Ostercappeln, Ostercappelner Rundweg

Wanderparkplatz Ostercappeln (fürs Navi: nahe Bahnhofstr. 2)

Ostercappelner Rundweg (ca. 13,5 km; ca. 3¼ Std.)

Dieser Rundweg um die Gemeinde Ostercappeln hat seine schönen und – um es gleich vorweg zu sagen – häßlichen Seiten. Landschaft und Ortschaft sind sicherlich sehenswert, aber der Rundwanderweg führt sehr viel über Asphalt und dabei auch an und auf viel befahrenen Autostraßen entlang.

Mitten im Ort steht am Zusammentreffen von Großer und Bahnhofstraße eine alte Wanderkarte von Ostercappeln und hier kann man auch gut in den Ostercappelner Rundweg starten. Durch die Gartenstraße geht es zum Kirchplatz mit der neugotischen Pfarrkirche St. Lambertus, einer dreischiffigen Hallenkirche. Der gegenüber dem Rest der Kirche sehr kleine wirkende Turm stammt noch vom romanischen Vorgängerbau. Architekt war der in unserer Gegend im 19. Jahrhundert sehr produktive Johann Bernhard Hensen aus Sögel.

Lambertuskirche

Über den hübschen Kirchplatz führt der Weg zur Bremer Straße. Man folgt dieser Hauptstraße an der evangelischen Pauluskirche vorbei nach Süden, auch noch wenn sie zur vielbefahrenen B51/65 geworden ist. Schließlich kann man die Bundesstraße vorsichtig überqueren und auf der anderen Seite in die Obere Heide einbiegen. Nach all dem Straßenlärm kann man aufatmen, denn jetzt beginnt ein schöner Teil des Weges.

In östlicher Richtung erreicht und überquert man die Schledehauser Straße und aus der Oberen wird die Große Heide. Hinter den Tennisplätzen biegt man nach Süden ab und durchquert auf der Nordhauser Straße den schmalen Waldstreifen. Dahinter geht es links in den Weg Zum Fange. Der Weg bleibt zunächst immer am Waldrand, hinter dem im April herrliche Flächen von Buschwindröschen leuchten. Schließlich geht es richtig in den Wald hinein, immer parallel zum Graben Große Heide. Am Ende erreicht man das Gelände von Gut Caldenhof.

Die Reste von Gut Caldenhof mit Windthorst-Gedenkstätte

Vom Herrenhaus sind nur noch die Grundmauer und Teile der Gräften vorhanden. Drinnen erinnert man selbstverständlich an Ludwig Windthorst, dem wohl bekanntesten Ostercappelner, der hier geboren ist. Der amerikanische Historiker Jonathan Steinberg schreibt in seiner Biographie „Bismarck. Magier der Macht“ über Windthorst: „Die Beharrlichkeit, Integrität und Courage, mit denen Windthorst gegen Bismarcks Autoritarismus und Rechtsverletzungen kämpfte, häufig entgegen den reaktionären Instinkten seiner eigenen Parlamentsfraktion, würden es verdienen, dass er in der heutigen Bundesrepublik Deutschland bekannter wäre und in höheren Ehren gehalten würde, als es der Fall ist.“ Das kann man Ostercappeln nicht vorwerfen, denn hier wird an jeder Ecke an diesen genialen Parlamentarier und Bismarck-Gegner erinnert, allerdings wohl mit der Absicht, den Ort vom Ruhm des Zentrumspolitikers profitieren zu lassen.

Über den Caldenhofer Weg erreicht man die Hitzhauser Straße. Dabei kann man noch einen Blick auf das nur rudimentär erhaltene Hitzhauser Megalithgrab werfen, immerhin Beleg, dass die Gegend schon im vierten Jahrtausend v. Chr. besiedelt war. Über die Hitzhauser Straße geht es zurück nach Ostercappeln. Während des langen und öden Weges auf der Straße überquert man den Caldenhofer Graben und passiert eine wunderschöne, von Weitem sichtbare Hainbuchenlaube und schließlich geht es auch über die B51/65.

Gleich nach der Brücke biegt man in die Siedlung ein und geht wieder hinunter zur Bremer Straße. Auch dieser großen Straße muss man ein gutes Stück nach Osten folgen, aber immerhin gibt es dieses Mal einen Fußweg. Endlich kann man wieder nach links abbiegen, hoch zum Waldrand am Berg. Auf einer Bank kann man eine schöne Pause mit Ausblick auf Ortschaft und Bundesstraße machen, denn man hat jetzt ungefähr acht Kilometer unter den Sohlen.

Blick auf Ostercappeln

Dann geht es weiter den Berg hoch zum Wittekindsweg, dem Kammweg des Wiehengebirges. Mit dem Wittekindsweg, aber auch gleichzeitig auf dem DiVa-Walk verläuft der Ostercappelner Rundweg nach Westen zur Windthorst-Brücke über die Bahnhofstraße. Von oben kann man auch den Wanderparkplatz Windthorstbrücke sehen.

Es geht immer geradeaus weiter, unterhalb des Sportplatzes und an einer Schutzhütte vorbei, bis man in die Bergstraße einbiegt. Hier hat man zwischen den Häusern hindurch tolle Ausblicke über den steilen Nordhang des Wiehengebirges. Am Ende der Bergstraße findet man die Marienkapelle von 1856. Hinter der Kapelle geht es wieder in den Wald, immer auf dem Kammweg bis der Weg über einen Sporn zur förmlich in den Wiehen hineingeschnittenen Bahnlinie hinunterführt. Schließlich geht es an der Böschung des Bahndamms hinunter bis zur Venner Straße, der Kreisstraße 415. Hier kann man überlegen, ob man nach rechts abbiegt, denn hinter der Bahnunterquerung liegt das Gut Krebsburg.

outdooractive indexDer Ostercappelner Rundweg biegt aber nach links ab und folgt der Venner Straße vorbei am Rathaus zum Ortsmittelpunkt und Startpunkt unserer Tour. Die ist unterwegs mit einem weißen Punkt erstaunlich gut gekennzeichnet, in der Regel auf gut und weit sichtbarem roten Hintergrund. Trotzdem können GPS-Daten nie schaden. Ein kleiner Schlenker zum Kirchplatz mit den Einkehrmöglichkeiten, z. B. dem Akropolis ist vielleicht noch drin.


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