Detmold, Tourist-Information, „Auf Hermanns Spuren“

Startpunkt: Detmold, Tourist-Information (Marktplatz 5)

Rundwanderweg „Auf Hermanns Spuren“ (ca. 21 km, ca. 5½ Std. Gehzeit)

Die Hermannhöhen veröffentlichen u.a. ein Heftchen mit dem Titel „Wanderbare Wege…“, was in Abständen überarbeitet und neu herausgegeben wird. In der 2005er Ausgabe fiel mir der Tourentipp 9 „Auf Hermanns Spuren“ ins Auge, der auf ca. 12 Kilometern von Detmold nach Pivitsheide führt. Ich habe ihn für mich etwas abgeändert und einen Rundweg von ca. 21 Kilometern daraus gemacht. In der aktuellen, auch sehr lohnenswerten Ausgabe des Heftchens, das es kostenlos z. B. bei der Detmolder Touristen-Information gibt, ist die Tour nicht mehr enthalten. Hier aber sind die GPS-Daten:GPSies - Detmold, Tourist-Information, Auf Hermanns Spuren

In Detmolds Innenstadt gibt es kaum günstige Parkplätze. Wenn man aber den Rundweg geht, ist ja eigentlich egal, wo man startet. In der Google-Karte unten sehen Sie diverse geeignete Wanderparkplätze. „Auf Hermanns Spuren“ heißt die Runde, weil sie am bekannten Wahrzeichen des Teutoburger Waldes, dem Hermannsdenkmal, vorbeikommt. Ansonsten ist von dem Cheruskerfürsten nichts zu sehen. In erster Linie handelt es sich um eine Runde um den Detmolder Stadtteil Hiddesen.

Vom Detmolder Marktplatz mit der Tourist-Information im Rathaus inmitten der historischen Altstadt aus lohnt sich immer ein Weg durch die Parkanlagen und um das Residenzschloss im Stil der Weserrenaissance. Wenn man sich aber genug umgesehen hat, geht es über die Lange Straße und die Allee südlich aus der Stadt hinaus. Auf Höhe des sogenannten Neuen Palais, heute Hauptsitz der Musikhochschule Detmold, kann man über den Friedrichstaler Kanal wechseln. Die Neustadt mit dem Palaisgarten ist einen eigenen Besuch wert, genau wie das Freilichtmuseum, das wir jetzt auf dem Wanderweg A1 teilweise umrunden. Auf der Rückseite des Museums verlassen wir den Wald und gehen in Richtung Heiligenkirchen. Über die Straßen Am Büchenberg und Friedrich-Pieper-Straße gehen wir hinunter zur Paderborner Straße. Die überqueren wir und kommen so an die Berlebecke. Als Knochenbach, der den Friedrichstaler Kanal speist, haben wir das Flüschen schon am Südrand von Detmold gesehen. Von der Berlebecke hier unten beginnt schon der sachte Aufstieg auf die Grotenburg.

Die Berlebecke bei Heiligenkirchen 20180205_104057.jpg
Die Berlebecke bei Heiligenkirchen

Über freies Feld erreichen wir den Schling, eine Heiligenkirchener Siedlung, die wir auf der Einsteinstraße durchqueren. Über den Sprengerweg erreichen wir den gleichnamigen Hof am Ortsrand. Zuvor passieren wir noch die große Anlage des Heimatvereins Heiligenkirchen mit Grill und toller Aussicht. Dann geht es hinein in den Buchenwald am Südosthang der Grotenburg, ein recht naturnaher Wald, der als Naturschutzgebiet geschützt wird. Am Wanderparkplatz Grotenburg erreichen wir die Denkmalstraße, der wir bis oben folgen. Zu den Anlagen am Hermannsdenkmal siehe bei der Beschreibung der Hermann-Heidental-Route A2.

Wir verlassen das Areal am Denkmal nach Norden. Den üblichen steilen Abstieg zur Heidentalstraße kann man nicht mehr benutzen, da sich hier jetzt eine Downhill-Strecke für die Mountainbiker befindet. Es gibt aber eine Möglichkeit, die Strecke zu umgehen. Man kommt hinunter zum Kaiser-Wilhelm-Weg und weiter zum Talgrund des Heidentals. Hier fließt der Heidenbach, den man überquert. Auf dem Hermannsweg (in diesem Blog ist es die neunte Etappe) gelangt man zur Birkenweghütte, wo man eine Rast machen kann. An der Schutzhütte geht es nach links, immer weiter auf dem Hermannsweg. So gelangt man zum Krebsteich und dann zum Donoper Teich.

Donoper Teich 20180205_132635.jpg
Still ruht der See, hier der Donoper Teich

Während der Hermannsweg, der sich ja am Kamm des Teutoburger Waldes orientiert, hier links abbiegt, gehen wir geradaus weiter am Hasselbach entlang, ein sehr schönes Wegstück, das zum Hasselbachstausee führt.

Hinter der Teichanlage beginnt das geschlossene Siedlungsgebiet Detmolds und der Wald hört auf. Dementsprechend ändert sich die Charakteristik unseres Wanderwegs „Auf Hermanns Spuren“. Mit der Plantagenallee überqueren wir dementsprechend eine wichtige Zufahrtstraße für die Innenstadt. Wir gehen auf der Schwarzenbrinker Straße noch ein Stück nach Norden und biegen dann am Freibad Schwarzenbrink in die Freibadstraße ein. Die verläuft einen Kilometer schnurgerade nach Osten. Am Ende gehen wir ein paar Schritte nach rechts, nur gut 25 Meter, denn hinter dem Trafohäuschen versteckt (!) führt der Weg weiter nach Osten. Am Ende des Fußwegs machen wir einen Links-Rechts-Schwenker und gelangen zur Adolf-Meier-Straße. Noch ein Links-Rechts-Schwenker und wir sind wieder auf dem Plantagenweg, der L936.

Wir folgen der Hauptstraße Richtung Detmold durch das „Zentrum“ von Heidenoldendorf und biegen danach rechts ein in den Kleinen Bergweg. Über Am Vietberg kommen wir zum Krummen Bergweg. Schon vor dem kleinen Wäldchen kann man links abbiegen, so dass man die Siedlung oberhalb der Bielefelder Straße durchwandert. Über den Brunsweg und die Felix-Fechenbach-Straße gelangt man zur Hans-Hinrichs-Straße, der Landesstraße 828. Die führt uns zum zentralen Schubertplatz. Jetzt sind es nur noch ein paar hundert Meter durch die Innenstadt, bis wir wieder am Ausgangspunkt, dem Marktplatz sind.

Jetzt hat man sich wirklich eine Stärkung verdient und hier in der Fußgängerzone gibt es selbstverständlich auch viel Gelegenheit dazu.

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Hiddesen, Heidental, Hermann-Heidental-Route A2

Wanderparkplatz Heidental (fürs Navi: Detmold, Hindenburgstr. 58)

Rundwanderweg Hermann-Heidental-Route A2 (ca. 5,8 km, ca. 1¾ Std.)

Die Hermann-Heidental-Route ist die Neufassung des Wanderweges A2. Er führt durch abwechslungsreiche Landschaft zum Hermannsdenkmal und all den Attraktionen, die damit in Beziehung stehen. Man kann also einen (immer lohnenden) Ausflug zum „Hermann“ mit einer kleinen Wanderung verbinden, indem man nicht oben am Denkmal parkt, sondern unten auf dem Wanderparkplatz Heidental an der Hindenburgstraße, der auch noch kostenfrei zu benutzen ist. Allerdings muss man dann immerhin eine Höhendifferenz von fast 200 Metern überwinden – aber das ist ja ein Teil der Freude am Wandern.

Im ersten Schnee der Saison über den Hermannsweg hinauf zum Hermannsdenkmal

Vom Parkplatz aus geht man zunächst zum sogenannten Eisstein auf dem Grillplatz Mufflonkamp. Der Eisstein ist ein Granit-Findling, der mit den eiszeitlichen Gletschern aus Skandinavien zum Teutoburger Wald wanderte.

Der Weg A2 führt zunächst über eine Treppe und dann immer weiter relativ steil bergauf. Man geht auf dem wie immer sehr gut ausgeschilderten Hermannsweg, aber auch die Hermann-Heidental-Route ist gut gekennzeichnet. Hat man die erste kräftige Steigung hinter sich, geht es links zum Kleinen Hünenring. Man muss aber geübt sein, um die Verwallungsreste im Gelände zu erkennen. Hier weicht die neue Wegführung auch von dem alten A2 ab. Zur Sicherheit hier die GPS-Daten:GPSies - Hiddesen, Grotenburg und Hünenring, Hermann-Heidental-Route A2

Mit Hermanns- und Cheruskerweg geht dann wieder kräftiger bergauf zum Denkmal. Hier kann man sich in Ruhe umschauen oder in der Gastronomie einkehren oder natürlich beides. Neben diversen touristischen Einrichtungen ist z. B. auch der Bismarck-Gedenkstein auf der benachbarten Wiese interessant. Die meiste Zeit wird man sich aber mit dem Denkmal selber beschäftigen. Der Wikipedia-Artikel gibt übrigens sehr gute Informationen zu dieser Kolossal-Statue, geht allerdings nicht darauf ein, dass es heute wahrscheinlicher ist, dass die Varus-Schlacht bei Kalkriese im Osnabrücker Land stattfand, als hier an der Grotenburg.

An der Haustür des Lippischen Landesverbandes: Die wichtigsten Informationen zum Hermannsdenkmal

Nach der Besichtigung geht man ein Stück hinunter. Bei einer Wandertafel zum Hermannsweg – kurz oberhalb der Bandelhütte – geht man wieder in den Lippischen Wald und umrundet dann das Denkmal etwas tiefer, bis man an der Einfahrt zum großen und kostenpflichtigen Hermannsdenkmal-Parkplatz wieder auf Hindenburg- und Denkmalstraße trifft. Vorher passiert man noch die Waldbühne am Hermannsdenkmal Detmold des Lippischen Landesverbands.

Nun folgt man der Denkmalstraße bergab bis zum Wanderparkplatz Grotenburg. Dem gegenüber führt die Hermann-Heidental-Route A2 über einen schmalen Pfad hinunter zum Kaiser-Wilhelm-Weg. Über diesen gut ausgebauten Forstweg mit schönen Aussichten kommt man zum Sträßchen Heidental, dem man aber nur ein paar Meter nach Norden folgt, um dann wieder links abzubiegen. So kommt man nämlich noch durch den schönen Kurwald Hiddesen.

An einer Lichtung entlang und einer Schutzhütte mit Kneipp-Becken vorbei treffen wir wieder auf den Hermannsweg, mit dem wir zum Wanderparkplatz Heidental gelangen. Man kann die fast sechs Kilometer in 1¾ Stunden schaffen, sollte sich aber oben am Hermannsdenkmal ruhig viel Zeit nehmen, um die Aussicht(en) und das geschichtsträchtige Denkmal zu bestaunen.

Berlebeck, A1

Wanderparkplatz Berlebeck (Ortsmitte, fürs Navi: Paderborner Str. 142)

Rundwanderweg A1 (ca. 6,4 km)

Berlebeck ist der südlichste der Detmolder Stadtteile. Er ist deutlich von den bewaldeten Hängen des Teutoburger Waldes geprägt. Das merkt man auch auf dem Wanderweg A1. Immer wieder gibt es schöne Aussichten in die nähere und fernere Umgebung, aber man geht auf diesem Weg auch viel durch Wald.

Am besten beginnt man auf dem zentralen Parkplatz in der Ortsmitte von Berlebeck, gegenüber vom Hotel Kanne. Um zum Weg A1 zu gelangen, muss man ein kleines Stück an der Paderborner Straße, der Hauptstraße des Ortes, in südlicher Richtung gehen. Überquert man kurz hinter dem Platz der Friedenseiche die Landesstraße, kann man an der Berlebecke entlanggehen. Nach ein paar Metern heißt es aber schon rechts abzubiegen und auf dem Hermannsweg über Treppen und kleine asphaltierte Wege aufzusteigen. Man passiert das Berg-Café und geht dann unterhalb der bekannten Adlerwarte entlang zu den Sportanlagen Im Orte. Wer Zeit und Interesse hat, kann natürlich auch einen Besuch der Greifvogelwarte einplanen und zum Beispiel bei einer der Flugshows zusehen

So kommt man erneut zur Hauptstraße des Ortes, die man überquert, um in die Fromhauser Straße zu wechseln und dann in die kleine Holzhauser Straße. Wir entfernen uns so vom Ortsmittelpunkt und gehen auf die Siedlung unterhalb des Stemberg zu. Über die Stemberg- und die Tannenstraße verlassen wir die Holzhauser Straße kurzzeitig nach rechts, treffen dann aber wieder auf sie und folgen ihr bis zum Ende am Wanderparkplatz Stemberg, der schon zu Holzhausen-Externsteine gehört, einem Ortsteil von Horn-Bad Meinberg.

Geradeaus durch den Wald am Stemberg

An den Wanderkarten wenden wir uns nach rechts und gehen nun gut einen Kilometer fast schnurgerade durch den Wald. Seit dem Überqueren der Paderborner Straße ging es sacht bergauf, aber jetzt habe wir bald die höchste Stelle von A1 erreicht. Die lange Gerade führt uns wieder zum Hermannsweg. Dem kann der Spaziergänge nun in ein paar großen Kurven und bergrunter zum Wanderparkplatz Berlebeck folgen. Dabei passiert man noch die evangelisch-reformierte Kirche des Dorfes.

A1 ähnelt sehr einem anderen Rundweg ab der Ortsmitte von Berlebeck, der aber noch länger auf dem Hermannsweg bleibt und andersherum beschrieben wird: Berlebeck, Hermannsweg, Etappe „Berlebeck – Bärenstein“ plus Rückwanderroute.


GPSies - Berlebeck, A1

Berlebeck, Hermannsweg, Etappe „Berlebeck – Bärenstein“ plus Rückwanderroute

Wanderparkplatz Berlebeck

Hermannsweg, Etappe „Berlebeck – Bärenstein“

ca. 7,2 Kilometer

Der Anfang dieser Route, der Teil auf dem Hermannsweg, wurde schon bei dem Eintrag zur Hermannsweg-Etappe „Berlebeck – Leopoldstal“ beschrieben.

Im Detmolder Ortsteil Berlebeck kann man zentral und kostenfrei sein Auto abstellen, gegenüber vom Hotel Kanne ist der Wanderparkplatz Berlebeck. Man muss dann auf der Hauptstraße (Paderborner Str.) ein Stück nach Süden gehen, bis man in den Kindergartenweg einbiegen kaann, auf dem auch der Hermannsweg verläuft. An der evangelisch-reformierten Kirche vorbei beginnt der Weg gleich kräftig bergan zu steigen. Es gilt, den Stemberg zu ersteigen, der 401 Meter hoch ist. Allerdings führt unser Wanderweg nicht direkt über den Gipfel, sondern bleibt etwas nördlicher und tiefer. Es geht durch Fichten- und auch immer wieder durch Buchenwälder. Auch auffallend viele Vogelbeeren säumen den Weg.

Mit der Geisterschlucht südlich des Hermannswegs beginnt schon bei diesem Aufstieg eine Ansammlung von Sandsteinbrüchen, die uns bis zum Wegende begleiten. Den einen oder anderen kann man sich dabei genauer ansehen. Der Wald holt sich seinen Lebensraum zurück, auch wenn einige der Steinbrüche bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts genutzt wurden. Zusammen mit den teils gewaltigen, herumliegenden oder in den Wänden anstehenden Sandsteinblöcken ergeben sich „dunkelurige“ Stimmungsbilder. Manchmal muss man genau hinsehen, um zu erkennen, ob es ein überwachsener Steinblock oder ein mit Moos besetzter Baumstumpen ist. Im Kontrast dazu stehen die schönen Aussichten nach Norden in die lippische Schweiz, die man ebenfalls hier vom Hang des Stembergs genießen kann.

Heide auf der Vogeltaufe
Heide auf der Vogeltaufe

Ganz plötzlich kommt man aus dem Wald heraus und erreicht die Vogeltaufe, einen südöstlichen Sporn des Stembergs, der nicht bewaldet ist, sondern als Heide offen gehalten wird – garniert mit einigen malerischen Eichen und Birken. Ein Gedenkstein erklärt den Namen und die dazugehörende Sage der Vogeltaufe. An einigen Raststationen kann man Sonne tanken und den Blick über Blaubeer- und Heidesträucher gleiten lassen.

Hinter der Vogeltaufe kommt man zu den ersten Häusern von Holzhausen-Externsteine und zum Wanderparkplatz Vogeltaufe. Holzhausen-Externsteine ist heute ein Ortsteil von Horn-Bad Meinberg. Am Hotel Bärenstein verlässt man den Siedlungsbereich schon wieder. Etwas weiter rechts läge der Wanderparkplatz Bärenstein.

Hier bietet sich eine eine gute Möglichkeit der Rückwanderung nach Berlebeck an. Bis hierhin hat man ca. 3,8 km unter den Füßen, die Rückwanderroute ist etwas kürzer. Anstatt dem Hermannsweg über den Bärenstein zu den Externsteinen zu folgen, wandert man ein Stück auf dem H-Weg zurück. Man trifft sehr schnell auf den Rundwanderweg A3. Da er am unteren Waldrand des Stembergs entlang führt, hat er immer wieder wunderbare Aussichten in die hügelige Gegend zu bieten. Zunächst muss man sich aber erst wieder ein kleines Stück die Vogeltaufe „hocharbeiten“, um dann rechts abzubiegen und die kleine Straße Hirschberg zu erreichen, der man weiter nach Westen folgt. Kurz vor ihrem Ende biegt mnan nach rechts ab und spaziert auf dem Sträßchen Kuckucksburg durch ein Neubaugebiet, bis man auf die Straße Stemberg kommt. Am Wanderparkplatz Stemberg vorbei, erreicht man den Strangweg, der nach rechts abbiegt und die Grenz zwischen Holzhausen-Externsteine und Berlebeck bzw. zwischen Horn-Bad Meinberg und Detmold anzeigt.

Wir gehen hier geradeaus weiter und sind jetzt auf dem Berlebecker Rundweg A1. An der nächsten Möglichkeit halten wir uns links und gelangen so auf die Tannenstraße. Sie führt uns mit einer Rechtskurve in das geschlossene Siedlungsgebiet von Berlebeck. Immer geradeaus weiter kommen wir schließlich auf die Fromhauser Straße, die uns zum Sträßchen An der Pyramideneiche bringt, an der wir A1 verlassen, da sie uns direkt Wanderparkplatz Berlebeck im Dorfmittelpunkt führt.

Der Hinweg, der Hermannsweg ist gut ausgeschildert, führ die Rückwanderroute ist eine Karte nicht schlecht. Unterwegs gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten, wie z. B. das Hotel Bärenstein am „Wendepunkt“ oder das Hotel Kanne am Start- und Zielpunkt.

Berlebeck, Hermannsweg, Etappe „Berlebeck – Leopoldstal“

Wanderparkplatz Berlebeck (fürs Navi: Detmold, Paderborner Str. 142)

Hermannsweg, Etappe „Berlebeck – Leopoldstal“ (ca. 15,6 Kilometer; ca. 4½ Std. Gehzeit)

Diese Etappe ist nicht nur die letzte, sondern sicherlich auch eine der schönsten und abwechslungsreichsten auf dem Hermannsweg, allerdings auch eine der anspruchvollsten. Mit dem lippischen Velmerstot erreicht man auch den höchsten Punkt des Hermannswegs, ein wahrlich krönender Abschluss.

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Auf dem Lippischen Velmerstot

GPSies - Berlebeck, Hermannsweg, Etappe „Berlebeck – Leopoldstal“Im Detmolder Ortsteil Berlebeck kann man zentral und kostenfrei sein Auto abstellen, gegenüber vom Hotel Kanne ist der Wanderparkplatz Berlebeck. An der evangelisch-reformierten Kirche vorbei beginnt der Weg gleich kräftig bergan zu steigen. Es gilt, den Stemberg zu ersteigen, der 401 Meter hoch ist. Allerdings führt unser Wanderweg nicht direkt über den Gipfel, sondern bleibt etwas nördlicher und tiefer. Es geht durch Fichten- und auch immer wieder durch Buchenwälder. Auch auffallend viele Vogelbeeren säumen den Weg.

Mit der Geisterschlucht südlich des Hermannswegs beginnt schon bei diesem Aufstieg eine Ansammlung von Sandsteinbrüchen, die uns bis zum Wegende begleitet. Den einen oder anderen kann man sich dabei genauer ansehen. Der Wald holt sich seinen Lebensraum zurück, auch wenn einige der Steinbrüche bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts genutzt wurden. Zusammen mit den teils gewaltigen, herumliegenden oder in den Wänden anstehenden Sandsteinblöcken ergeben sich „dunkelurige“ Stimmungsbilder. Manchmal muss man genau hinsehen, um zu erkennen, ob es ein überwachsener Steinblock oder ein mit Moos besetzter Baumstumpen ist. Im Kontrast dazu stehen die schönen Aussichten nach Norden in die lippische Schweiz, die man ebenfalls hier vom Hang des Stembergs genießen kann.

Heide auf der Vogeltaufe
Heide auf der Vogeltaufe

Ganz plötzlich kommt man aus dem Wald heraus und erreicht die Vogeltaufe, einen südöstlichen Sporn des Stembergs, der nicht bewaldet ist, sondern als Heide offen gehalten wird – garniert mit einigen malerischen Eichen und Birken. An einigen Raststationen kann man Sonne tanken und den Blick über Blaubeer- und Heidesträucher gleiten lassen. Interessanterweise erkennt man auch noch die alte Grundstücksparzellierung auf diesem Hügel, mit der man im 19. Jh. der Armut der Bevölkerung begegnen wollte.

Ein Gedenkstein erklärt den Namen und die dazugehörende Sage der Vogeltaufe. Wie die Steinbrüche, wie Laub- und Nadelwald, begleiten auch die Heiden diesen Abschnitt des Hermannswegs und das macht mit Berg und Tal auch das Abwechslungsreiche der Etappe aus.

Hinter der Vogeltaufe kommt man zu den ersten Häusern von Holzhausen-Externsteine und zum Wanderparkplatz Vorgeltaufe. Holzhausen-Extersteine ist ein Ortsteil von Horn-Bad Meinberg. Am Hotel Bärenstein verlässt man den Siedlungsbereich schon wieder und wandert in den Wald. Etwas weiter rechts läge der Wanderparkplatz Bärenstein. Hier bietet sich eine gute Möglichkeit der Rückwanderung nach Berlebeck an. Der eigentliche Bärenstein ist ein komplett unter Naturschutz stehender Berg (318 m), der wieder eine schöne Hochheide bietet. Die nächste Einsattelung, in die man steil absteigen muss, führt schon hinüber zu den berühmten Externsteinen.

Schon die ersten Bilder, die man noch aus dem Wald heraus erhaschen kann, sind beeindruckend. Recht plötzlich erscheinen die gewaltigen Sandsteinfelsen vor dem Wanderer. Auch wenn es hier manchmal zeimlich voll ist und wenn man schon oft hier war, die Externsteine beeindrucken und lohnen sich immer wieder. Sie gehören zurecht zu den bekanntesten deutschen Natursehenswürdigkeiten.  Sehr gute Informationen dazu bekommt man hier, so dass ich nichts mehr hinzufügen muss. Man kann natürlich auch den Wanderparkplatz Externsteine und die Gastronomie hier nutzen, allerdings etwas ab vom Weg. Schön ist, dass der Hermannsweg durch das Felsentor führt, so dass man auch einen Blick von der anderen Seite bekommt, bevor man steil bergauf auf den Knickenhagen (315 m) steigt. Die Mühen des Aufstiegs werden oben wieder von einer schönen Hochheide belohnt. Dahinter muss man am Hermann-Löns-Stein vorbei wieder kräftig absteigen.

Am Wanderparkplatz Waldschlösschen vorbei gelangt man in das Tal, durch das die Bundesstraße 1 führt. Nach der Unterführung ist erst einmal Schluss mit der „Kletterei“, denn der Wanderweg umkurvt den Knieberg (365 m) weit unterhalb des Gipfels durch lichten Kiefernwald, so dass man recht erholt am Ausflugslokal und Wanderparkplatz Silbermühle das Tal des Silberbachs erreicht.

Silberbach mit Aufdruck

Und das ist nun wirklich noch einmal ein echtes Highlight auf dem Hermannsweg. Der Wanderweg verläuft eine längere Strecke nahe am Flüsschen entlang. Das Tal zeigt sich von seiner romantischsten Seite (zumindest, wenn die Sonne scheint). Es geht rauf und runter, das Tal verengt und verbreitert sich, man klettert über Sandsteinblöcke und Wurzelwerk – und immer hört man dabei das fröhliche Plätschern des Silberbachs. Ungefähr einen Kilometer geht das so. Steinbruch reiht sich an Steinbruch.

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Steinbruch im Silberbachtal

Und es ist eigentlich schade, dass man doch irgendwann das Tal verlassen muss, um zum letzten Anstieg der Wanderung und des gesamten Hermannswegs anzusetzen. Man erreicht hier auch die ehemalige Grenze des Fürstentums Lippe, was man an der Flurbezeichnung Schnat und an historischen Grenzsteinen erkennen kann.

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Grenzstein 60 C im Silberbachtal

Zunächst geht der Weg nur leicht bergan oder sogar eben durch den Wald, bis er nach einem größeren Bogen rechtwinklig nach rechts nach Süden abzweigt. Nun geht es noch ein kurzes Stück steil durch den Wald. Mit einem Mal hat man Sand unter den Wanderschuhen und erreicht die mit einzelnen kümmerlichen Bäumchen versetzte Heide auf dem lippischen Velmerstot. Die Grenze zwischen Lippe und Preußen verlief genau zwischen den beiden Gipfeln des Velmerstot, so dass wir vom lippischen (441 m) und vom preußischen Velmerstot (468 m) reden. Manche sagen auch die Velmerstot. Unser Hermannsweg führt über den etwas niedrigeren lippischen Gipfel, der zwar keinen Aussichtsturm wie der preußische trägt, aber trotzdem eine tolle Fernsicht, besonders nach Osten und Norden, bietet. Hier hat man den höchsten Punkt des Hermannswegs erreicht. Jetzt heißt es, wehmütig Abschied zu nehmen und nur noch abzusteigen, vorbei am Wanderparkplatz Leopoldstal am Waldrand, bis zum kleinen Bahnhof von Leopolstal, vor dem man dann das letzte „H“ findet.

Das letzte H am Bahnhof Leopoldstal

Es befindet sich an der Wanderkarte am Wanderparkplatz Bahnhof Leopoldstal.

Man kann mit der Westfalenbahn nach Detmold fahren und von dort aus mit dem Bus 701 zum Ausgangspunkt am Parkplatz in Berlebeck (Haltestelle Kanne). Ca. eine Dreiviertelstunde muss man wegen der Umsteigezeit für diese Rückfahrt einplanen. Während man auf den Zug wartet (zzt. fährt er immer um 49) kann man sich noch einmal an die schönsten Momente auf dem Hermannsweg zurückerinnern. Oft trifft man auf dem Bahnsteig auch andere Hermannswanderer, mit denen man Erfahrungen austauschen kann.


 

 

 

Zum Abschluss noch ein Alternativvorschlag zu dieser Tour: Andersherum vom Bahnhof Leopoldstal über Berlebeck bis zum Hermannsdenkmal bei Detmold. Weitere Infos gibt es bei diesem Eintrag: Bahnhof Leopoldstal, Hermannsweg, Etappe „Leopoldstal – Hermannsdenkmal“.