Schöne Aussicht Bad Driburg, Eggeweg, Etappe „Bad Driburg – Bahnhof Willebadessen“

Wanderparkplatz Schöne Aussicht Bad Driburg (fürs Navi: auf der Zufahrt zu Westenfeldmark 6)

Hermannshöhen, Eggeweg, Etappe „Bad Driburg – Schöne AussichtHerbram-WaldBahnhof Willebadessen (ca. 20,4 km inkl. Auf- und Abstieg; ca. 5½ Stunden plus Pause)

Da die letzte Etappe auf dem Eggeweg mit einem steilen Abstieg vom Wanderparkplatz Schöne Aussicht hinunter nach Bad Driburg endete, ist es klar, dass die heutige Etappe mit einem kräftigen Aufstieg beginnt. Man sollte es also langsam angehen lassen, wenn man aus Bad Driburg am Schützenplatz vorbei zum Eggeweg hinaufwandert. Ca. 200 Höhenmeter sind auf den knapp 2½ Kilometern zu ersteigen.

GPSies - Schöne Aussicht Bad Driburg, Eggeweg, Etappe Bad Driburg - Bahnhof WillebadessenOben angekommen kann man aber zunächst einmal etwas durchatmen und die Aussicht genießen, die dem Wanderparkplatz und der Schutzhütte den Namen gab.

Die Schöne Aussicht am Eggeweg über Bad Driburg

Nun geht es weiter gen Süden und Westen. Außerdem führt der Eggeweg hier fast durchweg durch dichten, geschlossenen Wald. Als geologische Besonderheit wird in der Nähe der Klusenhütte auf einen Erdfall hingewiesen. Ca. 10 Meter ist die Erde infolge von Auflösungserscheinungen im Mittleren Muschelkalk hinuntergesackt.

Weiter geht’s auf dem Eggeweg: Schmale Trampelpfade neben den größeren Forstwegen machen das Wandern noch schöner. Schließlich erreicht man kurz nach der Radbaumhütte die Landesstraße 828, die man überqueren muss. Der Eggeweg folgt dann der L817, dankenswerterweise wurde aber neben oder auch unterhalb der Straße ein Pfad angelegt, der durch urtümliche Ecken führt, durch dichten Farnbewuchs und über kleinere Wiesenstücke. Schließlich kommt man wieder auf den Fußweg an der Landesstr. 817, der Bahnhofstraße, und erreicht so die Siedlung Herbram-Wald. Die Ortschaft ging aus einem WiFo-Lager hervor, das im Zeiten Weltkrieg angelegt wurde. Die WiFo, die Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft produzierte und lagerte hier wie auch anderswo unter dem nichtssagenden Tarnnamen Treibstoffe und Munition für die Wehrmacht. Die planmäßige Anlage der Straßen in dieser Rodungsinsel erzählt noch heute diese Geschichte.

Für den Wanderer auf dem Eggeweg ist vielleicht interessanter, dass es in dem heute zu Lichtenau gehörenden Herbram-Wald eine schöne Einkehrmöglichkeit gibt, nämlich das Golfstübchen. Insgesamt sind die ja am naturbelassenen X-Weg eher Mangelware. Im Biergarten des Golfstübchens aber kann man unter alten Bäumen den Rucksack absetzen und eine schöne Pause einlegen.

Über die Herbramer Straße geht es dann zurück in den Wald der Egge, in dem auch die Asselner Hütte liegt, einsam im Asselner Wald. Kilometer für Kilometer spaziert man auf dem Eggekamm gen Süden, immer nahe an der östlichen Abbruchkante. Manchmal kann man herantreten und die Steinblöcke erkennen, die die Kante bilden, so die Klippen am Paderborner Berg.

Klippen am Paderborner Berg

An einer kleinen Kreuzung an der Paderborner Berg-Hütte ergeben sich zwei Varianten. Man kann auf dem offiziellen Eggeweg über die Willebadesser Hütte weiterwandern bis zum Fernsehturm bzw. zum Lichtenauer Kreuz mit der Johann-Kiene-Hütte und von dort aus dann hinunter Richtung Willebadessen. Man kann hier aber auch links abbiegen und dem Wanderweg A7 folgen, der allerdings den Weg zum Bahnhof Willebadessen nur wenig abkürzt, aber auch einige Höhenmeter erspart. A7 führt hinunter zur Bahnlinie bzw. zu den Tunnelbauwerken des Eggetunnels und es ist ganz interessant zu sehen, welcher Aufwand zu so einem Tunnelbauwerk dazugehört: Notausstiege und -einfahrten, asphaltierte Rettungswege, Belüftung usw., auch welche Betonmassen verbaut wurden, um die Schienentrasse vor den Bewegungen des Gebirges zu schützen.

Schließlich erreicht man die Bahnhofstraße und den Bahnhof Willebadessen mit Wanderparkplatz.

 

Leopoldstal, Eggeweg, Etappe „Velmerstot – Schöne Aussicht Bad Driburg“

Wanderparkplatz Leopoldstal (fürs Navi: Horn-Bad Meinberg, Silbergrund 62A)

Hermannshöhen, Eggeweg, Etappe „Leopoldstal – Velmerstot – Rehberg – Schöne Aussicht – Bad Driburg“ (ca. 20, 2 km inkl. Auf- und Abstieg; ca. 6 Std. inkl. kleinerer Pausen)

Wer den Hermannsweg abgewandert hat, macht häufig mit dem Eggeweg weiter. Beide Fernwanderwege zusammen ergeben die Hermannshöhen. Das Ende des Hermanns und der Anfang des Eggewegs decken sich ab den Externsteinen, wo der Eggeweg offiziell beginnt. Also findet sich die erste Etappe des X-Wegs, wie der Eggeweg wegen seiner Kennzeichnung auch genannt wird, auch schon in diesem Blog, nämlich innerhalb der Beschreibung der letzten Etappe des H-Weg von Berlebeck nach Leopoldstal.

Dieser Blogeintrag beschreibt also meine zweite Eggeweg-Etappe, und zwar vom Velmerstot mit seiner Doppelkuppe zur Iburg über Bad Driburg. Der Velmerstot ist die höchste Erhebung des Teutoburger Waldes und des Eggegebirges, dementsprechend auch die höchste Stelle von Hermanns- und Eggeweg. Vom Wanderparkplatz Leopoldstal muss man also zunächst einmal kräftig bergauf wandern, ca. 180 Höhenmeter sind auf den gut eineinhalb Kilometer vom Wanderparkplatz an der Freiwilligen Feuerwehr Leopoldstal zum lippischen Velmerstot zu erklimmen. Wer am Bahnhof Leopoldstal startet, hat noch 700 Meter mehr zu laufen.

GPSies - Leopoldstal, Eggeweg, Etappe Velmerstot - IburgEs ist immer wieder schön, wenn sich nach dem anstrengenden Aufstieg der Wald lichtet und die Bergheide mit Blaubeeren und Heidekraut das baldige Erreichen des Gipfels (441 m) ankündigt (siehe Beitragsbild oben). Auf den Felsen auf dem Lippischen Velmerstot sollte man unbedingt eine Verschnaufpause einlegen und das tolle Panorama genießen.

Der Kammweg zwischen Preußischem und Lippischem Velmerstot

Man sieht auch schon den Eggeturm auf dem noch etwas höheren Preußischen Velmerstot (468 m). Wie die Namen der Kuppen schon verdeutlichen, überschreitet man zwischen den beiden kleinen Gipfeln die ehemalige Grenze zwischen Lippe und Preußen. Das die Aussicht vom Eggeturm ebenfalls eine ganz besondere ist, versteht sich von selbst.

Irgendwann muss man sich vom Ausblick losreißen und auf dem Eggekamm ziemlich genau nach Süden marschieren. Dankenswerterweise wurde ein schmaler Pfad angelegt, so dass man nicht auf der parallelen, asphaltierten NATO-Straße gehen muss. Der Eggeweg führt nun bis zum Rehberg auf fast acht Kilometern durch das Naturschutzgebiet Egge-Nord, bleibt dabei immer auf dem zuweilen recht schmalen und durchweg von Fichten bestandenen Kamm. Verschiedenartige Gedenkstellen (am bekanntesten der Beda-Stein), Sitzgelegenheiten und Schutzhütten lockern die Strecke auf, besonders auch die Aussichtsmöglichkeiten, die sich immer wieder bieten, zumeist über den Ostabhang der Egge.

An der Rehberghütte wird an die königlich Preußische Telegrafenlinie erinnert. Über den Rehberg-Pass führt die Landesstraße 755, darunter unmerklich der Rehbergtunnel, der hier die Egge kreuzt. Hinter der Einsattelung geht es wieder etwas hinauf zu Trötenberg und Dübelsnacken (436 m). Kurz dahinter erricht man die Knochenhütte, deren Name an das Gut Knochen erinnert, dessen Ländereien man als große Lichtung im Eggewald zur Linken des Wanderwegs liegen sieht.

Die Lichtung von Gut Knochen im Osthang der Egge

Schließlich erreicht und überquert man die Bundesstraße 64. Da man nun ja schon einige Kilometer in den Beinen hat, sollte man die Einkehrmöglichkeit des Eggekrugs nutzen. Man erkennt schon am Gelände – der Eggekrug liegt genau auf einer kleinen Passhöhe – dass es sich hier um eine alte Poststation handelt, wo man sich um Postreisende und -pferde kümmerte. Deswegen wird der nahe Wanderparkplatz auch Alter Postweg / Eggekrug genannt.

Nach der kurzen Erholung nimmt man den „Endspurt“ in Angriff. An der Driburger Hütte vorbei erreicht man den großen Wanderparkplatz Schöne Aussicht Bad Driburg. Hier muss man sich entscheiden, ob man noch den kleinen Umweg (ca. 700 m) über die Iburg mitnimmt oder direkt nach Bad Driburg absteigt (ca. 2,2 km bis zum Ortsmittelpunkt an der Kirche). Die frühmittelalterliche Iburg wurde in späteren Zeiten zur steinernen Höhenburg ausgebaut, ihre Ruine kann besichtigt werden und in der Sachsenklause kann auch eingekehrt werden. Der Kaiser-Karls-Turm dient als Aussichtsturm.

Beim Abstieg merkt man deutlich, warum man vom östlichen Steilabfall der Egge spricht. Vorbei am Schützenplatz Bad Driburg kommt man nach unten in die Stadt, wo man sich eine Einkehr verdient hat, z. B. im Braunen Hirsch, wo man auch gut übernachten kann, wenn man am nächsten Tag auf dem Eggeweg weiterwandern will: Die nächste Etappe führt dann nach Willebadessen.