Senne, Bahnhof Windelsbleiche, Bielefelder Lämmerweg, Teilstrecke 4 „Bahnhof Windelsbleiche – Osthusschule – Bahnhof Windelsbleiche“

Wanderparkplatz Bahnhof Windelsbleiche

Lämmerweg, Teilstrecke 4 „Bahnhof Windelsbleiche – Osthusschule – Bahnhof Windelsbleiche“

Kennzeichnung der Hauptroute des Lämmerwegs

Der Bielefelder Lämmerweg ist eine hervorragende Möglichkeit, in der Nähe der Großstadt Natur und Kulturlandschaft kennenzulernen. Bei der Beschreibung der zweiten Teilstrecke finden Sie das Grundsätzliche zu diesem interessanten Wanderweg und Naturschutzprojekt. Vor allem wir dort auch auf den gelungenen Wanderführer hingewiesen, ohne den man nicht losgehen sollte. Besonders diese vierte Teilstrecke ist streckenweise schlecht beschildert, so dass die in dem Führer vorhandenen Karten und Streckenbeschreibungen unbedingt zu empfehlen sind. Außerdem wusste schon der alte Goethe: „Man sieht nur, was man weiß.“ Siehe auch meine Seite Literatur.

In dem Wanderführer („Naturerlebnisführer“) wird die vierte Teilstrecke als Königsetappe des Lämmerwegs bezeichnet. Dies liegt wohl nicht nur an der Länge von 17,4 Kilometern, sondern auch an den landschaftlichen und kulturhistorischen Reizen der Strecke. Die 17,4 km teilen sich auf in 7,4 km auf der Hauptstrecke und 10 km Rückweg.

Vom Parkplatz am Bahnhof Windelsbleiche spaziert man zunächst durch diesen zentralen Ortsteil des Stadtbezirks Senne, an der Christuskirche und dem Industrieareal Windel vorbei bis kurz vor die lärmende A 2. Parallel zum Neubau der A 33 kommt man an der neuen Grünbrücke über die Autobahn (Lohmannsweg) vorbei zu dem Naturreservat Rieselfelder Windel, dem Kleinod dieses Weges. Aus den ehemaligen Flächen für die Verrieselung der Industrieabwässer ist hier ein Schutzgebiet für seltene Brut- und Zugvögel entstanden. Tiefgreifende Naturschutzmaßnahmen inklusive der streckenweise Renaturierung des Reiherbachs haben eine wildnisähnliche Landschaft hervorgebracht.

In den Rieselfeldern Windel

Die Stiftung Rieselfelder Windel hat die Flächen durch Aussichtskapseln und Rundwege erschlossen. Auf dem Internet-Auftritt der Stiftung kann man sich vielfältig informieren. Man kann auch die Biologische Station in der Niederheide besuchen. Hier gibt es auch den Wanderparkplatz Naturreservat Rieselfelder Windel, an dem die Rundwege durch die Rieselfelder starten und wo einige Informationen zu bekommen sind. Es bleibt zu hoffen, dass die A 33 hier nicht allzu großen Schaden anrichtet.

Der Lämmerweg führt dann zum Wanderparkplatz Osthusschule, dem Endpunkt des Hinwegs, an dem man die Hauptroute des Bielefelder Lämmerwegs verlässt. Das Schulmuseum in der ehemaligen Volksschule hat immer am Dienstagnachmittag geöffnet, genauere Informationen auf der Homepage. Im Garten gibt es einige Rastmöglichkeiten.

Während der Lämmerweg zum Landschaftspflegehof Ramsbrock leitet, führt der Rückweg der vierten Teilstrecke zunächst durch den Senner Ortsteil Windflöte bis zum Hof Beckel, dem südlichsten Punkt unserer Etappe. Durch die schöne Beckelheide gelangt man zurück auf die Hauptroute. Nun kann man bald über den Eisterfeldweg zwischen Wilhelmsdorfer und Krackser Straße abkürzen und ist schnell wieder am Ausgangspunkt.

Im Gebiet der Rieselfelder Windel

Neben den Rieselfeldern Windel sind besonders die alten Hofstellen interessant, die man unterwegs passiert und die teilweise schon seit der Frühen Neuzeit bekannt sind: Hof Reckmann, Hof Rochol, Scherpel (schon seit dem Mittelalter), Toppmann, Miele, Beckel, Tönsmeise. Man kann sich dabei vorstellen, wie es in der Senne aussah, wie hier gelebt und gewirtschaftet wurde, bevor die Industrialisierung und die Fluchtbewegungen am Ende des Zweiten Weltkriegs für Wohnungsnot und in dessen Folge für die großen, neuen Siedlungen sorgten, die heute den Stadtbezirk Senne prägen.

Am Rand der Großstadt
Am Rand der Großstadt

Windflöte, Windelsbleiche und auch Buschkamp waren vorher einsame, rein landwirtschaftliche orientierte Gegenden mit vereinzelten Höfen und kleineren Streusiedlungen. Da hat sich einiges verändert.

Stieghorst, Eisgrund, Bielefelder Lämmerweg, Teilstrecke 2 „Eisgrund – B68 – Eisgrund“

Wanderparkplatz Eisgrund

Lämmerweg, Teilstrecke 2 „Eisgrund – B 68 – Eisgrund“

Der Wanderparkplatz Eisgrund liegt in der alten Bauernschaft Lämershagen direkt an der Lämershagener Straße, dort, wo die Hochspannungsleitungen der Straße am nächsten kommen. Straße und Stromtrasse zwängen sich hier durch das Tal zwischen Hellegrundsberg im Westen und Eisgrundsberg im Osten. Und auch der Bielefelder Lämmerweg zieht hier durch.

Der Lämmerweg ist ein Folgeprodukt des Bielefelder Schafbeweidungsprojekts, in dessen Rahmen die Schafe und Ziegen der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel mehrfach im Jahr vom Teutoburger Wald in die Senne wandern. Die Tiere verhindern durch ihren Verbiss die Verbuschung bzw. Verwaldung und halten die Landschaft unter der Stromleitung offen. Dabei leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz, denn auf den erhaltenen oder entstehenden Magerrasen und Heiden können sich Tiere und Pflanzen halten, die auf diese speziellen Kulturlandschaften angewiesen sind. Mit dem Lämmerweg können diese Errungenschaften den interessierten Spaziergängern nahegebracht werden.

Dazu gehört auch, dass es zu dem Wanderweg einen schön gemachten, dicken und informativen Wanderführer gibt, den man sich entweder hier anschauen und ausdrucken kann, oder – viel besser – kostenlos beim Bezirksamt Senne (Windelsbleicher Str. 242) oder anderswo in Buchform abholen kann. Da ich jedem Naturfreund empfehle, sich dieses Buch zu organisieren, kann ich mich hier auf WandererMartin natürlich auch ganz kurz halten.

Der Bielefelder Lämmerweg führt insgesamt auf ca. 22 Kilometern von Ubbedissen zum Landschaftspflegehof Ramsbrock. Die Gestalter vom Naturschutzzentrum Senne haben den Weg in fünf Teilabschnitte unterteilt, die jeweils mit Rückwanderrouten versehen sind, so dass auch fünf schöne 9/11Rundwanderwege entstanden sind. Während die Hauptroute durchgängig durch weiße „Wanderschafe“ auf schwarzem Grund gekennzeichnet ist, haben die einzelnen Rückwege eine bestimmte, jeweils andere Farbe. 9/11Grün  ist die Farbe von Teilstrecke zwei, wie sie auch auf den Wanderkarten an den Wanderparkplätzen zu erkennen ist. Man muss schon sagen, dass die Aufbereitung des Lämmerweges mit allem drum und dran sehr gut gelungen ist.

Das Teilstück 2 vom Eisgrund zum Mitfahrerparkplatz auf der Brücke über die B 68 und wieder zurück ist die kürzeste der fünf Teilstrecken: Hinweg 3,1 km, Rückweg 4,5 km, Rundweg 7,6 km. Mit ein paar Metern rechts und links können es schnell auch mehr werden.

Wer mit dem Naturerlebnis zugleich Ruhe und Einsamkeit verbindet, ist hier falsch, das muss man so deutlich sagen. Im Behrendsgrund begegneten mir nicht nur Frauchen mit Hunden und Müttern mit Kinderwagen, natürlich auch Walker und Jogger und Mountainbikefahrer, aber auch Reiter, Jungen mit ihren ferngesteuerten, benzinmotorgetriebenen Modellautos und sogar – obwohl streng verboten – Motocross-Motorräder. Der Sandboden scheint eben nicht nur für Eidechsen verlockend zu sein. Dementsprechend laut ist es hier auch, besonders auch durch die Autobahn A 2 in direkter Nachbarschaft und die B68. Und eine Schönheit ist die vorbeiziehende LKW-Karawane genauso wenig wie die doppelte Hochspannungsleitung. Aber man ist ja auch in einer Großstadt.

9/11
Auf der Haart

Teilstrecke 2 führt durch das Naturschutzgebiet Behrendsgrund mit der Freifläche Auf der Haart. Von dort geht es durch den Wald zur Rückseite des ehemaligen Schießstands Rifle Range, schon ganz in der Nähe des Wanderparkplatz B68 / Mitfahrerparkplatz auf der Brücke. Hier beginnt die Rückwanderroute, die durch den Reiterweg und dann an der alten Landwehr entlang zum Senner Hellweg führt. Auf diesem geht es über die Osningstraße durch die Siedlung Buschkamp-Nolkenfeld, am Rolf-Wagner-Haus vorbei wieder berghoch in den von Kiefern dominierten Mischwald. Hier oben kann man dann auf welligen Wegen auch so etwas wie Ruhe finden. Man gelangt zum Wanderparkplatz Am Togdrang / Buschkamp, an dem man wieder die Osningstraße überquert. Dann geht es über die alte Deponie Senne wieder zur Haart und zurück zum Wanderparkplatz Eisgrund.

9/11
Blick auf die Hügelkette des Teutoburger Waldes vom Reiterweg