Bad Iburg, Am Dörenberg, TERRA.track Kneipp to go

Wanderparkplatz Am Dörenberg (fürs Navi: Osnabrücker Str. 145)

Rundwanderweg TERRA.track „Kneipp to go“ (ca. 9,1 km inkl. Zuweg; ca. 2½ Std.)

Der Dörenberg ist als höchste Erhebung des Osnabrücker Landes und des mittleren Teutoburger Waldes eine besonders geeignete Wanderregion. Folgerichtig befinden sich hier auch mehrere der neuen Terra-Tracks, z. B. der Rundweg Kneipp to go. Er stellt eine Kombination der alten Iburger Rundwanderwege 4 und 5 dar.

GPSies - Bad Iburg, Am Dörenberg, TERRA.track Kneipp to goDie Beschilderung unterwegs ist hervorragend, so dass man auch ohne Karte sicher unterwegs ist. Wer möchte, nutzt trotzdem meine GPS-Daten. Vom großen Parkplatz Am Dörenberg führt uns ein kurzer (blau gekennzeichneter) Zuweg über die alte Heerstraße zum Beginn des eigentlichen (rot gekennzeichneten) Rundwegs.

Durch den Staatsforst Palsterkamp führt der Waldweg immer berghoch. Dabei kann man infolge der Rodungsarbeiten am Dörenberg immer wieder hervorragende Ausblicke auf Bad Iburg, das LaGa-Gelände mit dem Baumwipfelpfad und darüber hinaus genießen (siehe Beitragsbild oben). Wer zurückblickt, sieht Großen und Kleinen Freden.

Hermannsturm auf dem Dörenberg

Am ersten großen Abzweig biegen wir nach rechts ab und steigen weiter auf zum Kamm des Dörenbergs mit dem (zur Zeit gesperrten) Hermannsturm. Der Hermannsturm ist natürlich nach Hermann dem Cherusker benannt, etwas weiter nördlich auf dem Lammersbrink in Georgsmarienhütte steht dann der Varusturm, benannt nach Hermanns römischem Gegenspieler.

Am Fuß des Hermannsturms steht ein trigonometrischer Vermessungsstein der Landesvermessung und Kartographie im Königreich Hannover aus dem Jahre 1830, der sogenannten Gaußschen Landesaufnahme. Für diese Landesaufnahme wurde das Königreich wie schon bei der Kurhannoverschen Landesaufnahme durch das Verfahren der Triangulation in Dreiecke eingeteilt und vermessen.

Einen der Eckpunkte des Hauptnetzes stellt dieser Sandsteinpfeiler auf dem Dörenberg dar. Federführend bei der Vermessung war der geniale Geodät, Mathematiker, Physiker und Astronom Carl Friedrich Gauß. Viele „kennen“ ihn noch vom ehemaligen 10-DM-Schein, auf dem auch eine Skizze zur Triangulation zu sehen war. Hier auf dem Dörenberg arbeitete sein Sohn Joseph Gauß.

Vermessungsstein von 1830

Um den Text hier nicht ausufern zu lassen, empfehle ich den Lesern dieser Zeilen, sich selbst einmal mit Gauß zu beschäftigen, der genauso Genie wie eigenartiger Kauz war. Dazu muss man nicht trockene Fachliteratur lesen, sondern kann sich einen ersten Eindruck in Daniel Kehlmanns Roman „Die Vermessung der Welt“ von 2005 beschaffen. Über das Buch, für mich einer der besten deutschsprachigen Romane der letzten Jahre, könnte ich jetzt auch einige Seiten schreiben, aber nur kurz: Es verknüft literarisch und mit großen fiktiven Teilen die Lebensgeschichten von Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt, die beide die Welt auf ihre eigene Art und Weise „vermessen“. Einfach mal lesen!

Dann erreicht man über einen Weg unterhalb der Funkanlagen den zentralen Karlsplatz am oberen Ende der Karussellstraße. Nach Norden schaut man in das Gebiet von Georgsmarienhütte-Oesede. Wir benutzen aber nicht die asphaltierte Straße, sondern gehen geradeaus weiter und nördlich an der nächsten Antennen-Anlage vorbei. Der Terra.Track Kneipp to go dreht nun eine große Runde um den Gipfel des Grafensundern. Das ist mit ca. 315 Metern der zweithöchste Berg des Iburger Waldes. Nach der Umrundung erreichen wir wieder die Karussellstraße, der wir nun bergab folgen. Unten trifft man auf die Iburger Straße, die man überquert. Hier liegt der Wanderparkplatz Wittenbrink / Grafensundern / Urberg. Unterhalb des Parkplatzes führt ein schöner, gut ausgebauter Waldweg zwischen der Landesstraße und dem Sunderbach hindurch zu dem Wanderparkplatz Am Sunderbach.

Danach muss man wieder die Straße überqueren und oberhalb der Straße auf einem gewundenen, schmalen Pfad entlanggehen und dann geht es wieder berghoch in den Wald. Man überquert den Kolbach und kommt Gasthaus Zum Dörenberg. Man kann noch einen Blick auf die kleine Kapelle der Familie Bäumker werfen. An der Wand befindet sich der Spruch „Wälze die Last deines Weges auf den Herrn, und im Vertrauen zu ihm ruhe, er wird handeln.“ Dieser Vers aus Psalm 37 (auch ein schöner Kanon) bezieht sich wohl kaum auf den hier beschriebenen Rundwanderweg, sondern auf den Lebensweg.

Warum dieser TERRA.Track jetzt „Kneipp to go“ heißt, erschließt sich nur, wenn man die Wegvariante nimmt, die in Bad Iburg startet und ein Wassertretbecken besucht. Die ist dann aber auch fast drei Kilometer länger. Schöne Bilder gibt es auch im Wanderlogbuch von Wandervogel77.


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