Bahnhof Leopoldstal, Leopoldstal – Bad Lippspringe

Wanderparkplatz Bahnhof Leopoldstal (fürs Navi: Horn-Bad Meinberg, Leopoldstaler Str.)

Streckenweg Leopoldstal – Bad Lippspringe (ca. 21,5 km, ca. 6 Std. inkl. Pausen)

Dieser Wanderweg von Leopoldstal nach Bad Lippspringe führt unbegründeterweise ein Schattendasein neben all den neuen und alten Touren, die in den Hochglanzbroschüren der Tourismusinstitute beworben werden. Die Route führt durch eine wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft, nämlich durch Wald und Flur, über Berg und Tal, durch Stadt und Natur. Man muss dem Eggegebirgsverein dankbar sein, dass er sich noch um den Weg kümmert, ihn z. B. mit einem senkrechten Strich kennzeichnet, weswegen die Tour auch als I-Weg bekannt ist.

GPSies - Bahnhof Leopoldstal, Leopoldstal - Bad LippspringeDer Wanderweg beginnt am Bahnhof Leopoldstal, wo der Hermannsweg normalerweise endet. So geht man die ersten Meter auch auf dem H-Weg zum Wanderparkplatz Leopoldstal am oberen Rand des Ortes, der zu Horn-Bad Meinberg gehört. Auf einem schmalen Pfad geht es in den Wald hinein und beständig bergauf. Schon an der ersten Kreuzung im Wald trennt man sich vom „Hermann„. Während der bekannte Fernwanderweg den südlichen Bogen zum Lippischen Velmerstot nimmt, führt unsere Strecke vom Norden auf den Berg. Der Aufstieg hat es in sich, aber oben wird man von der bekannt schönen Aussicht belohnt. Da man hier auch den Kamm des Eggegebirges überquert, geht es von nun an kontinuierlich bergab.

Auf dem Velmerstot 20181022_095403
Urige Landschaft auf dem Lippischen Velmerstot

Auf dem Schnatweg, der auf die hier verlaufende Grenze zwischen dem Fürstentum Lippe und dem später an Preußen gefallene Hochstift Paderborn hinweist, geht es durch den Wald des Eggegebirges hinunter in das kleine Örtchen Feldrom. Am Wanderparkplatz Feldrom überquert man die L828 und durchwandert nun das schöne Feldromer Tal mit seinen welligen Wiesen zu beiden Seiten des Talwegs und des Zollstockwegs.

Östlich der freien Flur geht es wieder in den Wald hinein und man erreicht den Messerkerl. Das ist eine große Wegespinne, an der ein Gedenkstein an das Schicksal des „ALbet MEIJER VON VOLTLAGEN“, so steht es noch gut lesbar auf dem Stein, erinnert, der „ALLHIER ERBÖRMLIG UM SEIN LEbEN GEKAMEN“ ist, und zwar „1752 DEM 28 SEBTEMbR“. Bei den sogenannten Messerkerlen handelte es sich um Wanderhändler, Tödden, die über Land zogen und dabei in der Regel eben auch Messer anboten. Albert Meyer war hier also der Messerkerl, der hier ermordet wurde. Was machte der Händler hier im finsteren Wald? Hier führte der Handelsweg von Paderborn nach Horn entlang.

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Sandsteintafel Messerkerl

Vom Messerkerl geht es hinunter in den Römergrund, einem der schönsten Abschnitte unseres Wanderwegs von Leopoldstal nach Lippspringe. Der Wald wird immer prächtiger. Gewaltige Buchen begleiten den Wanderer über die komplette Strecke. In den Anhöhen links und rechts des Weges findet man Überbleibsel vieler kleiner und größerer Steinbrüche. Auch in dieser Einsamkeit haben die Menschen versucht, dem Boden Gewinn abzutrotzen. Schließlich erreicht man eine Schutzhütte an der Römerbrunnen genannten Kreuzung und die Römergrundbrücke über die Steinbeke. Einen Brunnen gibt es hier wohl tatsächlich, der von der Steinbeke gespeist wird, aber ob der etwas mit den Römern zu tun hatte?

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Zur Erinnerung an Noaks Pumpe

An der Steinbeke entlang, die wegen des karstigen Untergrundes nur sehr selten Wasser führt, geht es wieder nördlich zu Noaks Pumpe. Eine Info-Tafel erinnert an das alte Forsthaus, das hier einmal gestanden hat. Über den Hauptweg geht es nun westlich zum Forstgut Heimat, an dem man den Wald endgültig verlässt. Knicks und Wiesen bestimmen nun die Landschaft, durch die man zur L937 wandert. Man sieht schon das Gut Dedinghausen, an dem man auf dem Dedinghauser Weg vorbeigeht. So erreicht man schließlich das Stadtgebiet von Bad Lippspringe.

Hier verliert sich die I-Markierung ab und zu. Man erreicht die Detmolder Straße, die man aber über den Heideweg schnell wieder verlässt. Auf der Schützenstraße geht man zwischen Häusern und Wald zur Westfalentherme und an der vorbei durch den „Waldpark“ zum Haustenberger Weg. Der wird zur Waldstraße, über die man die Innenstadt von Bad Lippspringe erreicht.

In dem Kurort gibt es natürlich viel zu sehen – von der Lippequelle bis zu den Anlagen der Landesgartenschau – und diverse Einkehrmöglichkeiten (die es unterwegs nicht gab). Nach ca. 6 Stunden bis hierhin hat man sich auch eine Stärkung verdient.

Für den Rückweg nimmt man am besten den Bus R32 von Lippspringe (mehrere Haltestellen im Innenstadtbereich) nach Altenbeken. Von dort geht es mit dem Zug zum Bahnhof Leopoldstal. Es gibt auch eine Busverbindung von Bad Lippspringe nach Horn, die R51. Von dort kann man mit dem Bus 783 nach Leopoldstal fahren.


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