Hankenberge, Nr. 2

Wanderparkplatz Hankenberge (auch WP Waldchaussee / B68 genannt, fürs Navi: nahe Hilter, Osnabrücker Str. 39a)

Rundwanderweg Nr. 2 (ca. 7,8 km, 2 Std.)

Hankenberge ist ein Ortsteil von Hilter am Teutoburger Wald, liegt aber nördlich des Teutoburger Waldes. Von der Osnabrücker Straße, der ehemaligen B68, zweigt gegenüber dem Eppendorfer Weg die Waldchaussee ab. Hier liegt auch der Wanderparkplatz Hankenberge.

GPSies - Hankenberge, Nr. 2Auf der Wanderkarte am Parkplatz sind für den Wanderweg Nr. 2 vier Kilometer als Länge angegeben. Das kann sich aber nur auf die eigentliche Runde von Nr. 2 beziehen oder auf Hin- und Rückweg zu dieser Runde, jedenfalls nicht auf beides zusammen. Der Weg folgt zunächst der asphaltierten Waldchaussee, die bis zum Wanderparkplatz Am Freden in Bad Iburg führt. Natürlich hat so ein geteertes Sträßchen im Wald viele Vorteile, z. B. für Radfahrer, Kinderwagenschieber, Bollerwagenzieher und so weiter – für den Wanderer ist es etwas eintönig. Allerdings entschädigt der schöne Mischwald drumherum. Die deutliche Anhöhe im Süden (zur Linken) ist der Spannbrink, über den Hermannsweg und Ahornweg verlaufen.

Jeder, wie er’s mag: Waldchaussee mit Asphalt …

Nach knapp einem Kilometer erreicht man eine Wegekreuzung, es geht aber geradeaus weiter. Nach einem weiteren Kilometer beginnt die eigentliche Runde von Nr. 2. Wir gehen aber immer noch auf der Waldchaussee weiter, und zwar bis zum Georgsplatz. Das ist ein größerer Rastplatz im Wald mit einer Schutzhütte. Der Name erinnert an den blinden König Georg V. von Hannover.

Mittlerweile ist man schon auf Iburger Gemeindegebiet und auch schon im Fredenwald. Südlich des Georgsplatzes machen (Warn-)Schilder auf den Naturwald im Großen Freden aufmerksam. Über diesen zentralen Punkt läuft auch der Bad Iburger Runderwanderweg 6, einer der beliebtesten Rundwege im Osnabrücker Land und auf diesem Wander-Blog.

Wir aber biegen hier am Georgsplatz nach Norden ab und verlassen so die Waldchaussee. Bei der bald folgenden Weggabelung nehmen wir die rechte Variante und gehen so auf natürlichem Waldboden den Hohnsberg hinauf, der bei Geologen bekannt ist. Dabei kann man an einer Lichtung zurück- und hinüberschauen zum Großen Freden.

… oder schmaler Waldweg auf sandigem Boden: Heidepflanzen am Hohnsberg.

Oben gehen wir an dem Haus auf der Lichtung vorbei zurück nach Osten. Hier laufen wir ein kurzes Stück auf dem Ahornweg, der aber bald nach Norden Richtung Zeppelinstein abbiegt. Wir gehen geradeaus weiter und umrunden bald auf schmalem Pfad an einem kleinen Abhang einen Bergsporn. Hier fallen die Heidepflanzen auf. So kommen wir zum Jahnholzplatz oder Karussellplatz. Auch hier steht eine Schutzhütte.

Wir nehmen einen guten Forstweg, der im spitzen Winkel zurückführt. Bevor wir wieder die Waldchaussee erreichen, macht uns ein Hinweisschild auf die Dütequellen in dieser Gegend aufmerksam. Davon gibt es mehrere, eine hier südlich des Weges Nr. 2. Unter dem Weg hindurch fließt das Wasser nach Norden ab. Die Quellen sprudeln aber nicht alle zu allen Zeiten. Manchmal hört man auch nur das Geplätscher unter der Laubschicht.

Schließlich erreicht man wieder die Waldchaussee und geht nach ca. zwei Kilometer zum Parkplatz zurück, wie man gekommen ist. Wenn man sich bei den Quellen etwas umschaut, benötigt man für den Weg gut und gerne zwei Stunden. Der Weg führt komplett durch Waldgebiet und es gibt unterwegs keine Einkehrmöglichkeit. Nahe der Waldchaussee an der Osnabrücker Straße steht aber das Gasthaus Ellerweg.

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Kirche in Borgloh, Weg Nr. 4A

Wanderparkplatz Kirche in Borgloh (fürs Navi: Hilter, Hauptstraße 28)

Weg Nr. 4A (3,2 Kilometer)

Borgloh ist ein landschaftliches Schmuckstück im südlichen Landkreis Osnabrück. Das liegt vor allem an den vielen Hügeln und Senken und den in der Landschaft verteilten Höfen, häufig noch mit ihren prächtigen Fachwerkgiebeln. Deswegen spricht man auch von der Borgloher Schweiz.

01/2015
Typisches Landschaftsbild: Blick auf Meyer zum Alten Borgloh

Der Rundwanderweg 4A dreht seine Runde nördlich des Dorfes, startet aber mitten in Borgloh. Vom Thie an der Kirche St. Pankratius gehen wir an der Feuerwehr und am Friedhof vorbei durch die Kirchstraße. Außerhalb des Dorfes gabelt sich die Straße. Wir neben den rechten Abzweig mit dem Namen Im Alten Borgloh. Unter der Hochspannungsleitung hindurch geht es ordentlich bergab. Die Borgloher nennen diese Ecke Kaffsack. Man kann dabei den schönen Blick auf die Senke des Königsbachs und den Hof Meyer zum Alten Borgloh genießen. Doch schon kurz hinter der Stromleitung biegen wir nach rechts ab, auf gewundenem Weg wieder aufwärts in den Tannenhochwald.

Der Weg 4 ist hier nicht ganz einfach zu finden. Entweder benutzen Sie meine unten stehende, vergrößerbare und ausdruckbare Google-Karte oder Sie gehen einfach auf dem Hauptweg geradeaus. Übrigens: Bei der Sparkassenfiliale an der Hauptstraße in Borgloh bekommt man die Wanderkarte des Heimtvereins Borgloh, die einem natürlich auch hier helfen kann.

Am Ende kommen Sie jedenfalls immer beim Getränkemarkt Brinkmann auf den Pöhlenweg. Vorher kann man vom Waldrand immer wieder mal einen schönen Blick auf das Dorf werfen – etwas beeinträchtigt allerdings durch die Hochspannungsleitung, die jetzt auch noch gewaltig ausgebaut werden soll. Den Borgloher ist unbedingt die Erdverkabelung zu wünschen, für die die Bürgerinitiative „Keine 380kV-Freileitung am Teuto“ kämpft.

01/2015
Klassischer Wiesengrund mit dem Borgloher Bach

Nun geht es auf dem asphaltierten Sträßchen ein kurzes Stück hinunter zum Borgloher Bach. Vor der Weide biegen wir in der Rechtskurve des Pöhlenwegs links ab und überqueren das kleine Gewässer. Auf leider sehr kaputtgefahrenem Weg erreichen wir so die Holter Straße. Auf der anderen Straßenseite sind die zwei prächtigen Hofanlagen und die Klause an der Kreuzung Uphöfener Feld sehenswert.

Wir gehen dann zwischen den beiden Fußballplätzen hindurch zur Bushaltestelle und von da aus weiter zwischen den Schulen und dem alten Platz hindurch wieder zu unserem Ausgangspunkt an der Kirche in Borgloh. An der Schulstraße liegen die Oberschule Hilter und die Grundschule Borgloh.

Man sollte für den Weg mindestens eine Dreiviertelstunde einplanen. In Dorf gibt es ein paar wenige und einfache Einkehrmöglichkeiten.

 

Eppendorf, Zur Auheide, Im Naturpark unterwegs, Tour 7 „Borgloher Schweiz“

Parkplatz Zur Auheide (Parkmöglichkeit an der Straße)

Im Naturpark unterwegs, Tour 7 „Borgloher Schweiz“

Eine der schönen „deutschen Schweizen“ liegt um das alte Kirchdorf Borgloh herum, heute ein Stadtteil von Hilter: die Borgloher Schweiz. Zum Begriff Schweiz finden Sie auch etwas bei der Beschreibung des Hermannswegs durch die Lippische Schweiz.

AuheideDie Tour 7 aus Chr. Wiegands hervorragendem, kulturhistorischem Wanderführer „Im Naturpark unterwegs“ dreht eine ca. 7,5 Kilometer lange Runde durch diese Borgloher Schweiz im Südwesten des Dorfes, in der Bauernschaft Eppendorf. Weitere Touren aus diesem u. a. über die Naturparkverwaltung zu beziehenden Führer finden Sie hier. Siehe auch unter Literatur. Die Runde ist aber auch auf den Wanderkarten des Naturparks eingezeichnet, allerdings falsch, wie weiter unten deutlich werden wird. Die Runde ist besonders schön, weil abwechslungsreich.

Die Auheide erreicht man über die Borgloher Straße. Dort befindet sich auch die Bushaltestelle Eppendorf Nülle, die von der Linie 467 angefahren wird. Am besten parkt man das Auto an der Straße Zur Auheide in der Nähe der Hausnummer 2.

Gehen Sie zunächst das Sträßchen Zur Auheide entlang nach Süden. Dabei wandert man durch eine waldfreie Fläche, eben die Auheide mit ihrer bäuerlichen Streubesiedlung. Der zunächst ruhige Anstieg zieht allmählich an.

Blick über die Eppendorfer Auheide mit ihrer Streubesiedlung
Blick über die Eppendorfer Auheide mit ihrer Streubesiedlung

Den Gipfel des kleinen Hasbergs (159, 1 m) östlich umgehend geht man auf die Borgloher Egge zu. Auf dem Weg dorthin bemerkt man, kurz bevor man auf die Straße Zum Rehhagen trifft, zur Rechten eine recht tief eingeschnittene, längliche Senke. Dies ist laut Chr. Wiegand eine ehemalige Plaggenmatt-Fläche. Hier haben die Bauern Grasplaggen gestochen, die sie als Düngung für die Felder benötigten. Mit der Zeit ist diese Fläche dadurch immer tiefer abgesunken.

Sobald man mit der Straße Zum Rehhagen den Waldrand der Egge erreicht, biegt man nach links ab. Kaum zu glauben, aber dieses kleine Sträßchen war als Frankfurter Heerstraße mal eine wichtige Verbindung zwischen dem Osnabrücker und dem Münsterland.Wenn Sie ca. 50 Meter im Wald berghoch klettern (kletterten), treffen (träfen) Sie auf die durch eine Landwehr gesicherte und am Wall noch zu erkennende alte Grenze zwischen den Ämtern Grönenberg und Iburg.

Jetzt kommen wir zum weiter oben angesprochenen Problem in der Wegführung: Man kann den Rundwanderweg hier oben in zwei Varianten ablaufen. Die neue Variante ist etwas länger, aber dafür kann man sich nicht verlaufen, denn sie ist unterwegs mit dem gelben Punkt gut gekennzeichnet. Allerdings kenne ich nur meine unten angefügte Karte, die diese Wegführung berücksichtigt. Es gibt auch noch die alte Streckenführung, wie sie zwar noch auf allen Karten eingezeichnet ist, aber trotzdem unterwegs nur von guten Pfadfindern oder Ortskundigen gefunden werden kann. Forstarbeiten haben den Weg streckenweise verschwinden lassen, deswegen empfehle ich, sich nach dem gelben Punkt zu richten und die neue Variante zu wählen.

Zunächst die schwierige, noch auf den Karten eingezeichnete Version: Sofort nachdem die Straße Zum Rehhagen den Wanderer in den Wald, der der Straße den Namen gegeben hat, hineingeführt hat, biegen wir an einem großen Holzablageplatz schräg nach links ab. Man muss auf die Anzeichen von Wegen achten, um sich hier nicht zu verirren, besonders um im Wald nach nicht ganz 200 Metern den Abzweig nach rechts (den zweiten Abzweig nach rechts nach dem Rumpelplatz) zu erkennen. Nun geht es schnurgerade, eine eingezäunte Schonung lässt man rechts liegen. Der Weg verliert sich nun völlig und man muss ein morastiges Bachtal queren, dann kommt man wieder auf den gekennzeichneten Waldweg.

Einfacher hat man es und sicherer ist es, wenn man der Markierung folgt. Dann geht man auf der Straße Zum Rehhagen weiter. Nach ca. 500 Metern trifft man auf den Johannisweg, in den man nach links einbiegt. Schon nach ca. 150 Metern verlässt man dann das asphaltierte Waldsträßchen wieder und biegt nach links in den Rehhagen (auch Rehagen geschrieben) ein. Durch abwechslungsreichen Wald und auf schlechten, aber schön einsamen Wegen geht es weiter bergab, bis man aus dem Wald herauskommt.

Nun hat man die Borgloher Egge im Rücken und den kleinen Lohnberg zur Rechten und den Bruchbach zur Linken.

Nach dem Durchwandern der großen Lichtung auf der Straße Am Bruchbach geht es noch einmal kurz durch den Wald, den man dann am Drubbel Balkenschlien mit seinen drei imposanten Vollerbenhöfen endgültig verlässt. Die Anlage links ist Bischofs Hof, heute Café, Hotel und mehr.

Hinter der Siedlung sieht man zur Linken, erkennbar an der „Kante“ im Gelände, das Gegenteil zur vor gut einer halben Stunde passierten Plaggenmatt. Hier handelt es sich um den Plaggenesch, einen Acker also, der durch permanenten Plaggenauftrag langsam in die Höhen gewachsen ist. Übrigens: Wussten Sie, dass es auch einen Weltbodentag und einen Boden des Jahres gibt? Und was ist der Boden des Jahres 2013? Der Plaggenesch!

Und wo wir schon bei Eigenartigkeiten sind: Das kleine Tal des Bruchbachs, dem wir hier folgen, heißt auch Dänemark. Das hat aber nicht mit unseren nördlichen Nachbarn zu tun, sondern mit der Eppendorfer Mark, die hinter dieser Dehne, der länglichen Vertiefung am Bruchbach, lag.

Am Horizont: Der Borgloher Kirchturm
Am Horizont: Der Borgloher Kirchturm

Beim Hinabgehen hat man schon erste Ausblicke auf den Borgloher Kirchturm. Nach Osten kann man auf die Meller Berge sehen. Das „malerisch verfallene“ Gemäuer, an dem wir den Bach überqueren, war ehemals eine Wassermühle, was man auch noch erkennen kann, Altemöllers Mühle. Die Tour 7 trifft jetzt bald auf die Vessendorfer Straße, auf der man nach links geht. Über die Borgloher Straße erreicht man dann wieder den Parkplatz bzw. die Bushaltestelle. Man sollte aber noch einen Blick hinüber zur alten Aumühle werfen. Man kann gut die über Jahrhunderte in mühseliger Handarbeit entstandenen Gewässereinrichtungen erkennen, mit denen der Mühlbetrieb optimiert werden sollte.

Landhandel
Mit dem Landhandel geht’s bergab.

Zwei Stunden sollte man für die Runde durch die „Borgloher Schweiz“ einplanen.

Es gibt natürlich auch Informationsmaterial im Internet, z. B. beim „Niedersachsen-Navigator“, aber immer noch zur alten Streckenführung. Nutzen Sie meine Google-Karte!

Borgloher Mühlenberg, A1

Wanderparkplatz Borgloher Mühlenberg

Rundwanderweg A1, 2 Kilometer

Dies ist ein kurzer Rundweg für eine halbe Stunde durch die schöne Borgloher Schweiz, tatsächlich ein ganz kurzer Rundweg – allerdings mit teils kräftigen Steigungen. Wer mehr Zeit oder Lust hat, kann einen der anderen Rundwanderwege, die hier am Borgloher Mühlenberg starten, ablaufen.

Vom Wanderparkplatz an der Iburger Straße muss man ein paar Meter zurück in Richtung Hilter-Borgloh gehen, um dann links abzubiegen. Am Waldrand entlang geht es bei schöner Aussicht deutlich bergab, bis man das „obere Ende“ der Ebbendorfer Straße Bauernfrieden erreicht. Durch die Streusiedlung gelangt man zur Einmündung der Straße Am Strubberg, in die man dann zunächst nach Westen einbiegt. Den Strubberg zur Rechten spaziert man wieder kräftig berghoch zum Waldrand und schließlich auch durch den Wald, bis man die kleine Siedlung an der Iburger Straße erreicht. Über diese Kreisstraße erreicht man dann schnell wieder den Parkplatz. Hier kann man abschließend noch einmal die tolle Aussicht nach Norden genießen. Es stehen sogar Tisch und Bänke dafür zur Verfügung.

Oberhalb des Parkplatzes befindet sich auch der Aussichtsturm, von dem aus man auch in andere Richtungen schauen kann.

Hankenberge, Hilter Pass, Hermannsweg, Etappe „Hilter Pass – Borgholzhausen – Werther Schanze“

Parkplatz Hilter Pass

Hermannsweg, Etappe „Hilter Pass – Borgholzhausen – Werther Schanze“28,3 Kilometer

hermannsweg_hDiese Etappe des Hermannswegs ist im Vergleich zu vielen anderen auf diesem Blog beschriebenen Hermannswegstrecken recht einsam, lang und schwierig. Sie führt über die Landesgrenze von Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen und durch die Landkreise Osnabrück und Gütersloh.

Man kann diese Etappe gut in zwei Hälften teilen. Die Mitte ist ungefähr in Borgholzhausen.

Vom Hilter Pass, durch den hier Bahnline, Autobahn und (ehemalige) Bundesstraße geführt werden, steigt man zunächst wieder zum Hülsberg auf. Mit seinen 237 Metern ist er noch der niedrigste der Hügel, die uns auf dieser Etappe bevorstehen. Ungefähr zwei Kilometer weiter ist man schon auf dem 256 Meter hohen Wehdeberg mit seiner Schutzhütte. Beim Absteigen kann man an der Wegkreuzung einen kleinen Abstecher von nur wenigen Metern nach links machen, um das Naturdenkmal Kalksteinklippe zu bewundern.

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ND Kalksteinklippe am Wehdeberg

Der „Hermann“ macht nun eine Biegung, um den Asberg nördlich zu umgehen. Dabei verlässt man den wirklich schönen und stillen Wald, in dem man seit der Autobahnüberquerung unterwegs war, und kommt in ein Tal des Teutoburger Waldes, die sogenannte Noller Schlucht – wobei die Bezeichnung Schlucht für dieses sanfte Tal reichlich übertrieben klingt. Die Noller Schlucht ist vor allem bekannt für das gleichnamige Regionale Umweltbildungszentrum. Da hier auch die fünfte Route des Ahornwegs entlangführt, finden Sie beim hier verlinkten Blogeintrag Hinweise zu diesem Lernstandort und zu den nebenan liegenden Wanderparkplätzen in der Noller Schlucht, von denen aus man natürlich auch sehr gut in den Hermannsweg einsteigen kann.

Nach dem Überqueren der Rechenbergstraße, die über den Rechenbergpass Wellingholzhausen und Dissen verbindet, muss man (sehr) kräftig bergan wandern, denn jetzt gilt es zunächst den Petersbrink zu ersteigen, dann die Schollegge (252 m) und schließlich die Steinegge (266 m). Zwischen Stein- und Schollegge geht man mithilfe einer Holzbrücke über einen tief eingeschnittenen Hohlweg. Es ist dies die alte Verbindung zwischen Wellingholzhausen und Dissen, der sogenannte Alte Wellingholzhausener Weg.

Die Steinegge ist bekannt wegen des Postturms, der auf ihr steht. Dieser Turm hat die Besonderheit, das man ihn über eine außen angebrachte Wendeltreppe besteigen kann, weswegen er auch Dissener Aussichtsturm genannt wird. Die Aussicht ist so überwältigend, dass man sich fragt, warum diese Lösung nicht auch bei vielen anderen Fernsehtürmen angebracht wird.

DSCI0132 Grenzstein Stempel
Landesgrenze einst und jetzt

Der Hermannsweg geht auf dem Kamm weiter nach Osten über die Ascher oder Aschener Egge. Gut zwei Kilometer hinter dem Aussichtsturm trifft man auf einen Grenzstein der die historische und gleichzeitig aktuelle Grenze zwischen Niedersachsen und NRW anzeigt. Auf den Steinen ist das gekennzeichnet durch ein H für das Königreich Hannover, aus dem Niedersachsen hervorging, und einem P für Preußen, dessen westfälische und rheinische Länder in Nordrhein-Westfalen aufgingen. Daneben gibt es noch einen kleineren Grenzstein, auf dem man den Namen Dallmeyer lesen kann. Wahrscheinlich kennzeichnete er einen privaten Besitz. Die Landesgrenze führt hier rechtwinklig zum Kammweg südlich bergab und zwischen den Gemeindegebieten von Dissen und Borgholzhausen hindurch. Voraus liegt die Grenze für ungefähr eineinhalb Kilometer genau auf dem Kamm, so dass der Hermannswegwanderer nun auf dieser Grenze läuft.Man befindet sich hier auf dem Hankenüll, mit 307 Metern die höchste Erhebung in der Umgebung. Ab und zu gibt es trotz des dichten Waldes schöne Ausblicke in den nördlich gelegenen Meller Stadtteil Wellingholzhausen.

Beutling vom Hankenüll Stempel
Blick vom Hankenüll zum Beutling in Wellingholzhausen

Der nächste Grenzstein zeigt an, dass die Landesgrenze den Kamm hier rechtwinklig nach Norden verlässt, so dass man nun den Rest des Hermannswegs auf westfälischem Gebiet abwandert.

Nach der Schutzhütte auf dem Vicarienkopf beginnt allmählich der Abstieg nach Borgholzhausen. Man kommt an der gigantischen Windkraftanlage auf der ehemaligen NATO-Anlage auf dem Hollandskopf vorbei und zu einem weiteren Aussichtsturm: dem Luisenturm auf der Johannisegge. Man kann hier nicht nur die Aussicht genießen, sondern in der Wanderhütte unter dem Turm auch Schutz vor dem Regen u. Ä. und in der gemütlichen Luisenturm-Hütte leckeres Frischgezapftes oder leckeres Selbstgebackenes – vielleicht je nach Uhrzeit.

Hat man sich satt gesehen oder gegessen, kann man den recht steilen Abstieg nach Borgholzhausen in Angriff nehmen. Dass es in der Stadt auch einige Verpflegungsmöglichkeiten gibt, versteht sich von selbst. Bis hier hat man ca. 14,5 Kilometer hinter sich gebracht.

Diese Etappe wird in Horst Gerbaulets unbedingt empfehlenswertem Wanderführer zum westlichen Teil des Hermannswegs als siebenter Wanderabschnitt beschrieben. Nun folgt sein achter Streckenabschnitt. Der Abschnitt ist ca. 13 km lang und bietet wieder einige kräftige Steigungen. Vielleicht bietet es sich tatsächlich an, an einem Parkplatz in Borgholzhausen, z. B. in der Freistraße, zu starten.

Borgholzhausen bietet nicht nur ein hervorragendes Wandergebiet, sondern ist auch als historische Stadt interessant. Deswegen spricht auch einiges dafür, die Teilstrecke andersherum zu laufen und sich zum Schluss in der alten Innenstadt umzusehen und zu stärken bzw. auf der Ravensburg, mit eigener Gaststätte, die im Endeffekt dem Ravensberger Land seinen Namen gab.

Wie man vor Ort unschwer erkennt, liegt Borgholzhausen an einem Durchgangspass durch den Teutoburger Wald. Die in der Nähe liegende Burg der Grafen von Ravensberg gab der im Wald liegenden Siedlung (“Holthusen”) dann den Namen – Borgholthusen. Vielleicht ist dies auch eine Unterscheidungsbezeichnung zum benachbarten Wellingholzhausen (Die  Siedlung im Wald bei den Quellen bzw. der Hasequelle). In der Stadt, die durch die Einrichtung der Legge 1678 zu bescheidenem Wohlstand kam, ist die evangelische Pfarrkirche aus dem späten Mittelalter / der Frühen Neuzeit inmitten der historischen Altstadt zu besichtigen. Später wurde Borgholzhausen natürlich vor allem für seine Lebkuchenbäckerein gerühmt, von denen es heute noch die Firma Schulze gibt. Das Heimathaus wartet mit einem Superlativ auf, der weltweit größten Sammlung von Riesen-Ammoniten.

Wir beginnen hier aber in der Borgholzhausener Innenstadt und wandern auf kürzestem Weg durch den Ortsteil Hamlingdorf zum Wanderparkplatz Unter der Burg, womit natürlich die Burg Ravensberg gemeint ist. Nehmen Sie sich unbedingt etwas Zeit für die Ruine. Danach geht es wieder bergab in die Clever Schlucht, was bedeutet, dass man danach wieder aufsteigen muss. Die Clever Schlucht trifft im Süden auf die B68 mit dem Wanderparkplatz Clever Schlucht, die seit dem Hilter Pass hier am Südhang des Teutoburger Waldes entlangläuft (und streckenweise auch für Lärm sorgt).

DSCI0165 Stempel
Blick über Halle

Nachdem man durch den Wald des Barenbergs gewandert ist, geht es wieder hinunter, nämlich ins Hesseltal. Über das Flüsschen Hessel, nach dem der Ortsteil Hesseln benannt ist, der schon zur Stadt Halle gehört, geht es richtig steil bergauf zur Großen Egge (312 m), der höchsten Erhebung dieser Strecke. Kurz nach einer Schutzhütte gelangt man aus dem Wald. Man wandert wieder durch einen Pass, durch den heute die L782 führt. An der gesamten Strecke konnte man schon einige Relikte des Haller Bergbaus entdecken, aber dafür gibt es einen eigenen Wanderweg, der sich speziell mit diesen Hinterlassenschaften beschäftigt. Relativ stadtnah wandert man nun durch die beiden Haller Hausberge Knüll und Storkenberg mit den berühmten Waldgrabstellen und der sogenannten Kaffeemühle, bis der Wanderer wieder an einer Schutzhütte den Wald verlässt, um mit schöner Aussicht steil bergab zu steigen und über die Kreisstraße Grüner Weg wieder hoch zum Wanderparkplatz Grüner Weg zu kommen. Auf dieser Etappe durchquert man mehrere Naturschutzgebiete des Kreises Gütersloh, das NSG Ravensberg-Barenberg in Borgholzhausen und das NSG Knüll-Storkenberg in Halle.

Hier, am Wanderparkplatz Grüner Weg, beginnt dann die nächste Etappe auf dem Hermannsweg, die hier beschrieben ist.