Bahnhof Willebadessen, Eggeweg, Etappe „Willebadessen – Blankenrode“

Wanderparkplatz Bahnhof Willebadessen (fürs Navi: Am Bahnhof 1)

Eggeweg, Etappe „Willebadessen – Blankenrode“ (ca. 21,4 km, ca. 6¼ Std.)

Nach dem Hermannsweg will man natürlich als zweiten Teil der Hermannshöhen auch den Eggeweg erwandern. Wir haben das in vier schönen Etappen gemacht: Die erste begann in Leopoldstal, die zweite in Bad Driburg. Jetzt geht es an die dritte ab dem Bahnhof Willebadessen. Das heißt, dass man zunächst den Zuweg vom Bahnhof zum Eggeweg auf dem Kamm des kleinen Gebirszug meistern muss. Ist man aber erst einmal oben, verläuft der Weg relativ eben.

Schon beim gut gekennzeichnete (>) Aufstieg kann man die Schönheit des Stadtwaldes Willebadessen und des Landschaftsschutzgebietes Hirschstein genießen. Vorbei an einem gewaltigen Ehrenmal vor einer steilen Felswand erreicht man über schöne Pfade den Wanderparkplatz Alte Eisenbahn an der L763. Eine Schutzhütte lädt zur Rast ein, aber man ist ja gerade erst „warmgelaufen“. Mit dem Eggeweg folgt man der Landesstraße nach Süden. Dabei überquert man den Pass, den die „Alte Eisenbahn“ der Cöln-Mindener-Thüringer Eisenbahngesellschaft im 19. Jahrhundert durchtunneln sollte. Aus dem Projekt ist aber nichts geworden. An den Einstichstellen auf der Ost- und Westseite sind aber schöne Schluchten erhalten geblieben.

Das Försterkreuz steht nicht für den absterbenden Fichtenwald, sondern für die von Wilderern ermordeten Förster.

Vorbei am kleinen, versteckten Denkmal „Kleiner Hergott“ erreicht man das Försterkreuz. Es erinnert ganz konkret an die Ermordung der Förster Gieß, Steinsträter (ein weiteres Kreuz gibt es für Förster Krahe) durch Wilderer in den 1880er Jahren und allgemein an die oft tödlichen Auseinandersetzungen zwischen den Jägern und den Wilddieben. Da mutet es etwas makaber an, dass ein weiterer Wanderweg der hier vorbeikommt, als Wilderer-Wanderweg vermarktet wird.

Bierbaums Nagel

Wir folgen dem Eggeweg knapp oberhalb der Teutoniaklippen immer weiter Richtung Süden, bis wir einen Abzweig zu Bierbaums Nagel erreichen. Das ist ein einsam im Borlinghausener Holz gelegener Aussichtsturm von 1849. Bankier Bierbaum vom zwei Kilometer entfernten Schloss Borlinghausen ließ ihn für seine Gattin erbauen. Außerdem befinden sich hier schöne Rastmöglichkeiten.

Nach Rast und Turmbesteigung geht es wieder zurück auf den Eggeweg und auf dem zunächst weiter durch die Waldeinsamkeit nach Süden. So erreicht man die Borlinghauser Hütte. Hier knickt der Eggeweg nach Westen ab. Auf dem Bördenweg überqueren wir die B68. Wie bereits des Öfteren folgt der Fernwanderweg auch hier ungefähr der Grenze zwischen den Kreisen Paderborn und Höxter. Beim weiteren Verlauf des Weges wird man unweigerlich mit den unschönen Folgen der Klimaerwärmung konfrontiert. Hektar um Hektar Fichtenwald vertrocknet und wird im großen Stil abgeholzt. Da tröstet auch nicht, dass der Blick nun bis zum Willebadessener Fernsehturm zurückschweifen kann.

Inmitten dieser Mondlandschaft trifft der Eggeweg auf den Abzweig zur Nadel, einer kleinen etwas südlich gelegenen Erhebung von 413 Metern Höhe, eigentlich mehr einerAussichtsmöglichkeit am südlichen Ende der Hardehauser Klippen. Und hier ist es tatsächlich noch schön grün. Durch die von den Klippen abgesprengten Blöcke geht es hinunter, später auf lehmig-sandigem Boden, insgesamt recht steil.

An der Nadel ist noch alles grün. Ausblick von der süd-westlichen Ecke der Hardehauser Klippen

So erreicht man die Blankenroder Straße und kurz dahinter Roters Eiche. Leider ist die Schutzhütte schon etwas in die Jahre gekommen, aber eine Bank zum Rasten war vorhanden. Außerdem betreten wir hier das für seine scheuen Schwarzstörche bekannte Schwarzbachtal. Wir haben aber keinen gesehen. Durch den Papengrund, einen Einschnitt zwischen Hüttchenberg im Norden und Stuckenberg im Süden geht es zur Blankenroder Stadtwüstung.

Der Eggeweg macht hier einen Schlenker durch die Reste der schon in den Kriegswirren des Mittelalters aufgegebenen Stadt. Er führt zunächst auf dem Außenwall zum ehemaligen Stadtbrunnen und zum Burgwall, dann quer durch das Wüstungsgebiet zurück nach Westen. Die Stadtwüstung ist medial gut aufbereitet, Hörstationen berichten über das ehemalige Leben in Blankenrode. Man könnte sich hier lange aufhalten, aber wir haben ja schon einige Kilometer in den Knochen. Nach einem weiteren Kilometer kommt man zur Blankenroder Hütte und kurz dahinter aus dem Wald heraus in das heutige Blankenrode, den südlichsten Stadteil von Lichtenau. Dort liegt direkt der Wanderparkplatz Blankenrode.

Für diejenigen, die lieber Rundwanderwege in dieser Gegend machen, bietet sich Bernhard Pollmanns Rother-Wanderführer Teutoburger Wald an. Dort gibt es mehrere Vorschläge, die über Teile des Eggewegs führen:

Die beiden Klassiker zum Eggeweg!

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