg erreicht man den Tierpark Müden. Hier befinden sich auch gute Parkgelegeheiten, sogar ein Wohnmobilstellplatz, so dass man auch hier sehr gut in den Rundwanderweg einsteigen kann.

Vom Heuweg biegen wir nach rechts, also nach Westen ab. Das Sträßchen Willighausen führt uns auf die gleichnamige Bauernschaft zu. Durch Wietzer und Müdener Feld erreichen wir wieder dem Wanderparkplatz, auf dem sich auch eine kleine Einkehrmöglichkeit befindet, der lüdde Löns.

Die kleine, aber typische Heidetour lohnt sich auch, wenn die Heide nicht blüht. Wer sich darüber informieren will, kann aber sicherheitshalber beim Heide-Barometer nachgucken. Weitere Infos zum W4 und tolle Fotos gibts auf lueneburger-heide.de.