Bergeshövede, Nasses Dreieck, A9

Wanderparkplatz Nasses Dreieck (fürs Navi: Hörste, Bergeshöveder Str. / Am Steinbruch)

Rundwanderweg A9 (ca. 5 km; ca. 5,8 km mit abschließender Schleife zum Nassen Dreieck; ca. 1½ Std.)

outdooractive indexBergeshövede ist ein Ortsteil von Riesenbeck, das wiederum zur Kleinstadt Hörstel im Tecklenburger Land gehört. Bergeshövede ist vor allem für das Nasse Dreieck bekannt, wo der Mittellandkanal vom Dortmund-Ems-Kanal abzweigt. Außerdem befindet sich hier in der Gegend das nordwestliche Ende des Teutoburger Waldes. Dieser Höhenzug beginnt mit dem kleinen Huckberg, der durch die Gravenhorster Schlucht, durch die auch der Mittellandkanal führt, vom Rest des Teutos abgetrennt ist.

Der Wanderparkplatz Nasses Dreieck liegt auch in diesem Durchbruch. Deswegen geht es direkt hinter dem Parkplatz hinauf auf den Bergeshöveder Berg. Dem sehr gut gekennzeichneten Hermannsweg folgend kommt man zu einem Gedenkstein für den Ingenieur und Flugpionier Robert Kronfeld. Er startete hier am 15. Mai 1929 zum ersten Langstrecken-Segelflug über 100 Kilometer. Kronfeld sammelte noch viele weitere Rekorde und führte auch sonst ein bewegtes Leben. Als Jude musste er 1933 vor den Nationalsozialisten nach Großbritannien fliehen und setzte sich auch dort für die Weiterentwicklung der Luftfahrttechnik ein. 1948 stürzte er bei einem Testflug mit einem Nurflügler-Prototyp ab und verstarb.

Hermannsweg auf dem Bergeshöveder Berg

Wir aber haben es so gut, ganz gemütlich auf dem Kammweg des Teutos weiter nach Osten zu wandern und die Natur zu genießen. Sie wird hier auf dem sandigen Boden bestimmt durch Kiefern und Birken. Dem Bergeshöveder Berg folgt fast unmerklich der Riesenbecker Berg. Schließlich treffen wir auf den Gravenhorster Klosterweg.  Der Kreuzweg, der zur nördlich gelegenen ehemaligen Zisterzienserinnenabtei führt, wirkt hier in der Waldeinsamkeit fast schon etwas überdimensioniert.

Wir biegen aber südlich ab, verlassen den „Hermann“ und erreichen die Schöne Aussicht, ein wie eine Bastei angelegter Aussichtspunkt, von wo wir einen weiten Blick über Riesenbeck und die Parklandschaft des Münsterlandes haben. Auch Rastmöglichkeiten gibt es hier. Eine geschwungene Treppenanlage erleichtert den Abstieg zum südlich gelegenen Wanderparkplatz Schöne Aussicht Riesenbeck an der Straße Am Teutohang.

Dem Sträßchen folgen wir ein paar Meter nach Westen, gehen dann aber gleich nach dem nächsten Haus wieder hinauf in den Wald. Auf einem schönen, schmalen Pfad machen wir uns auf den Rückweg, folgen immer der weißen 9, zur Rechten den Berg, zur Linken die Straßen und den Kanal. Oberhalb der Bergeshöveder Straße erreichen wir ein großes Steinkreuz, von dem aus wir auch einen guten Blick auf das Nasse Dreieck und die Schleusen von Bevergern haben.

Das Nasse Dreieck vom Hochkreuz aus

Jetzt sind es nur noch ein paar Meter bis zum Ausgangspunkt am Hermannsweg. Wer Lust hat kann noch hinunter zum Wasser gehen und das teilweise rege Treiben auf diesem Wasserstraßendreieck betrachten. Man sieht auf der anderen Kanalseite auch eine Einkehrmöglichkeit.


Riesenbeck, Postdamm, 4

Wanderparkplatz Postdamm

Rundwanderweg 4, ca. 5,6 km

Der Wanderparkplatz Postdamm liegt an der Stelle, an der der Hermannsweg den Postdamm in Hörstel-Riesenbeck kreuzt. Diese Straße heißt so, weil auf ihr ab ca. 1805 die Postboten zwischen Ibbenbüren und Riesenbeck den Teutoburger Wald überquerten. Auf der Ibbenbürener Seite des Teutos heißt sie Riesenbecker Postweg. Die Hörsteler Heimatvereine – in Hörstel hat jede der ehemaligen Gemeinden noch einen eigenen Heimatverein – haben eine Sammlung der Hörsteler Straßennamen zusammengetragen und mit interessanten Erläuterungen versehen. Dort findet sich sogar eine schematische Darstellung des Postverkehrsnetzes aus dem Jahre 1825, in der diese Verbindung eingezeichnet ist.

Vom Postdamm steigt man zunächst ziemlich steil ab in die Kaiserei, ein Quertal im Teutoburger Wald. Man folgt dem Hermann auf sandigem Weg durch einen wunderschön durchmischten Wald mit einigen Aufs und Abs. Ein Quertal ist auch das Brumleytal mit dem Ehrenfriedhof, das man ungefähr eineinhalb Kilometer weiter erreicht. Allein in der kleinen Stadt Hörstel gibt es sieben Friedhöfe, auf denen Gefallene der allerletzten Kriegstage bestattet sind, davon 42 im Brumleytal. Eine Informationstafel vor Ort gibt weitere Erläuterungen.

An dieser Stelle verlässt man den H-Weg und biegt nach Süden ab, durch das Brumleytal, an einem großen Teich vorbei und auf die Hofstelle Rohmann zu. Vor dem Hof biegt man nach rechts ab und geht nun eine schöne Strecke am Waldrand entlang. Man kommt hinter dem Hof Bergmeier vorbei und hat schöne Ausblicke in die vorgelagerte Ebene. Hinter der nächsten Siedlungsstelle kann man links über die Brumleystraße laufen um auf die Kaisereistraße zu kommen. Man kann auch geradeaus weitergehen und wieder etwas berghoch. Wenn man sich dann links hält kommt man zu den Fischteichen in der Kaiserei und danach auf die gleichnamige Straße. Auf jeden Fall sollte man einen Blick in diesen bewaldeten Einschnitt werfen, außer den Teichen findert man dort auch noch eine Quelle (Hexenpütt) und einen Felsen mit einer kleinen Höhle (Doktors Loch).

Von der Kaisereistraße aus nimmt man gleich wieder den nächsten Weg nach rechts über einen kleinen namenlosen Wanderparkplatz, um wieder in den Wald zu kommen. Es geht wieder kräftig bergauf und durch eine langgezogene Rechtskurve erreicht man den Postdamm. Auf dem muss man noch ein kurzes Stück weiter bergauf spazieren, um zum Wanderparkplatz zu gelangen. Geht man die Kaisereistraße weiter, kommt man auch zum Postdamm.

Leider ist der Wanderweg 4 kaum gekennzeichnet, bzw. sind die Wegmarkierungen sehr verblichen. Hier könnte der Heimatverein Riesenbeck mal wieder aktiv werden, denn es ist ein wirklich schöner, abwechslungsreicher Weg durch den Teutoburger Wald mit einigen Besonderheiten. Die Karte am Wanderparkplatz Postdamm ist auch nicht sehr hilfreich. Deswegen hier meine Google-Karte:

Riesenbeck, Nasses Dreieck, Hermannsweg, Etappe „Nasses Dreieck – Dörenther Klippen“

Wanderparkplatz Nasses Dreieck (fürs Navi: Hörstel, nahe Bergeshöveder Straße 223)

Hermannsweg, Etappe „Nasses Dreieck – Dörenther Klippen“; 7,7 km

Hörstel besteht aus den vier Stadtteilen Hörstel, Riesenbeck, Bevergern und Dreierwalde. Die Gemeinde gehört zum Kreis Steinfurt und liegt direkt vor dem Beginn des Teutoburger Waldes (wenn man das so sagen kann).

Zum Hermannsweg ist auf diesen Seiten schon eine Menge gesagt worden. Der Höhenweg über den Kamm des Teutoburger Waldes (oder über einen der Kämme) beginnt in Rheine im Münsterland, also in der Ebene. Auf der Anfangsetappe erreicht er soeben die erste Erhöhung des „Teutos“, den Huckberg, um dann wieder abzusteigen zum Mittellandkanal, der hier am Nassen Dreieck in Hörstel-Riesenbeck vom Dortmund-Ems-Kanal abzweigt. Die Etappe „Nasses Dreieck – Dörenther Klippen“, die hier beschrieben wird, deckt sich mit der zweiten Etappe in Horst Gerbaulets Wanderführer zum westlichen Teil des Hermannsweg, siehe unter Literatur.

outdooractive indexDirekt hinter dem Kanal liegt der Wanderparkplatz Nasses Dreieck. Von hier aus steigt man über den Bergeshöveder Berg (114 m) zum Riesenbecker Berg (133 m). Hier oben trifft man auf den sogenannten Prozessionsweg, der Riesenbeck mit dem ehemaligen Zisterzienserinnen-Kloster Gravenhorst verbindet. Man kann an der fünften und letzten Station rasten, die Jesu Kreuzigung darstellt.

Schon ein paar Meter weiter findet man die Schöne Aussicht. Dies ist ein denkmalgeschütztes Aussichtsplateau auf 116 Meter Höhe mit einer wunderbaren Fernsicht über das südlich der Bergkette, hier Riesenbecker Osning genannt, liegende Münsterland.

Der Wanderweg führt nun weiter über den Lager Berg mit Schutzhütte zum Birgter Berg. Von dort aus geht es etwas herunter zum Postdamm. Diese Straße heißt so, weil auf ihr die Postboten zwischen Ibbenbüren und Riesenbeck den Teutoburger Wald überquerten. Die Hörsteler Heimatvereine – in Hörstel hat jede der ehemaligen Gemeinden noch einen eigenen Heimatverein – haben eine Sammlung der Hörsteler Straßennamen zusammengetragen und mit teilweise äußerst interessanten Erläuterungen versehen. Dort findet sich sogar eine schematische Darstellung des Postverkehrsnetzes aus dem Jahre 1825, in der diese Verbindung eingezeichnet ist. An der Stelle, an der der Hermannsweg den Postdamm, die heutigen Kreisstraße 3, überquert, befindet sich auch der Wanderparkplatz Postdamm.

Nun steigt man ziemlich steil ab in die Kaiserei, ein Quertal, wie auch das Brumleytal mit dem Ehrenfriedhof, das man gut einen Kilometer weiter erreicht. Allein in der kleinen Stadt Hörstel gibt es sieben Friedhöfe, auf denen Gefallene der allerletzten Kriegstage bestattet sind, davon 42 im Brumleytal. Eine Informationstafel vor Ort gibt weitere Erläuterungen.

Danach geht es noch einmal ein bisschen berghoch. An einer weiteren Schutzhütte vorbei gelangt man zur B 219. Ein paar Meter rechts liegt der Wanderparkplatz Ibbenbüren Dörenther Klippen / an der B 219, wo man sich gut abholen lassen kann. Eine Bushaltestelle befindet sich 100 Meter weiter Richtung Ibbenbüren. Ich bin zu Fuß zum Bahnhof in Ibbenbüren gegangen, was aber noch ca. eine Stunde Fußmarsch (4 km) war.

Zusammen mit dem Hinweg vom Bahnhof Hörstel zum Hermannsweg (ca. 2½ km) ergibt sich so eine schöne Wanderung von etwas mehr als 14 Kilometern. Wenn man sich unterwegs verpflegen will, sollte man einen Schlenker nach Riesenbeck südlich der Schönen Aussicht einplanen oder warten, bis man in Ibbenbüren ist.