Regionales Umweltbildungszentrum Noller Schlucht, Erkundungswege „Bodenkunde und Erdgeschichte in der Noller Schlucht“

Wanderparkplatz Noller Schlucht (fürs Navi: Dissen, Rechenbergstr. 100)

Erkundungswege „Bodenkunde und Erdgeschichte in der Noller Schlucht“ (ca. 18,7 km)

GPSies - Regionales Umweltbildungszentrum Noller Schlucht, Erkundungswege „Bodenkunde und Erdgeschichte in der Noller Schlucht“Diese Erkundungswege waren auf den alten Dissener Wanderkarten eingezeichnet, die jetzt nicht mehr an den Wanderparkplätzen stehen. Sie verliefen auf unterschiedlichen örtlichen und überregionalen Wanderwegen im wunderschönen Teutoburger Wald zwischen Wellingholzhausen und Dissen. Man konnte sie zu einer recht großen Runde kombinieren, einer Schleife mit zwei unterschiedlich großen Schlaufen. Da der „Knoten“, das Verbindungsstück zwischen den beiden Schlaufen, in der Noller Schlucht liegt, ist es sinnvoll, am dortigen Wanderparkplatz in die Tageswanderung einzusteigen. Hier gibt es auch eine Bushaltestelle der Linie 309, die zwischen Bad Rothenfelde und Melle fährt.

Hier nun eine Beschreibung der großen Schlaufe:

Los geht's: Ab in den Wald!
Los geht’s: Ab in den Wald!

Vom Wanderparkplatz Noller Schlucht geht man nach Osten über den Bachlauf und kurz dahinter auf dem Hermannsweg nach rechts in den Wald. Man verlässt aber schon nach der ersten Kurve den bekannten Höhenweg nach links, um auf dem Ahornweg auf den Petersbrink zu steigen. Da der Parkplatz auf ca. 130 Meter Höhe liegt, der Petersbrink aber schon 212 Meter Höhe erreicht, ist klar, dass man sofort zu Beginn kräftig bergauf steigen muss. Und man ist noch nicht oben. Weiter geht es auf dem Kamm des Teutoburger Waldes auf die Schollegge (255 m) und die Steinegge (266 m) mit dem Fernmeldeturm mit Aussichtsplattform. Ich war hier früh morgens unterwegs bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und in dichtem Nebel. Da lohnen die Treppen zur Plattform natürlich nicht.

Am Aussichtsturm biegt ein Weg nach Norden ab, also hinunter vom Kamm, und zwar auf geschwungenen Wegen durch den Baumgarten bis zur Großen Rehquelle. Vorher muss man einmal scharf rechts abbiegen und den Weg bergab nehmen. Die Stelle ist an der in der Nähe stehenden Infotafel „Vom kalkhaltigen Wasser zum Gestein des Gebirges“ zu erkennen. Sie gehört zum Wanderweg Karl Kalktropfen, quasi der Nachfolger der Erkundungswege „Bodenkunde und Erdgeschichte in der Noller Schlucht“. Auch auf den folgenden Kilometern informieren Tafeln über die Geologie der Region. Also: Nicht den Weg an der Infotafel nehmen, sondern den, der kurz vorher bergab führt! An dem Naturdenkmal Große Rehquelle ist vielleicht Zeit für die erste Pause, jedenfalls sind Sitzgelegenheiten vorhanden. Die Quelle gehört zu den Hasequellen.

Auf gutem Waldweg geht es durch die Amtswiede weiter zur Schutzhütte

Der Blaue See bei schlechtem Wetter im Spätsommer
Der Blaue See bei schlechtem Wetter im Spätsommer

am Blauen See, gespeist von mehreren kleineren Quellen, deren sedimentreiches Wasser den See manchmal eher türkis als blau aussehen lässt.

Heute, im Februar,  ist er noch mit einer dünnen Eisschicht bedeckt. Auch dieses Wasser fließt in die Hase, die nun auch nicht mehr weit entfernt ist. Unser Weg führt uns in einem Bogen leicht bergab in das Hasetal, in dem wir dem Flüsschen nach Nordosten folgen. Bald sehen wir zur Rechten eine Furt durch das Wasser, die uns nach Wellingholzhausen führt. Dort liegt kurz hinter der Untiefe auch der Parkplatz Schützenstraße / Lieth.

Wir gehen aber nicht durch die Furt, sondern gegenüber in den Alten Wellingholzhauser Weg. Mit diesem alten Hohlweg steigen wir wieder etwas bergauf und kommen zurück zum Blauen See. An dem gehen wir aber nun nach rechts und folgen dem gut ausgebauten Tangermannweg bis zur Rechenbergstraße (L94), die wir kurz vor der Kleinen Rehquelle erreichen. An diesem Naturdenkmal und vor allem etwas weiter nördlich wird die Entstehung der kleinen Kalksinterterrassen thematisiert. Kurz danach stehen wir auf dem großen dazugehörigen Wanderparkplatz Rehquelle / Kalksinterterrassen, auch noch Wanderparkplatz Rechenberg genannt.

Die Kleine Rehquelle an der Rechenbergstraße
Die Kleine Rehquelle an der Rechenbergstraße

Man wandert längst über den Parkplatz und folgt dann dem Weg unterhalb der Landesstraße. Man muss allerdings aufpassen, um die Stelle zu erkennen, an der man diesen Pfad verlassen muss, um über die Leitplanke und die Hauptstraße auf die andere Seite zu gelangen. Dass hierbei besondere Vorsicht zu walten hat, versteht sich von selbst. Auf der anderen Seite findet man einen Weg, der uns um einen alten Steinbruch herum wieder zur Rechenbergstraße führt. Über ein noch erhaltenes Stück der Alten Poststraße schneidet man deren bekannte scharfe Kurve ab und gelangt so südlich zum Wanderparkplatz Alte Poststraße / Rechenberg.

Direkt dahinter geht es in den Sahlbrinkweg, benannt nach dem bald 250 Meter hohen Hügel links des Weges. Zur Rechten erstreckt sich eine große Lichtung, die Heuplake, die wir jetzt weitläufig umrunden. So kommen wir wieder auf den Ahornweg und mit dem zum Wanderparkplatz Regionales Umweltbildungszentrum Noller Schlucht, unserem Ausgangspunkt.

Der bekannte Gasthof ist als solcher nicht mehr in Betrieb, das gesamte Areal gehört zum Regionalen Umweltbildungszentrum Noller Schlucht. Man kann aber natürlich das Auto, mit dem man hierhin angereist ist, zum kurzen Ausruhen nutzen. Außerdem ist links hinter dem Gasthof, in dem 1902 die Gründung des Teutoburger-Wald-Vereins beschlossen wurde, eine Rastanlage. Hier beginnen auch die teilweise noch vorhandenen Infotafeln des Boden-Lehrpfads rund um den Asberg.

Schon beginnt die kleine Schlaufe der Erkundungswege: Natürlich steigt der Weg von der Noller Schlucht aus wieder an. Schnurgeradeaus kommen wir in einen ehemaligen Steinbruch des Asbergs mit einer imponierenden Steilwand. An ihr kann man gut den in mehreren Schichten anstehenden Kalkstein erkennen. Auch Sandstein und Granit sind zu entdecken.

Ehem. Steinbruch am Asberg
Ehem. Steinbruch am Asberg

Jetzt steigt der Weg richtig steil an – für die Verhältnisse des Teutoburger Waldes -, denn es gilt, die Timmer Egge zu erklimmen. Oben angekommen geht es auf dem Ahornweg auf den Wehdeberg zu. Der Weg bleibt ein paar Meter lang relativ eben. Relikte alter Niederwaldwirtschaft verdeutlichen, dass die Gegend hier oben in alten Zeiten forstwirtschaftlich aktiv genutzt wurde. Was muss das für eine Plackerei gewesen sein!

An der Stelle, wo von links ein Pfad auf unseren Wanderweg trifft, biegen wir nach rechts ab: hinunter zum Hermannsweg. Der Weg ist kaum zu erkennen, aber unten sieht man wieder eine Info-Tafel („Tiere der Laubstreu“), die man anvisieren kann. Wir bleiben aber nur kurz auf dem „Hermann“, sondern verlassen ihn nach rechts, indem wir auf dem Hauptweg bleiben. Während der H-Weg links hinauf zum Gipfel des Wehdebergs führt, gelangen wir zu einer Kalksteinklippe, die als Naturdenkmal geschützt wird. Gegenüber kann man die Aussicht in das Meer der Bäumer genießen, das sich unter dem Weg auftut.

ND Kalksteinklippe am Wehdeberg
ND Kalksteinklippe am Wehdeberg

Wir folgen von nun an diesem Hauptweg. Viele Totständer säumen den Weg und bieten mit dem liegenden Totholz unzähligen Individuen unterschiedlichster Arten Unterschlupf – sehr schön. Unser Weg trifft auf den Hankenberger Weg, der uns schließlich auf die Waldstraße führt. Beim Austritt aus dem Wald sieht man vor sich die Noller Schlucht und den Noller Bach im Wiesengrund. Wir folgen dem Sträßchen nach Süden und kommen so direkt zum Wanderparkplatz Regionales Umweltbildungszentrum.

Da mir nun nach kräftigen Ausschreiten fast 20 Kilometer in den Knochen steckten, dabei kräftige Steigungen, war ich doch „angenehm kaputt“. Die reine Gehzeit betrug ungefähr viereinhalb Stunden. Ich hatte aber auch das Gefühl, alle oder doch viele Sehenswürdigkeiten des Waldgebietes um die Noller Schlucht gesehen zu haben: den Kamm des Teutoburger Waldes, diverse Hasequellen, alte Steinbrüche und Klippen und Gipfel noch und noch.

Da die Streckenführung nicht ausgeschildert ist und auch ziemlich kompliziert, sollte man unbedingt die untere Karte nutzen oder sich vielleicht sogar über gpsies oder outdooractive (siehe auf der Seite „Weitere Links und Empfehlungen“) einen gpx-Track erstellen.


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