Berlebeck, Hermannsweg, Etappe „Berlebeck – Leopoldstal“

Wanderparkplatz Berlebeck (fürs Navi: Detmold, Paderborner Str. 142)

Hermannsweg, Etappe „Berlebeck – Leopoldstal“ (ca. 15,6 Kilometer; ca. 4½ Std. Gehzeit)

Diese Etappe ist nicht nur die letzte, sondern sicherlich auch eine der schönsten und abwechslungsreichsten auf dem Hermannsweg, allerdings auch eine der anspruchvollsten. Mit dem lippischen Velmerstot erreicht man auch den höchsten Punkt des Hermannswegs, ein wahrlich krönender Abschluss.

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Auf dem Lippischen Velmerstot

GPSies - Berlebeck, Hermannsweg, Etappe „Berlebeck – Leopoldstal“Im Detmolder Ortsteil Berlebeck kann man zentral und kostenfrei sein Auto abstellen, gegenüber vom Hotel Kanne ist der Wanderparkplatz Berlebeck. An der evangelisch-reformierten Kirche vorbei beginnt der Weg gleich kräftig bergan zu steigen. Es gilt, den Stemberg zu ersteigen, der 401 Meter hoch ist. Allerdings führt unser Wanderweg nicht direkt über den Gipfel, sondern bleibt etwas nördlicher und tiefer. Es geht durch Fichten- und auch immer wieder durch Buchenwälder. Auch auffallend viele Vogelbeeren säumen den Weg.

Mit der Geisterschlucht südlich des Hermannswegs beginnt schon bei diesem Aufstieg eine Ansammlung von Sandsteinbrüchen, die uns bis zum Wegende begleitet. Den einen oder anderen kann man sich dabei genauer ansehen. Der Wald holt sich seinen Lebensraum zurück, auch wenn einige der Steinbrüche bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts genutzt wurden. Zusammen mit den teils gewaltigen, herumliegenden oder in den Wänden anstehenden Sandsteinblöcken ergeben sich „dunkelurige“ Stimmungsbilder. Manchmal muss man genau hinsehen, um zu erkennen, ob es ein überwachsener Steinblock oder ein mit Moos besetzter Baumstumpen ist. Im Kontrast dazu stehen die schönen Aussichten nach Norden in die lippische Schweiz, die man ebenfalls hier vom Hang des Stembergs genießen kann.

Heide auf der Vogeltaufe
Heide auf der Vogeltaufe

Ganz plötzlich kommt man aus dem Wald heraus und erreicht die Vogeltaufe, einen südöstlichen Sporn des Stembergs, der nicht bewaldet ist, sondern als Heide offen gehalten wird – garniert mit einigen malerischen Eichen und Birken. An einigen Raststationen kann man Sonne tanken und den Blick über Blaubeer- und Heidesträucher gleiten lassen. Interessanterweise erkennt man auch noch die alte Grundstücksparzellierung auf diesem Hügel, mit der man im 19. Jh. der Armut der Bevölkerung begegnen wollte.

Ein Gedenkstein erklärt den Namen und die dazugehörende Sage der Vogeltaufe. Wie die Steinbrüche, wie Laub- und Nadelwald, begleiten auch die Heiden diesen Abschnitt des Hermannswegs und das macht mit Berg und Tal auch das Abwechslungsreiche der Etappe aus.

Hinter der Vogeltaufe kommt man zu den ersten Häusern von Holzhausen-Externsteine und zum Wanderparkplatz Vorgeltaufe. Holzhausen-Extersteine ist ein Ortsteil von Horn-Bad Meinberg. Am Hotel Bärenstein verlässt man den Siedlungsbereich schon wieder und wandert in den Wald. Etwas weiter rechts läge der Wanderparkplatz Bärenstein. Hier bietet sich eine gute Möglichkeit der Rückwanderung nach Berlebeck an. Der eigentliche Bärenstein ist ein komplett unter Naturschutz stehender Berg (318 m), der wieder eine schöne Hochheide bietet. Die nächste Einsattelung, in die man steil absteigen muss, führt schon hinüber zu den berühmten Externsteinen.

Schon die ersten Bilder, die man noch aus dem Wald heraus erhaschen kann, sind beeindruckend. Recht plötzlich erscheinen die gewaltigen Sandsteinfelsen vor dem Wanderer. Auch wenn es hier manchmal zeimlich voll ist und wenn man schon oft hier war, die Externsteine beeindrucken und lohnen sich immer wieder. Sie gehören zurecht zu den bekanntesten deutschen Natursehenswürdigkeiten.  Sehr gute Informationen dazu bekommt man hier, so dass ich nichts mehr hinzufügen muss. Man kann natürlich auch den Wanderparkplatz Externsteine und die Gastronomie hier nutzen, allerdings etwas ab vom Weg. Schön ist, dass der Hermannsweg durch das Felsentor führt, so dass man auch einen Blick von der anderen Seite bekommt, bevor man steil bergauf auf den Knickenhagen (315 m) steigt. Die Mühen des Aufstiegs werden oben wieder von einer schönen Hochheide belohnt. Dahinter muss man am Hermann-Löns-Stein vorbei wieder kräftig absteigen.

Am Wanderparkplatz Waldschlösschen vorbei gelangt man in das Tal, durch das die Bundesstraße 1 führt. Nach der Unterführung ist erst einmal Schluss mit der „Kletterei“, denn der Wanderweg umkurvt den Knieberg (365 m) weit unterhalb des Gipfels durch lichten Kiefernwald, so dass man recht erholt am Ausflugslokal und Wanderparkplatz Silbermühle das Tal des Silberbachs erreicht.

Silberbach mit Aufdruck

Und das ist nun wirklich noch einmal ein echtes Highlight auf dem Hermannsweg. Der Wanderweg verläuft eine längere Strecke nahe am Flüsschen entlang. Das Tal zeigt sich von seiner romantischsten Seite (zumindest, wenn die Sonne scheint). Es geht rauf und runter, das Tal verengt und verbreitert sich, man klettert über Sandsteinblöcke und Wurzelwerk – und immer hört man dabei das fröhliche Plätschern des Silberbachs. Ungefähr einen Kilometer geht das so. Steinbruch reiht sich an Steinbruch.

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Steinbruch im Silberbachtal

Und es ist eigentlich schade, dass man doch irgendwann das Tal verlassen muss, um zum letzten Anstieg der Wanderung und des gesamten Hermannswegs anzusetzen. Man erreicht hier auch die ehemalige Grenze des Fürstentums Lippe, was man an der Flurbezeichnung Schnat und an historischen Grenzsteinen erkennen kann.

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Grenzstein 60 C im Silberbachtal

Zunächst geht der Weg nur leicht bergan oder sogar eben durch den Wald, bis er nach einem größeren Bogen rechtwinklig nach rechts nach Süden abzweigt. Nun geht es noch ein kurzes Stück steil durch den Wald. Mit einem Mal hat man Sand unter den Wanderschuhen und erreicht die mit einzelnen kümmerlichen Bäumchen versetzte Heide auf dem lippischen Velmerstot. Die Grenze zwischen Lippe und Preußen verlief genau zwischen den beiden Gipfeln des Velmerstot, so dass wir vom lippischen (441 m) und vom preußischen Velmerstot (468 m) reden. Manche sagen auch die Velmerstot. Unser Hermannsweg führt über den etwas niedrigeren lippischen Gipfel, der zwar keinen Aussichtsturm wie der preußische trägt, aber trotzdem eine tolle Fernsicht, besonders nach Osten und Norden, bietet. Hier hat man den höchsten Punkt des Hermannswegs erreicht. Jetzt heißt es, wehmütig Abschied zu nehmen und nur noch abzusteigen, vorbei am Wanderparkplatz Leopoldstal am Waldrand, bis zum kleinen Bahnhof von Leopolstal, vor dem man dann das letzte „H“ findet.

Das letzte H am Bahnhof Leopoldstal

Es befindet sich an der Wanderkarte am Wanderparkplatz Bahnhof Leopoldstal.

Man kann mit der Westfalenbahn nach Detmold fahren und von dort aus mit dem Bus 701 zum Ausgangspunkt am Parkplatz in Berlebeck (Haltestelle Kanne). Ca. eine Dreiviertelstunde muss man wegen der Umsteigezeit für diese Rückfahrt einplanen. Während man auf den Zug wartet (zzt. fährt er immer um 49) kann man sich noch einmal an die schönsten Momente auf dem Hermannsweg zurückerinnern. Oft trifft man auf dem Bahnsteig auch andere Hermannswanderer, mit denen man Erfahrungen austauschen kann.


 

 

 

Zum Abschluss noch ein Alternativvorschlag zu dieser Tour: Andersherum vom Bahnhof Leopoldstal über Berlebeck bis zum Hermannsdenkmal bei Detmold. Weitere Infos gibt es bei diesem Eintrag: Bahnhof Leopoldstal, Hermannsweg, Etappe „Leopoldstal – Hermannsdenkmal“.

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