Bemerkenswert

Duino-Aurisina, Sistiana, Rilkeweg

Duino-Aurisina, Wanderparkplatz Sistiana, am IAT (Ufficio di Informazione e Accoglienza Turistica), Sistiana 56/B

Rilkeweg (6,4 Kilometer inklusive Verlängerung und Rückweg)

Der Rilkeweg ist ein in Deutschland, Österreich und Italien sehr bekannter Wanderweg, er hat sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag. In Italien heißt er schlicht Sentiero Rilke. Rainer Maria Rilke soll ihn während seiner Aufenthalte ab 1912 auf Schloss Duino entlang spaziert sein. Der Schriftsteller war mehrfach dort bei seiner Förderin Marie Prinzessin zu Hohenlohe, verheiratete Prinzessin von Thurn und Taxis, zu Gast. Währenddessen arbeitete er an den Texten, die später als Duineser Elegien bekannt geworden sind. Die erste der zehn Elegien beginnt folgendermaßen:

WER, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel
Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme
einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem
stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts
als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen,
und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht,
uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich.
Und so verhalt ich mich denn und verschlucke den Lockruf
dunkelen Schluchzens. Ach, wen vermögen
wir denn zu brauchen? Engel nicht, Menschen nicht,
und die findigen Tiere merken es schon,
daß wir nicht sehr verläßlich zu Haus sind
in der gedeuteten Welt. Es bleibt uns vielleicht
irgend ein Baum an dem Abhang, daß wir ihn täglich
wiedersähen; es bleibt uns die Straße von gestern
und das verzogene Treusein einer Gewohnheit,
der es bei uns gefiel, und so blieb sie und ging nicht.

Typisch Rilke und wunderschön, aber: Wie muss es in dem Dichter ausgesehen haben, wenn er solch verzweifelte Verse angesichts einer so traumhaft schönen Landschaft aufs Papier bringt? Denn schön ist es hier auf den Klippen zwischen Duino und Sistiana. Und wie viel dieser Landschaft in den Versen steckt, muss jeder Leser für sich selber finden.

Rilkeweg DSCF1938
Schloss Duino im abendlichen Gegenlicht vom Rilkeweg aus

Der Rilkeweg beginnt nahe des großen Campingplatzes Mare Pineta und führt zunächst an dessen der Steilküste zugewandeten Seite entlang. In der südlichen Ecke des Platzes befindet sich die Rilke-Bar oder das Rifugio Rilke. Die Aussicht von der Terrasse ist zu schön, um einfach vorbeizugehen. Von hier an führt der Rilkeweg zwischen den steil abfallenden Klippen und den Pinien der Pineta del Principe direkt nach Duino.

So kann der Blick fast permanent über die Adria und den Golf von Triest streichen, voraus sieht man das Neue Schloss in Duino und im Zurückschauen den Hafen und die Bucht von Sistiana. Immer wieder gibt es Aussichtpunkte, teilweise auch mit Informationstafel zu den Ruinen der militärischen Bauwerken, die sich an dieser strategisch wichtigen Küste befinden.

Schließlich führt der Weg direkt in die Ortschaft Duino, wo der eigentliche Rilkeweg endet. Man sollte aber natürlich einen Abstecher zu Rilkes Wohnort, dem Neuen Schloss Duino machen. Noch heute gehört es einem Nachfahren von Prinzessin Marie, nämlich Prinz Carlo della Torre e Tasso (Thurn und Taxis), Duca di Duino. Das Schloss beherbergt die UNESCO-Hochschule United World College of the Adriatic. Und dann sollte man noch die paar Meter weiter hinunter zum kleinen Hafen von Duino gehen. Hier kann man im Ristorante Al Cavalluccio einkehren, das Essen und das Ambiente am Meer genießen. Dabei kann man sich dann auch auf den Rückweg freuen. Da es nicht so schön ist, an der Staatsstraße 14 zurückzugehen, nimmt man am besten wieder den Rilkeweg.

Wir haben den Rilke-Pfad in diesem Reiseführer gefunden:

GPSies - Duino-Auresina, Sistiana, RilkewegDie GPS-Daten zum Rilke-Weg:

Auch hilfreich:

Harlinghausen, Schwarzer Brink, A8

Wanderparkplatz Schwarzer Brink (fürs Navi: Preußisch Oldendorf, nahe Bergstr. 64)

Rundwanderweg A8 (ca. 4,2 km; ca. 1 Std.)

Diese kleine Runde durch den schönen Wald der Egge ist eine Abkürzung oder Variante des Wanderweges A9 („Reflexion“), der in diesem Blog schon beschrieben wird, aber ab dem Balkenkamp in Börninghausen. Der Preußisch Oldendorfer Ortsteil Harlinghausen schließt nördlich an Eininghausen und Börninghausen an und der Schwarze Brink gehört dazu, auch wenn der Harlinghauser Ortskern viel weiter nördlich ist.

GPSies - Harlinghausen, Schwarzer Brink, A8Vom großen Wanderparkplatz Schwarzer Brink auf der Preußisch Oldendorfer (nicht auf der Bad Essener) Seite der Bergstraße geht es zunächst zum Wiehenturm. Da der aber zurzeit geschlossen ist, spazieren wir nur daran vorbei und kommen bald zu der Stelle, wo A8 mit einem schmalen Pfad nach rechts abbiegt. Man kann immer der Nordvariante des Wittekindwegs folgen.

Dieser gewundene Fußweg führt uns durch den Wald des Geisbergs, bis wir wieder einen größeren Fortsweg und damit den südlichen Waldrand der Egge erreichen. Hier gibt es beim Weitergehen nach Osten immer wieder Ausblicke nach Eininghausen und Börninghausen und über das Eggetal zum Wiehengebirge.

Immer wieder schöne Aussichten vom Waldrand der Egge: Blick über Teile von Eininghausen

Nach einer kurzen Strecke muss man aufpassen, denn nun biegt A8 wieder auf einen Pfad nach Norden ab. Der übersteigt fast unmerklich den Kamm und erreicht wieder einen Hauptweg, dem wir nach links, nach Westen folgen. So erreichen wir bequem wieder den Wiehenturm und den Wanderparkplatz mit Grillplatz und der Beermann-Hütte.

Einkehrmöglichkeiten gibt es unterwegs nicht, der Rundwanderweg A8 ist einfach eine kleine, schöne Waldrunde.


Berlebeck, A5 „Rundweg Falkenburg“

Wanderparkplatz Berlebeck (fürs Navi: Detmold, Paderborner Str. 142)

A5 „Rundweg Falkenburg“ (ca. 5,9 km; ca. 1½ Std.)

Der Rundwanderweg A5 ist der klassische Zugang zur Falkenburg von der Ortsmitte von Berlebeck aus. Der an der Hauptstraße gelegene Parkplatz Berlebeck ist zur Zeit wegen Bauarbeiten zwar nicht anzufahren, aber man kann irgendwo in dem Dorf parken und die kleine Wanderung beginnen. Es bietet sich z. B. an, am Haus des Gastes Berlebeck in der alten Papiermühle zu starten.

GPSies - Berlebeck, A5 Rundweg FalkenburgMan folgt der Berlebecke ein Stück weit die Paderborner Straße entlang und steigt dann über den Kindergartenweg zur kleinen evangelisch-reformierten Kirche mit dem spitzen Turm bergauf. Für die erste Teilstrecke kann man der Markierung des Hermannswegs folgen, aber auch die A5-Markierungen sind gut angelegt. So geht es beständig den Hang des Stembergs hinauf, bis man in einer langgezogenen Rechtskurve den H-Weg nach Süden verlässt. Schöne, schmale Fußwege wechseln mit bequemen Forststraßen ab, teilweise genau auf der Grenze zwischen den Gemeinden Detmold und Horn-Bad Meinberg, bis wir die Schutzhütte unterhalb der Falkenburg erspähen. Eine Stichstraße führt von dort hinauf zu der Ruine.

In der Ruine der Falkenburg

Ab dem zwölften Jahrhundert erbauten hier die Lipper Landesherren eine mächtige Höhenburg, deren Grundmauern und Gebäudereste noch heute in der Waldeinsamkeit beeindrucken. Das auch eine gute Aussicht über den Lipper Wald und hinüber zum Hermannsdenkmal gegeben ist, versteht sich von selbst. Weitere Infos und Bilder gibt es u.a. bei Wikipedia und auf der Seite des Vereins zum Erhalt und zur Sanierung der Falkenburg. Dort kann man sich auch einen Flyer herunterladen.

Zurück auf dem Wanderweg A5 geht es jetzt nördlich durch den Wald, teilweise wieder auf schmalen Pfaden, die durch alte baumbegrenzte Hohlwege führen. Kurz vor dem Waldrand überquert man ein kleines Rinnsal. Das ist der Stembergbach, der am Nordhang des Stembergs entspringt und etwas weiter westlich in die Berlebecke mündet.

Schließlich erreicht man am Kuckucksweg wieder das Siedlungsgebiet von Berlebeck. Man folgt dann aber nicht der Paderborner Straße, sondern überquert diese und geht noch durch den kleinen Kurpark. Über einen Dornröschenweg genannten Fußweg kommt man parallel zur Berlebecke wieder zum Haus des Gastes / Papiermühle oder auch weiter zum Ortsmittelpunkt.

Oberhalb des Wanderwegs sieht man das Berg-Café, wo man sonntags einkehren kann.

Obwohl nicht direkt am Hermann: Gut aufbereitete Informationen zur Falkenburg findet man auch bei Horst Gerbaulet:

 

Solefreibad, Rundweg 6

Wanderparkplatz Solefreibad (fürs Navi: Bad Essen, Platanenallee 14)

Rundweg 6 (ca. 12,6 km; ca. 3 Std.)

Natürlich sind die neuen TERRA.tracks allesamt tolle Strecken, aber es ist auch gut, dass es in vielen Orten noch die alten regionalen Rundwanderwege gibt, so in Bad Essen. Von der SoleArena startet der Rundweg 6, der weit hinaus in die sehr einsame Gegend zwischen Bad Essen und Bissendorf führt.

Am Waldrand oberhalb von Bad Essen geht es zunächst nach Westen zur Wassermühle, denn hier befindet sich die Fußgängerbrücke, die den Spaziergänger sicher und bequem über die Bergstraße bringt. Man könnte sich noch mit den diversen Skulpturen in den Kuranlagen oberhalb des Solefreibads beschäftigen, aber das kann man sich auch gut für den Rückweg aufheben – jetzt soll es erst einmal losgehen.

Weg Nr. 6 führt zunächst parallel zur Bergstraße nach Süden, vorbei an der Wassertretstelle, um dann ungefähr in Höhe des (ehemaligen) Waldhotels in den sogenannten Eselsweg einzubiegen. Nun geht es etwas kräftiger bergauf zum Ortsteil Essenerberg. Über das Sträßchen Opketal geht es weiter nach Süden aus der Siedlung hinaus. Fast zwei Kilometer führt der Weg geradeaus auf die Opke-Wiesen zu, zur Rechten das Wäldchen Thunhorst. An der T-Kreuzung am Ende biegen wir links ein (Im Reisiek), um dann auf dem Gramberger Weg noch ein kleines Stück weiter nach Süden zu gehen.

Wiesen im Deitinghauser Bruch

Dabei überquert man die hier noch junge Wierau. Sie entspringt etwas weiter östlich in Rattinghausen und hieß im Oberlauf früher meines Wissens Opke. Da bin ich mir aber nicht ganz sicher – wenn jemand etwas dazu weiß, kann er es in die Kommentarfunktion schreiben.

Nach ein paar Metern überquert man die Grenze nach Deitinghausen. Das ist eine Bissendorfer Bauernschaft. Das Sträßchen, in das wir nach der nächsten Hofstelle nach rechts einbiegen, um zurück nach Norden zu wandern, heißt Roter Teichweg. Schöne Wiesen prägen zur Rechten den Deitinghauser Bruch. Direkt nachdem man erneut über die Wierau spaziert ist, biegt links ein Forstweg in den Wald ein. Man erkennt die Stelle im Juli und August an dem Alant, der sich hier breit gemacht hat. Dem Weg und einem Rechtsabzweig folgen wir zu einem Hünengrab, dem neolithischen Großsteingrab Deitinghausen, auch als Großsteingrab Grambergen bekannt. Es gibt dort auch eine etwas überwucherte Rastmöglichkeit.

Nun geht es durch den Wald zurück, zum Teil auf einem schönen, schmalen Trampelpfad. Unvermittelt zweigt ein noch kleinerer Patt nach links in die Königstannen ab, wie der Wald heißt. Hier helfen meine GPS-Daten. GPSies - Solefreibad, Rundweg 6Dort im Wald befindet sich ein massiger Findling, der wie ein Walfisch im Waldboden liegt, der sogenannte Opferstein. Bei genauerem Hinsehen sieht man an vielen Stellen in der Umgebung weitere verteilte Findlinge.

Das Deitinghauser Großsteingrab

Schließlich erreicht man über den Hauptweg die Bad Essener Straße Am Mahnmal, der man nach Osten folgt. Kurz hinter der Kreuzung mit der Glockenbrinkstraße kann man die asphaltierte Straße nach links verlassen und in einer Art Fußgängerallee spazieren. Von dort aus geht es noch einmal hinunter in ein kleines Waldtal und wieder hinauf zum Wanderparkplatz Paracelsus-Kliniken / Enzianhütte und weiter zur Enzianhütte am Empterweg. Eine Einkehr in dieser „alpinen Lokalität“ hat man sich nun wirklich verdient.

Den Sonnenbrinkturm auslassend spazieren wir danach direkt zum Parkplatz Auf der Breede und von dort aus über die Fußgängerbrücke zurück. Vielleicht ist jetzt noch Zeit, die Aussicht von der Himmelsterrasse über Bad Essen zum Stemweder Berg zu genießen oder die Attraktionen im Kurpark zu betrachten. Am Wanderparkplatz Solefreibad gibt es auch die Trattoria Da Toni.


Wellingholzhausen (Kirche / Haus des Gastes), Von Wellingholzhausen auf die Steinegge und zurück

Wanderparkplatz Wellingholzhausen (Kirche / Haus des Gastes) (fürs Navi: Melle, Am Ring 18)

Rundwanderweg „Von Wellingholzhausen zur Steinegge und zurück“ (ca. 14,9 km; ca. 4 Std. plus Pausen)

Diese Wanderung ist für WandererMartin eine der schönsten Runden im hügeligen südlichen Osnabrücker Land. Sie kombiniert unter anderem Teile von Ahornweg, Schau-ins-Land-Weg und Ems-Hase-Hunte-Else-Weg und führt von Wellingholzhausen zum Postturm auf dem Kamm des Teutoburger Waldes bei Dissen. Sie führt durch dichten Wald und an schönen Quellen vorbei. Dazu kommen die Plätze, die eine hervorragende Aussicht über den Osnabrücker Südkreis garantieren. Insgesamt also wirklich eine hervorragende Wandertour.

GPSies - Wellingholzhausen (Kirche / Haus des Gastes), Von Wellingholzhausen auf die Steinegge und zurückMan beginnt im schönen Wellingholzhausen am sogenannten Grönenberger Dom, St. Bartholomäus, parken kann man gut am Haus des Gastes. An der Bushaltestelle ist auch eine Stadtteilkarte, auf der man sich einen groben Überblick verschaffen kann.

Über die Eichendorffstraße hinter dem HdG gelangt man zur Beutlingsallee und zum gut ausgeschilderten Ahornweg. Unser Hinweg folgt diesem Fernwanderweg komplett bis zum Dissener Aussichtsturm. Zunächst geht es aus dem Ort hinaus zum Beutling, dem Wahrzeichen des Dorfes. Oben angekommen kann man von dieser ersten kräftigen Steigung des Wegs auf dem Aussichtsturm verschnaufen. Der Beutlingsturm bietet eine schöne Sicht in alle Richtungen, bei sehr guten Sichtverhältnissen z. B. über das Bielefelder Kesselbrink-Hochhaus bis zum Hermannsdenkmal in Detmold.

Wellingholzhausen vom Beutlingsturm

Südlich des Beutlings geht es nun hinunter ins wunderschöne Puschkental. Über die gleichnamige Straße kommt zum Wanderparkplatz, der ebenfalls Puschkental heißt. Am Waldrand biegt man rechts ein und wandert so hinunter zur Schwarzen Welle oder Almaquelle. An dieser ergiebigsten der Hasequellen gibt es schöne Rastmöglichkeiten im dunklen Wald. Man folgt dann dem Quellbach ein paar Meter. Schließlich hilft ein kleines Brückchen trockenen Fußes über das Wasser zu kommen. Hier haben wir die tiefste Stelle des Hinwegs erreicht, denn jetzt beginnt der lange Aufstieg auf den Hauptkamm des Teutoburger Waldes. Das hört sich dramatischer an, als es ist.

Zunächst erreicht man den idyllischen Blauen See (der meist – wenn er überhaupt Wasser hat – grün ist). Auch er wird von einer Quelle gespeist, deren Wasser bald in die Hase fließt. Auch hier gibt es eine Schutzhütte. Schon wenige Meter hinter dem Blauen See verlassen wir mir mit dem Ahornweg den Hauptweg und bewegen uns kontinuierlich auf den Kamm zu. Um so höher wir kommen, um so prächtiger wird der Wald. Am Scholleggenweg steht eine Wanderkarte, die uns die Gegend erläutert.

Am Zaun der Postanlage entlang erreichen wir schließlich die Steinegge, über die natürlich der Hermannsweg führt. Man kann sich erst etwas auf den neuen Rastanlagen ausruhen, aber dann sollte man unbedingt den Aussichtsturm besteigen. Eine Wendeltreppe führt außen am Turm in die Höhe – eine tolle Idee. Unter einem liegen das grüne Band des Teutos und die vorgelagerten Ebenen und Ortschaften.

Blick vom Postturm auf der Steinegge über den Teuto-Kamm zum Windrad auf dem Borgholzhausener Hollandskopf

Nun machen wir uns auf den Rückweg. Kurz unterhalb des Turms verlassen wir den Ahornweg und wechseln nach rechts auf den Ems-Hase-Hunte-Else-Weg, ausgezeichnet mit einem weißen Punkt. Den größten Teil verlaufen Ahornweg und der „Vier-Flüsse-Weg“ südlich von Wellingholzhausen auf derselben Trasse, nur hier nördlich der Steinegge teilen sie sich auf. Die Ems-Hase-Hunte-Else-Variante ist kürzer und deswegen steiler. Auch so kommen wir wieder zum Blauen See.

Hier wechseln wir dann auf den Wellingholzhauser Rundweg A7. Er führt durch den schönen Baumgarten weiter hinunter. Kurz vor der Landesstraße erreichen wir den Startpunkt Kronensee Wellingholzhausen, wo wir scharf rechts abbiegen. Von nun an folgen wir  dem Schau-ins-Land-Weg X25. Dafür verlassen wir die Fortstraße und folgen einem wunderschönen Fußweg durch den Wald und über die Hase, die heute wieder am Kronensee vorbeigeführt wird. Mit Überschreiten des Haseflüssleins gelangen wir auch wieder von Dissen-Nolle nach Melle-Wellingholzhausen. Der X25 umrundet quasi den Kronensee mit seiner kleinen Ferienhaussiedlung und beginnt dann in der Nähe der Einkehrmöglichkeit Waldschänke (Besuch sehr lohnenswert!) wieder hinaufzusteigen auf den Bietendorfer Berg.

Im Gegenlicht: Blick von der Schützenstraße zurück nach Süden zum Dissener Aussichtsturm

So kommt man zur Schützenstraße, die natürlich so heißt, weil man mit ihr zum Wellinger Schützenhaus gelangt und weiter zu St. Bartholomäuskirche im Dorfmittelpunkt. In der Nähe sind selbstverständlich weitere Einkehrmöglichkeiten wie das Gasthaus Schrage oder das griechische Restaurant Hellas, beide mit Möglichkeiten zum Draußensitzen, wie das Wanderer so schätzen. Auf jeden Fall hat man sich eine Pause verdient, um diese wunderschöne Tour im Nordhang des Teutoburger Waldes ausklingen zu lassen und die vielen Eindrücke zu sortieren.

Mit nur wenig anderer Streckenführung wird die Tour auch im Rother Wanderführer „Teutoburger Wald“ beschrieben und auch als TopTour besonders hervorgehoben:

Schöne Aussicht Bad Driburg, Eggeweg, Etappe „Bad Driburg – Bahnhof Willebadessen“

Wanderparkplatz Schöne Aussicht Bad Driburg (fürs Navi: auf der Zufahrt zu Westenfeldmark 6)

Hermannshöhen, Eggeweg, Etappe „Bad Driburg – Schöne AussichtHerbram-WaldBahnhof Willebadessen (ca. 20,4 km inkl. Auf- und Abstieg; ca. 5½ Stunden plus Pause)

Da die letzte Etappe auf dem Eggeweg mit einem steilen Abstieg vom Wanderparkplatz Schöne Aussicht hinunter nach Bad Driburg endete, ist es klar, dass die heutige Etappe mit einem kräftigen Aufstieg beginnt. Man sollte es also langsam angehen lassen, wenn man aus Bad Driburg am Schützenplatz vorbei zum Eggeweg hinaufwandert. Ca. 200 Höhenmeter sind auf den knapp 2½ Kilometern zu ersteigen.

GPSies - Schöne Aussicht Bad Driburg, Eggeweg, Etappe Bad Driburg - Bahnhof WillebadessenOben angekommen kann man aber zunächst einmal etwas durchatmen und die Aussicht genießen, die dem Wanderparkplatz und der Schutzhütte den Namen gab.

Die Schöne Aussicht am Eggeweg über Bad Driburg

Nun geht es weiter gen Süden und Westen. Außerdem führt der Eggeweg hier fast durchweg durch dichten, geschlossenen Wald. Als geologische Besonderheit wird in der Nähe der Klusenhütte auf einen Erdfall hingewiesen. Ca. 10 Meter ist die Erde infolge von Auflösungserscheinungen im Mittleren Muschelkalk hinuntergesackt.

Weiter geht’s auf dem Eggeweg: Schmale Trampelpfade neben den größeren Forstwegen machen das Wandern noch schöner. Schließlich erreicht man kurz nach der Radbaumhütte die Landesstraße 828, die man überqueren muss. Der Eggeweg folgt dann der L817, dankenswerterweise wurde aber neben oder auch unterhalb der Straße ein Pfad angelegt, der durch urtümliche Ecken führt, durch dichten Farnbewuchs und über kleinere Wiesenstücke. Schließlich kommt man wieder auf den Fußweg an der Landesstr. 817, der Bahnhofstraße, und erreicht so die Siedlung Herbram-Wald. Die Ortschaft ging aus einem WiFo-Lager hervor, das im Zeiten Weltkrieg angelegt wurde. Die WiFo, die Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft produzierte und lagerte hier wie auch anderswo unter dem nichtssagenden Tarnnamen Treibstoffe und Munition für die Wehrmacht. Die planmäßige Anlage der Straßen in dieser Rodungsinsel erzählt noch heute diese Geschichte.

Für den Wanderer auf dem Eggeweg ist vielleicht interessanter, dass es in dem heute zu Lichtenau gehörenden Herbram-Wald eine schöne Einkehrmöglichkeit gibt, nämlich das Golfstübchen. Insgesamt sind die ja am naturbelassenen X-Weg eher Mangelware. Im Biergarten des Golfstübchens aber kann man unter alten Bäumen den Rucksack absetzen und eine schöne Pause einlegen.

Über die Herbramer Straße geht es dann zurück in den Wald der Egge, in dem auch die Asselner Hütte liegt, einsam im Asselner Wald. Kilometer für Kilometer spaziert man auf dem Eggekamm gen Süden, immer nahe an der östlichen Abbruchkante. Manchmal kann man herantreten und die Steinblöcke erkennen, die die Kante bilden, so die Klippen am Paderborner Berg.

Klippen am Paderborner Berg

An einer kleinen Kreuzung an der Paderborner Berg-Hütte ergeben sich zwei Varianten. Man kann auf dem offiziellen Eggeweg über die Willebadesser Hütte weiterwandern bis zum Fernsehturm bzw. zum Lichtenauer Kreuz mit der Johann-Kiene-Hütte und von dort aus dann hinunter Richtung Willebadessen. Man kann hier aber auch links abbiegen und dem Wanderweg A7 folgen, der allerdings den Weg zum Bahnhof Willebadessen nur wenig abkürzt, aber auch einige Höhenmeter erspart. A7 führt hinunter zur Bahnlinie bzw. zu den Tunnelbauwerken des Eggetunnels und es ist ganz interessant zu sehen, welcher Aufwand zu so einem Tunnelbauwerk dazugehört: Notausstiege und -einfahrten, asphaltierte Rettungswege, Belüftung usw., auch welche Betonmassen verbaut wurden, um die Schienentrasse vor den Bewegungen des Gebirges zu schützen.

Schließlich erreicht man die Bahnhofstraße und den Bahnhof Willebadessen mit Wanderparkplatz.