Schulzentrum Sonnenhügel, Landwehrwanderung 4 „Von der Knollstraße zur Halle Gartlage“ und zurück

Startpunkt Schulzentrum Sonnenhügel (fürs Navi: Knollstraße 149)

Landwehrwanderung 4 „Von der Knollstraße zur Halle Gartlage“ und zurück (ca. 3,3 km; ca. 3/4 Std.)

Was kann man aus einer ehemaligen Landwehr Besseres machen als einen Spazierweg? In Osnabrück hat man das an mehreren Stellen so gemacht, so unter anderem auch in den Stadtteilen Sonnenhügel und Gartlage. Eine sogenannte Landwehrwanderung wird auf diesem Blog auch schon beschrieben, und zwar die vom Nettebad Richtung Süden.

Am Schulzentrum Sonnenhügel an der Knollstraße kann man starten, um das nächste Stück dieser ca. 600 Jahre alten Befestigung abzulaufen. Dazu biegt man hinter dem Stromhäuschen rechts in den Grünzug ein. An dieser Kreuzung befand sich seit dem Mittelalter ein Baumhaus, also ein Schlagbaum, der den Durchgang durch die Landwehr regelte.

Am Bolzplatz vorbei geht es nach Süden. Links vom Weg befindet sich zwar schon der Landwehrgraben, ansonsten ist hier aber von der alten Landwehr noch nichts zu sehen. Der Graben ist hier aber auch heute noch eine Grenze, nämlich zum Stadtteil Dodesheide. Nach einiger Zeit merkt man dann, dass der Weg sich gegenüber dem Umfeld abhebt. Man geht also auf einem der ehemaligen Wälle, die hier die Abgrenzung zur Gemarkung Schinkel war.

Mit geübtem Auge zu erkennen: Die Wölbäcker in der Gartlage

Außerdem erkennt man, sobald man in den Wald der Gartlage kommt, rechts vom Weg im Großen Pagenkamp, wie die Waldfläche heißt, viele langgezogene, wellenförmige Erhebungen. Allerdings sind die Erhebungen eher schwach und man muss schon genau in den Buchenwald hineinsehen. Die langgestreckten Wellen sind Reste sogenannter Wölbäcker. Die Wölbungen entstanden durch die Pflugtechnik der Bauern, die sich hier vor Jahrhunderten abmühten.

Man erreicht eine Wegkreuzung im Wald und geht vom Sonnenhügel hinüber in den Stadtteil Gartlage. Östlich vom Landwehrgraben beginnt schon das Widukindland. Die Wälle werden etwas deutlicher, besonders parallel zum Zaun der KME.

Die Wälle der ehemaligen Osnabrücker Landwehr bei KME

Schließlich macht unsere Landwehrwanderung vor dem Sandbach, in den der Landwehrgraben hier mündet, einen Knick nach rechts. Historisch gesehen ist das eine ganz interessante Stelle, denn an dieser Einmündung versuchten die Schweden während der Belagerung im Dreißigjährigen Krieg, genauer im Jahr 1633, den Sandbach über den Landwehrgraben nach Norden in die Nette abzuleiten. In dieser ebenen Gegend wird es möglich gewesen sein, den unteren Teil des Landwehrgrabens „rückwärts“ fließen zu lassen. Die Osnabrücker Befestigung verlor damit einen wichtigen Bestandteil. Tatsächlich gelang es den Schweden, die Stadt einzunehmen.

Dem Sandbach folgend erreicht man hinter der Halle Gartlage die Schlachthofstraße. Für Spaziergänger und Radfahrer ist hier die prächtige Silberlindenallee interessant. Ihr folgen wir noch ein paar Meter bis zur Einmündung der Baumstraße.

Dort drehen wir um und gehen den Weg zurück. Im Wald der Gartlage können wir rechts des Hauptweges einen schmalen Pfad durch den Mischwald als Alternative wählen. Er ist abwechslungsreicher und führt bald wieder auf den Landwehrspazierweg. Über den kommen wir dann bald zu unsrem Ausgangspunkt am Schulzentrum. Die GPS-Daten können helfen, den Pfad zu finden.

Alle wichtigen Informationen zu den Landwehrwanderungen findet man in diesem schön gemachten Erkundungsführer von Prof. H. Peucker, leider nur noch selten zu bekommen:

 

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