Felsen, Torfwerk Hahnenmoor, Rundwandermöglichkeit 1

Startpunkt Torfwerk Hahnenmoor (fürs Navi: Herzlake, Grafelder Str. 44)

Rundwandermöglichkeit 1 (ca. 4 km; ca. 1 Std.)

Das Hahnenmoor zwischen dem emsländischen Herzlake und dem osnabrückischen Berge ist ein wiedervernässtes Hochmoor. Es entstand in den vergangenen Jahrtausenden in einer Senke, nachdem sich die hier durchfließende Hase einen anderen Weg gesucht hatte. Das im stehenden Wasser absterbende Pflanzenmaterial bildete Moortorfe, die die Menschen bis Ende 1988 erst handwerklich und dann industriell abbauten. Danach begann die Renaturierung des zerschundenen Moores.

Heute ist es ein besuchenswertes Naturschutzgebiet, das man am besten vom ehemaligen Torfwerk aus erreicht. Das Torfwerk in der ehemaligen, heute zu Herzlake gehörenden Gemeinde Felsen ist selbst ebenfalls einen Besuch wert, auch starten hier Führungen und Lorenfahrten.

Im Hahnenmoor 20200521_153119
Im Hahnenmoor

Vom Torfwerk Hahnenmoor gibt es einen Verbindungsweg zum Naturschutzgebiet. Über eine Behelfsbrücke erreicht man den Neulanderweg, der die Grenze darstellt und über den auch der Hünenweg verläuft. Hier halten wir uns links und erreichen so einen Beobachtungsturm mit vielen Informationstafeln zu Natur und Geschichte des Hahnenmoors. Auf dem Weg weiter nach Osten kommt man tiefer ins Moor, das hier von Feucht- und Nassflächen mit skurrilen, absterbenden Bäumen geprägt ist. Im Mai leuchten die weißen Büschel des Scheidigen Wollgrases in großer Menge.

Scheidiges Wollgras im Mai

Auf dem Wettruper Moordamm geht es dann rechts ab und am nächsten Abzweig wieder. So kommt man ins Klein Dohrener Moor, einen Bereich des Hahnenmoors, in dem die Glockenheide besonders ins Auge fällt. Ansonsten fasziniert die Gegend durch die große Stille: Wind rauscht in den Büschen und im Röhricht, Vögel zwitschern und Frösche quaken, mehr nicht.

outdooractive indexAuf der kleinen Birkhahnstraße, der westlichen NSG-Grenze geht es wieder rechts und an der nächsten Kreuzung an einer großen Hofstelle wieder. So kommt man wieder zu der kleinen Brücke, an der der Zubringerweg zum Torfwerk Hahnenmoor beginnt. Hier kann man jetzt noch auf eine Tasse Kaffee oder etwas Buchweizenkuchen einkehren.

Bei TERRA.vita kann man eine Karte mit den Rundwandermöglichkeiten und Informationen herunterladen.

Rödinghausen, Oberschulten Hof, Naturerlebnis Wiehengebirge, Waldgeschichte(n)

Wanderparkplatz Oberschulten Hof (fürs Navi: Kirchweg 16)

Rundweg Naturerlebnis Wiehengebirge. Waldgeschichte(n) (ca. 3,2 km; ca. 1 Std.)

outdooractive indexIn Rödinghausen gibt es das Projekt Naturerlebnis Wiehengebirge. Dazu gehören drei Wegschleifen, mit einer Länge von zwei bis 3,4 Kilometern eher Spazier- als Wanderwege, die allerdings teilweise ordentliche Steigungen aufweisen. Der mit einem blauen Dreieck gekennzeichnete Rundweg nennt sich Waldgeschichte(n), da er an einigen Stationen und in der Natur über die Zusammenhänge von Ur- und Nutzwald informieren will. Vor allem ist es aber ein schöner Rundweg durch einen schönen Wald mit Sehenswürdigkeiten auf dem Kamm des Wiehengebirges.

Vom Wanderparkplatz Oberschulten Hof hinter der Bartholomäuskirche geht es bergauf, zunächst durch einen Hohlweg mit beeindruckend hohen und steilen Wänden. Weiter steigt der Weg über einen Wiesenweg bis zum Sträßchen Zum Nonnenstein. Schon hier gibt es schöne Ausblicke über das Ravensberger Land.

Man erreicht einen Bienenlehrstand und den Weg In der Gehle. Dem folgen wir westwärts, so dass wir oberhalb der Jugendherberge entlang gehen. Kurz dahinter biegt ein Pfad rechts ab, berghoch durch den Wald. Dabei queren wir den Rödinghauser Bergweg und erreichen schließlich an einer großen Raststation den Wittekindsweg.

Nonnensteinturm 20200513_161823
Mitten im Wald: Der Aussichtsturm auf dem Nonnenstein

Diesem bekannten Fernwanderweg übers Wiehengebirge folgen wir in Richtung Osten. Vorbei an Klippen mit interessanten geologischen Schichtungen erreichen wir bald den Nonnenstein-Turm, den man auch besteigen kann. Der Berg Nonnenstein, von dem der Aussichtsturm seinen Namen hat, ist die höchte Erhebung in der Gemeinde Rödinghausen. Allerdings sind die umstehenden Bäume mittlerweile meist höher als der 14 Meter hohe Turm, so dass die Weitsicht doch etwas eingeschränkt ist. Ein paar Meter weiter befindet sich ein (noch kleinerer) Bismarck-Turm.

Hinter dem Bismarck-Denkmal geht der Weg hinunter vom Kamm. Durch prächtigen Wald geht es runter bis zum Sträßchen Auf der Heide und dann am Waldrand entlang wieder westlich. So kann man sich erneut an der Aussicht nach Süden erfreuen und erreicht den Hinweg am Weg In der Gehle. Weiter bergab kann man eine Abkürzung durch den Wald nehmen, auch hier gibt es Stationen zum Thema Wald und Holz.

Blick vom südlichen Waldrand 20200513_163706
Idyllischer Blick vom südlichen Waldrand am Nonnenstein über die Elseniederung bis zum Teutoburger Wald

Nach einer guten Stunde, je nach dem, wie lange man sich auf dem Aussichtsturm aufhält, erreicht man wieder Oberschulten Hof. Es gibt keine Einkehrmöglichkeit direkt am Weg, aber natürlich in Rödinghausen.


Oldendorfer Schweiz, A4

Wanderparkplatz Oldendorfer Schweiz (fürs Navi: Preußisch Oldendorf, Bergstr. 31)

Rundwanderweg A4 (ca. 6,2 km; ca. 1½ Std.)

Der Rundweg A4 besteht aus zwei ungleichen, miteinander verbundenen Schleifen in dem herrlichen Wald des Wiehengebirges in der Oldendorfer Schweiz. Man beginnt am Wanderparkplatz an der Bergstraße, indem man den Wiesenweg berghoch zum Waldrand am Linkenberg geht. Hier gibt es schon mehrere Postkartenmotive, die von Sternmiere umstandene, verfallende Pforte beim Eingang in den Wald voraus oder der Blick auf Preußisch Oldendorf zurück.

Blick vom Waldrand des Linkenbergs über Preußisch Oldendorf

Der Weg führt zunächst an der „Innenseite“ des Waldrandes entlang, bietet aber noch weitere schöne Aussichten über die kleinste Stadt im Kreis Minden-Lübbecke. Dann wird A4 zu einem schönen Pfad durch den prächtigen Buchenwald, trifft auch bald wieder auf eine Forststraße. Dieses ist schon der Weg, der die beiden Runden des Wanderwegs verbindet.

Wir biegen links ab und gehen an der nächsten größeren Gabelung wieder links, um in die zweite Schleife einzusteigen. Diese größere bleibt in abwechslungsreichem Wald und steigt zunächst moderat an. Wenn man durch die Bäume schon die Bergstraße sieht (oder die Motorradfahrer hört), biegt man rechts ab.  An der nächsten Abzweigung steht ein wegweiser zum Wiehenturm, der ein paar hundert Meter weiter südlich liegt. Wer diesen Umweg liegen lässt, biegt wieder rechts ab. Von nun an geht es bergab.

outdooractive indexZunächst folgt man der Grenze nach Niedersachsen, die sich linker Hand an dem Bach in dem kleinen Tal befindet. Man überquert einen Zufluss und muss dann noch einmal etwas ansteigen und rechts abbiegen. So beendet man diese Schleife und kommt wieder auf den Verbindungsweg, den man an den Wegweisern gut erkennt. Wegen der Schleifen und der Verbindung ist A4 hier in drei verschiedene Richtungen ausgeschildert.

Indem man dem Forstweg weiter folgt, erreicht man wieder den Waldrand mit der Waldstraße. Auf der Ziegeleistraße geht es dann durch ein kleines Industriegebiet und eine Wohnsiedlung wieder zur Bergstraße mit dem Wanderparkplatz Oldendorfer Schweiz. Die Waldeinsamkeit steht bei diesem Rundweg im Vordergrund, so dass es direkt am A4 keine Möglichkeit zur Einkehr gibt.


Dümmerlohausen, Olgahafen, Naturpark Dümmer Beobachtungsroute 7 „Die Dobben und die Westseite“

Wanderparkplatz Olgahafen (fürs Navi: Damme, Dümmerstr. 41)

Naturpark Dümmer Beobachtungsroute 7 „Die Dobben und die Westseite“ (Hin- und Rückweg ca. 9,4 km; ca. 2¼ Std. Gehzeit)

Auf der Westseite des Dümmers ist es wesentlich ruhiger als gegenüber am Ostufer. Das mag an der breiten Verlandungszone liegen, die den See hier kaum zugänglich macht. Ausnahme ist der Olgahafen. Hier kann man direkt ans Wasser treten und hier trifft sich alles, was die Westseite anschauen will.

Unsere heutige Wanderroute entstammt einem Flyer vom Naturschutzring Dümmer. Dort gibt es mehrere Vorschläge zum Herunterladen und dieses ist die Beobachtungsroute 7. Der Naturerlebnispfad ab der Naturschutzstation Dümmer ist dort z. B. die Beobachtungsroute 3.

Am Olgahafen kann man zunächst einige der Stege nutzen, um ans Wasser zu kommen und den Dümmer in seiner ganzen Größe zu sehen. Aber dann beginnt der Weg in südlicher Richtung am Westufer entlang. Schon kurz hinter dem Hafen endet die Pflasterung und der Besucheransturm wird geringer. Bei schönem Wetter und an Feiertagen muss aber natürlich trotzdem mit einem großen Ansturm, vor allem von Radfahrern rechnen.

Typisches Bild am Westufer des Dümmers

Nach ungefähr 800 Metern erreicht man einen Vogelbeobachtungsturm mit Aussicht in alle Richtungen. Weiter geht es auf dem Deich nach Süden. Die Verlandungszone ist geprägt durch Schilfröhricht und Weidengestrüpp und schon bald kommt man in die Dobben. So wird dieser hauptsächlich von Erlen bestandene Bruchwald beiderseits des Weges genannt. Dahinter öffnet sich die Weite der Dümmerlohauser Wiesen und des Rüschendorfer Moores.

Dann erreicht man die Brücke über die Hunte. Dieser Hauptzufluss erreicht den Dümmer in der südwestlichen Ecke. Hier drehen wir um und spazieren wieder auf dem Deich zurück. Viele Bänke laden zu Ruhepausen ein, bei Trockenheit aber natürlich auch das Gefälle des kleinen Deichs. So kann man ganz in Ruhe Grau- und Brandgänse beobachten, die sich auf den Wiesen im Westen aufhalten oder im Paarflug über das Röhricht ziehen. Im Gebüsch im Osten des Weges sind die Tiere besser versteckt und seltener zu sehen, aber es ist ein wahres Konzert zu hören. Auffallend häufig meldet sich der Kuckuck.

outdooractive indexWieder am Olgahafen kann man sich noch bei Schomakers Fischbude oder der Aal- & Forellenräucherei Hoffmann stärken.

Personenfähre Würgassen, Weser-Skywalk und Hannoversche Klippen bei Würgassen. Schweben über Fels und Wasser

Wanderparkplatz Personenfähre Würgassen (fürs Navi: Beverungen, gegenüber Würrigser Str. 2)

Rundwanderweg „Weser-Skywalk und Hannoversche Klippen bei Würgassen. Schweben über Fels und Wasser“ (ca. 4,5 km; ca. 1½ Std. plus Pausen)

outdooractive indexDer Name dieses Wanderwegs mit dem poetischen Untertitel steht auf den Wanderkarten, die mit ihren Informationen den Spaziergang begleiten. Der Weg über die Hannoverschen Klippen ist ein Klassiker, besonders seitdem auf der östlichsten Klippe der Weser-Skywalk errichtet wurde, der die Aussicht ins Wesertal noch einmal verbesserte. Man kann auch oben auf dem Wanderparkplatz Weser-Skywalk parken, aber wenn man sich ein bisschen die Beine vertreten will, ist es besser, wenn man an der Personenfähre Würgassen startet.

Von der Weser weg führt der Weg an den Einkehrmöglichkeiten Alte Linde und Forsthof, die man sich schon einmal für das Ende der Tour merken kann, vorbei. Hinter dem Forsthof geht es rechts in den Alten Postweg. Man geht ab hier genau auf der Landesgrenze Nordrhein-Westfalen / Niedersachsen, die Hannoverschen Klippen gehören also zu NRW – gehörten früher aber zum Königreich Hannover (da hießen sie aber noch Würrigser Klippen). Der Steinbruch zur Linken zeigt, dass der Rote Wesersandstein noch immer abgebaut wird.

Auf dem Holzweg unterwegs zum Weser-Skywalk

Bald verlässt man das Sträßchen nach rechts und wechselt auf einen wunderschönen Pfad durch einen sehr natürlich anmutenden Wald von mächtigen Buchen und Eichen, aber auch auffallend viel Totholz. Diverse Stationen unterwegs informieren zum Thema Holz, weswegen dieser Weg wohl auch Holzweg heißt. Man befindet sich hier in dem Naturschutzgebiet Hannoversche Klippen.

Schließlich erreicht man in der Nähe den Abstecher zum Weser-Skywalk. Diese Aussichtsplattform hat eine eigene Internetpräsenz mit vielen weiteren Informationen und schönen Bildern, auch einem Video. Wenn man sich an der Aussicht satt gesehen hat, geht es wieder zurück zum Hauptweg. Von hier geht es über die sehr schön angelegte Treppenanlage des Klippensteigs hinunter zum Fuß der Felsen.

Farbenspiel im Oktober: Blick vom Weser-Skywalk Richtung Würgassen

Man überquert wie in Würgassen die Gleise der Sollingbahn und erreicht den Weserradweg. Über den geht es zurück zum Ausgangspunkt, die Weser zur Linken, Bad Karlshafen im Rücken. Viele Bänke laden zum Ausruhen ein, wobei man den Blick auf Würgassen und das gegenüber liegende Herstelle, auch ein Beverunger Ortsteil genießen kann.

Wegen der vielen Informations-, Rast- und Aussichtsmöglichkeiten haben wir wesentlich länger „gebraucht“ als die veranschlagten 1½ Stunden.

Chris Bergmann beschreibt in seinem Bruckmann-Wanderführer eine ähnliche Route am Weser-Skywalk mit vielen weiteren Informationen, aber deutlich weiter: