Hankenberge, Hilter Pass, Hermannsweg, Etappe „Hilter Pass – Borgholzhausen – Werther Schanze“

05/15

Parkplatz Hilter Pass

Hermannsweg, Etappe „Hilter Pass – Borgholzhausen – Werther Schanze“28,3 Kilometer

hermannsweg_hDiese Etappe des Hermannswegs ist im Vergleich zu vielen anderen auf diesem Blog beschriebenen Hermannswegstrecken recht einsam, lang und schwierig. Sie führt über die Landesgrenze von Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen und durch die Landkreise Osnabrück und Gütersloh.

Man kann diese Etappe gut in zwei Hälften teilen. Die Mitte ist ungefähr in Borgholzhausen.

Vom Hilter Pass, durch den hier Bahnline, Autobahn und (ehemalige) Bundesstraße geführt werden, steigt man zunächst wieder zum Hülsberg auf. Mit seinen 237 Metern ist er noch der niedrigste der Hügel, die uns auf dieser Etappe bevorstehen. Ungefähr zwei Kilometer weiter ist man schon auf dem 256 Meter hohen Wehdeberg mit seiner Schutzhütte. Beim Absteigen kann man an der Wegkreuzung einen kleinen Abstecher von nur wenigen Metern nach links machen, um das Naturdenkmal Kalksteinklippe zu bewundern.

nd-kalksteinklippe-am-wehdeberg
ND Kalksteinklippe am Wehdeberg

Der „Hermann“ macht nun eine Biegung, um den Asberg nördlich zu umgehen. Dabei verlässt man den wirklich schönen und stillen Wald, in dem man seit der Autobahnüberquerung unterwegs war, und kommt in ein Tal des Teutoburger Waldes, die sogenannte Noller Schlucht – wobei die Bezeichnung Schlucht für dieses sanfte Tal reichlich übertrieben klingt. Die Noller Schlucht ist vor allem bekannt für das gleichnamige Regionale Umweltbildungszentrum. Da hier auch die fünfte Route des Ahornwegs entlangführt, finden Sie beim hier verlinkten Blogeintrag Hinweise zu diesem Lernstandort und zu den nebenan liegenden Wanderparkplätzen in der Noller Schlucht, von denen aus man natürlich auch sehr gut in den Hermannsweg einsteigen kann.

Nach dem Überqueren der Rechenbergstraße, die über den Rechenbergpass Wellingholzhausen und Dissen verbindet, muss man (sehr) kräftig bergan wandern, denn jetzt gilt es zunächst den Petersbrink zu ersteigen, dann die Schollegge (252 m) und schließlich die Steinegge (266 m). Zwischen Stein- und Schollegge geht man mithilfe einer Holzbrücke über einen tief eingeschnittenen Hohlweg. Es ist dies die alte Verbindung zwischen Wellingholzhausen und Dissen, der sogenannte Alte Wellingholzhausener Weg.

Die Steinegge ist bekannt wegen des Postturms, der auf ihr steht. Dieser Turm hat die Besonderheit, das man ihn über eine außen angebrachte Wendeltreppe besteigen kann, weswegen er auch Dissener Aussichtsturm genannt wird. Die Aussicht ist so überwältigend, dass man sich fragt, warum diese Lösung nicht auch bei vielen anderen Fernsehtürmen angebracht wird.

DSCI0132 Grenzstein Stempel
Landesgrenze einst und jetzt

Der Hermannsweg geht auf dem Kamm weiter nach Osten über die Ascher oder Aschener Egge. Gut zwei Kilometer hinter dem Aussichtsturm trifft man auf einen Grenzstein der die historische und gleichzeitig aktuelle Grenze zwischen Niedersachsen und NRW anzeigt. Auf den Steinen ist das gekennzeichnet durch ein H für das Königreich Hannover, aus dem Niedersachsen hervorging, und einem P für Preußen, dessen westfälische und rheinische Länder in Nordrhein-Westfalen aufgingen. Daneben gibt es noch einen kleineren Grenzstein, auf dem man den Namen Dallmeyer lesen kann. Wahrscheinlich kennzeichnete er einen privaten Besitz. Die Landesgrenze führt hier rechtwinklig zum Kammweg südlich bergab und zwischen den Gemeindegebieten von Dissen und Borgholzhausen hindurch. Voraus liegt die Grenze für ungefähr eineinhalb Kilometer genau auf dem Kamm, so dass der Hermannswegwanderer nun auf dieser Grenze läuft.Man befindet sich hier auf dem Hankenüll, mit 307 Metern die höchste Erhebung in der Umgebung. Ab und zu gibt es trotz des dichten Waldes schöne Ausblicke in den nördlich gelegenen Meller Stadtteil Wellingholzhausen.

Beutling vom Hankenüll Stempel
Blick vom Hankenüll zum Beutling in Wellingholzhausen

Der nächste Grenzstein zeigt an, dass die Landesgrenze den Kamm hier rechtwinklig nach Norden verlässt, so dass man nun den Rest des Hermannswegs auf westfälischem Gebiet abwandert.

Nach der Schutzhütte auf dem Vicarienkopf beginnt allmählich der Abstieg nach Borgholzhausen. Man kommt an der gigantischen Windkraftanlage auf der ehemaligen NATO-Anlage auf dem Hollandskopf vorbei und zu einem weiteren Aussichtsturm: dem Luisenturm auf der Johannisegge. Man kann hier nicht nur die Aussicht genießen, sondern in der Wanderhütte unter dem Turm auch Schutz vor dem Regen u. Ä. und in der gemütlichen Luisenturm-Hütte leckeres Frischgezapftes oder leckeres Selbstgebackenes – vielleicht je nach Uhrzeit.

Hat man sich satt gesehen oder gegessen, kann man den recht steilen Abstieg nach Borgholzhausen in Angriff nehmen. Dass es in der Stadt auch einige Verpflegungsmöglichkeiten gibt, versteht sich von selbst. Bis hier hat man ca. 14,5 Kilometer hinter sich gebracht.

Diese Etappe wird in Horst Gerbaulets unbedingt empfehlenswertem Wanderführer zum westlichen Teil des Hermannswegs als siebenter Wanderabschnitt beschrieben. Nun folgt sein achter Streckenabschnitt. Der Abschnitt ist ca. 13 km lang und bietet wieder einige kräftige Steigungen. Vielleicht bietet es sich tatsächlich an, an einem Parkplatz in Borgholzhausen, z. B. in der Freistraße, zu starten.

Borgholzhausen bietet nicht nur ein hervorragendes Wandergebiet, sondern ist auch als historische Stadt interessant. Deswegen spricht auch einiges dafür, die Teilstrecke andersherum zu laufen und sich zum Schluss in der alten Innenstadt umzusehen und zu stärken bzw. auf der Ravensburg, mit eigener Gaststätte, die im Endeffekt dem Ravensberger Land seinen Namen gab.

Wie man vor Ort unschwer erkennt, liegt Borgholzhausen an einem Durchgangspass durch den Teutoburger Wald. Die in der Nähe liegende Burg der Grafen von Ravensberg gab der im Wald liegenden Siedlung (“Holthusen”) dann den Namen – Borgholthusen. Vielleicht ist dies auch eine Unterscheidungsbezeichnung zum benachbarten Wellingholzhausen (Die  Siedlung im Wald bei den Quellen bzw. der Hasequelle). In der Stadt, die durch die Einrichtung der Legge 1678 zu bescheidenem Wohlstand kam, ist die evangelische Pfarrkirche aus dem späten Mittelalter / der Frühen Neuzeit inmitten der historischen Altstadt zu besichtigen. Später wurde Borgholzhausen natürlich vor allem für seine Lebkuchenbäckerein gerühmt, von denen es heute noch die Firma Schulze gibt. Das Heimathaus wartet mit einem Superlativ auf, der weltweit größten Sammlung von Riesen-Ammoniten.

Wir beginnen hier aber in der Borgholzhausener Innenstadt und wandern auf kürzestem Weg durch den Ortsteil Hamlingdorf zum Wanderparkplatz Unter der Burg, womit natürlich die Burg Ravensberg gemeint ist. Nehmen Sie sich unbedingt etwas Zeit für die Ruine. Danach geht es wieder bergab in die Clever Schlucht, was bedeutet, dass man danach wieder aufsteigen muss. Die Clever Schlucht trifft im Süden auf die B68 mit dem Wanderparkplatz Clever Schlucht, die seit dem Hilter Pass hier am Südhang des Teutoburger Waldes entlangläuft (und streckenweise auch für Lärm sorgt).

DSCI0165 Stempel
Blick über Halle

Nachdem man durch den Wald des Barenbergs gewandert ist, geht es wieder hinunter, nämlich ins Hesseltal. Über das Flüsschen Hessel, nach dem der Ortsteil Hesseln benannt ist, der schon zur Stadt Halle gehört, geht es richtig steil bergauf zur Großen Egge (312 m), der höchsten Erhebung dieser Strecke. Kurz nach einer Schutzhütte gelangt man aus dem Wald. Man wandert wieder durch einen Pass, durch den heute die L782 führt. An der gesamten Strecke konnte man schon einige Relikte des Haller Bergbaus entdecken, aber dafür gibt es einen eigenen Wanderweg, der sich speziell mit diesen Hinterlassenschaften beschäftigt. Relativ stadtnah wandert man nun durch die beiden Haller Hausberge Knüll und Storkenberg mit den berühmten Waldgrabstellen und der sogenannten Kaffeemühle, bis der Wanderer wieder an einer Schutzhütte den Wald verlässt, um mit schöner Aussicht steil bergab zu steigen und über die Kreisstraße Grüner Weg wieder hoch zum Wanderparkplatz Grüner Weg zu kommen. Auf dieser Etappe durchquert man mehrere Naturschutzgebiete des Kreises Gütersloh, das NSG Ravensberg-Barenberg in Borgholzhausen und das NSG Knüll-Storkenberg in Halle.

Hier, am Wanderparkplatz Grüner Weg, beginnt dann die nächste Etappe auf dem Hermannsweg, die hier beschrieben ist.

Advertisements

3 Kommentare zu „Hankenberge, Hilter Pass, Hermannsweg, Etappe „Hilter Pass – Borgholzhausen – Werther Schanze““

  1. Eine sehr schöne Beschreibung dieser Strecke, die allerdings auch recht lang ist. Insbesondere für Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel ist ohnehin Pflicht, bereits ca. 3 km vorher Schluss zumachen, wo an der L 782 stündlich (auch am Wochenende) eine Busverbindung zum Bahnhof Halle besteht. Dann ist der nächste Abschnitt auch nicht so kurz…

    Neben den erwähnten Möglichkeiten Ravensburg und Luisenturm gibt es seit kurzem am Wochenende auch wieder eine Einkehrmöglichkeit in der Noller Schlucht (Wochenendcafe 14 – 17 Uhr).

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.