Lengericher Berg, Rundwanderweg 2

Wanderparkplatz Lengericher Berg (fürs Navi: nahe Lengerich, Bergstr. 106)

Rundwanderweg 2 (ca. 5,5 km; ca. 1½ Std.)

Der Rundwanderweg 2 dreht seine Runde nördlich der Stadt Lengerich und östlich des Lengericher Berges. Er bleibt dabei fast vollständig im Naturschutzgebiet Lengericher Osning. Dieses herrliche Waldgebiet ist vor allem durch die durchgewachsenen Buchen des Niederwaldes geprägt.

Das beginnt gleich auf der anderen Seite der Bergstraße (L589). Ziemlich gerade führt ein schöner Fußweg durch den abwechslungsreichen Wald auf dem Kamm des Teutoburger Waldes. So erreichen wir die Osnabrücker Straße (L555). Man kann nun auf der Landesstraße nach rechts gehen, aber dafür gibt es eigentlich keinen vernüftigen Grund. Sinnvoller ist es, die Straße zu überqueren und auf der anderen Seite wieder in den Wald einzutauchen. Man folgt dem Fernwanderweg X18, der von Rheine nach Lienen führt. Der führt uns schließlich aus dem Wald und quer über ein Feld (auf dem zurzeit Gerste steht) zu einem kleinen Asphaltsträßchen. Dem folgen wir auf dem Hermannsweg ein paar Meter nach links mit Blick auf die Kalksteinwand eines ehemaligen Steinbruchs, um dann wieder südlich abzubiegen und im Wald des Intruper Berges hinabzuspazieren bis zum Lengericher Siedlungsgebiet.

Steinbruchreste 20200712_103435
Häufig sind Reste ehemaliger Kalksteinbrüche zu entdecken

Über Ostpreußen-, Bandenburger und Schlesierstraße erreichen wir die Bahnlinie. Am Ende der Schlesierstraße informiert eine Tafel über die Geschichte des Lengericher Tunnels, der nur etwas weiter nördlich liegt. Der zweiröhrige Tunnel der Eisenbahnline zwischen Ruhrgebiet und Hamburg ist recht bekannt, wahrscheinlich vor allem aus zwei Gründen: Zum einen ist dieser Tunnel der nördlichste deutsche Gebirgstunnel, zum anderen war in ihm während des Zweiten Weltkriegs ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme untergebracht, in dem Zwangsarbeiter unter katastrophalen Umständen Rüstungsgüter für die Wehrmacht produzieren mussten. Der Deckname dieser mörderischen Untertage-Verlagerung war Rebhuhn.

20200712_110727Wir folgen den Bahngleisen in nördlicher Richtung, gehen aber innerhalb des Waldes bergauf, da wir ja nicht durch den heute verschlossenen Tunnel, auch nicht durch die nicht benutzte alte Röhre gehen können, sondern über den Berg müssen. Ungefähr auf Höhe des südlichen Tunnelportals der alten Röhre erinnert ein Mahnmal an die Opfer der Untertage-Zwangsarbeit im Lengericher Tunnel.

Oben angekommen biegen wir nach Westen ab und überqueren wieder die Osnabrücker Straße. Direkt hinter der Landstraße befindet sich der ehemalige Liboriussteinbruch. Heute trainiert hier der Lengericher Schäferhundverein. Wir lassen den Hundeplatz rechts liegen, unterqueren (wie schon auf dem Hinweg) die Stromleitungen und erreichen die Rückseite der Grundstücke des Lengericher Nachtigallenwegs. Hier geht es scharf rechts ab. Noch einmal geht es hinauf durch den prächigen Wald zum Kamm. Mit Erreichen des Hermannswegs sind wir wieder auf dem Hinweg. Jetzt sind es nur noch ein paar Meter nach links zum Wanderparkplatz Lengericher Berg.

outdooractive indexDer Rundwanderweg 2 ist mit einer weißen 2 auf grünem Grund gut gekennzeichnet. Natürlich sind die GPS-Daten trotzdem sinnvoll. Am Weg befinden sich keine Einkehrmöglichkeiten.


Hohne, Lienener Straße, Rundwanderweg Dyckerhoff-Steinbruch

Wanderparkplatz Lienener Straße (fürs Navi: Lengerich, Lienener Str. 99)

Rundwanderweg Dyckerhoff-Steinbruch (ca. 8,8 Kilometer, ca. 2¼ Std.)

outdooractive indexNatürlich haben im Teutoburger Wald Steinbrüche der verschiedensten Art eine lange Tradition, große und kleine. Schon immer haben die Menschen versucht, auch die Schätze unter der Oberfläche zu nutzen: Kohle, Erze, Gestein usw. Die großen Steinbrüche, die heute noch in Betrieb sind, sind in der Regel Kalksteinbrüche für die Zementfabrikation. So ist es auch bei dem Steinbruch, den die Firma Dyckerhoff in Lengerich unterhält.

Auf dem Dyckerhoff-Rundwanderweg kann man den Steinbruch und die Umgebung kennenlernen. Es sind zwei Wanderparkplätze eingerichtet, von denen aus man gut in den Rundwanderweg einsteigen kann: An der Lienener Straße und in der Dyckerhoffstraße. Ich empfehle den Parkplatz an der Hohner Kirche.

DSCI020820200705_155143Ausnahmsweise brauche ich den Rundwanderweg hier nicht ausführlich zu beschreiben. Erstens kann man den Weg nicht verfehlen, man folgt einfach den zahlreichen Wegweisern und läuft gegen den Uhrzeigersinn um den Steinbruch herum. Das rote „Dyckerhoff-D“ auf weißem Grund ist mittlerweile fast überall einem blauen „Unicem-U“ gewichen, da der Zementhersteller heute eine Tochter der italienischen Buzzi Unicem ist. Zweitens gibt schon einige Beschreibungen im Internet. Am besten gefällt mir die hier, auch mit guter Karte.

Der abwechslungsreiche Weg lebt von den Kontrasten, die sich aus der wunderschönen Landschaft und Natur mit ihren Wäldern, Pflanzen, Tieren (mir begegnete ein Rudel Damwild) Bergen, Aussichten usw. und den menschlichen Eingriffen von alter Niederwaldwirtschaft bis zu modernen Industrieanlagen ergeben: Das ist unsere Kulturlandschaft. Schon ganz am Anfang wandert man unterhalb eine langgezogenen Kalksteinklippe entlang, dann kann man am Waldrand erste Ausblicke über Hohne ins Münsterland genießen, spaziert dann in nördlicher Richtung durch den seit Generationen aufgegebenen Wirtschaftswald. Dann gilt es, zusammen mit einer Variante des Hermannswegs den Kamm des Kalksteinzugs zu erklimmen. Nachdem man die Aussicht genug genossen hat, geht es wieder hinunter an den Rand des Schollbruchs. Schließlich biegt man links ab und spaziert durch den Intruper Berg zurück in das besiedelte Gebiet und zur Lienener Straße. Hier gibt es auch kleinere Verpflegungsmöglichkeiten, aber nicht direkt am Rundweg.

Steinbruch im Gegenlicht bearb DSCI0224

Der Dyckerhoff-Steinbruch spielt auch eine Rolle in diesem Buch:

 

 


Vor allem für historisch Interessierte:

Lengerich, Lengericher Berg, Rundwanderweg 3

Wanderparkplatz Lengericher Berg (fürs Navi: nahe Bergstr. 106)

Rundwanderweg 3 (ca. 7 Kilometer, ca. 1¾ Std.)

outdooractive indexDer Wanderparkplatz liegt an einer Variante des Hermannswegs. Während man üblicherweise von Tecklenburg über Leeden in den Lengericher Schollbruch geht, von dem aus man dann „hinter“ dem Dyckerhoff-Steinbruch wieder auf den Kamm aufsteigt, kann man auch von Tecklenburg aus direkt auf dem Hauptkamm des Teutoburger Waldes nach Lengerich wandern. Der Hermannsweg durch den Schollbruch wird hier beschrieben. Wo die direkte Variante die Bergstraße überquert, trifft man dann auf den Parkplatz Lengericher Berg.

Der Rundwanderweg 3 beginnt hier und führt zunächst zusammen mit der Hermannsweg-Variante, dem Jakobspilgerweg und dem Tecklenburger-Land-Rundweg schnurgerade nach Nord-Westen. Schon bald kann man die Aussicht nach Norden in die Landschaft und nach Süden über die Stadt Lengerich bewundern. Hier befindet sich auch eine Schutzhütte, die Max-und-Moritz-Hütte des Heimatvereins Lengerich. Immer am Waldrand entlang bieten sich noch viele andere Ausblicke.

10/2012
Baumkreis

Aber auch im Wald gibt es Besonderheiten wie den mit einer Stele markierten Abzweig des Jakobswegs, einen steilen, alten Hohlweg oder einen auffälligen Baumkreis.

Über den Lengericher Berg (167,6 m) und den Kleeberg (174,6 m) mit dem Richtfunkturm gelangt man in die Exterheide. Da die relativ baumlos ist, kann man hinüberblicken bis nach Tecklenburg. Allerdings liegt dazwischen die Autobahn 1, die man schon lange hören kann.

Schließlich überquert man die Autobahn und umrundet quasi den Autobahnrastplatz Exterheide / Bashake. Während links vom Wanderer der Autobahnlärm ertönt, hat man nach rechts den idyllischen Blick hinüber zum Tecklenburger Knoblauchsberg. Hinter dem Autobahnparkplatz geht man unter der A 1 hindurch, leider muss man nun ein Stück auf der viel befahrenen Tecklenburger Straße (L 504) laufen, bis man endlich wieder nach links in Sundermanns Knapp einbiegen kann. Diese kleinere Straße verlässt man aber gleich wieder nach Osten und wandert auf einem schönen schmalen Fußweg, bis man auf Osterkamps Kamp und die Gleise der Tecklenburger-Wald-Eisenbahn trifft. Man biegt aber nicht nach rechts über die Gleise ab, sondern geht nach links die Kleefeldstraße hoch bis zum Waldrand. Wenn man hier angekommen ist, hat man das Naturschutzgebiet Steinbruch im Kleefeld, auch als Lengericher Canyon bekannt, umrundet.

Beim Aufstieg zum Waldrand des Kleebergs hat man schon einen Blick auf die Doppeltürme der LWL-Klinik und die Helios-Klinik werfen können.

10/2012
Herbstlicher Blick nach Lengerich

Jetzt wandert man nach rechts am unteren Waldrand entlang, ca. 500 Meter, bis zum nächsten Abzweig nach links. Zur Rechten sieht man die Friedhofskapelle des alten Friedhofs. Unterhalb der Kapelle befindet sich übrigens der Alva-Skulpturenpark.

Man biegt also wieder berghoch nach Norden ab und trifft oben auf dem Kleeberg wieder auf den Weg, den man schon auf dem Hinweg gekommen ist. Hier wäre man auch angekommen, wenn man nicht nach rechts am Waldrand entlang und dann wieder hoch gegangen wäre. Diesen „Umweg“ kann man sich also auch sparen.

Man kann sich beim Rundwanderweg Nr. 3 sicherlich über die Autobahngeräusche und über das wenig attraktive Stück an der L 504 ärgern, auch darüber, dass man einen großen Teil des Weges zweimal läuft, nämlich vom Kleeberg bis zum Wanderparkplatz zurück. Aber man kann sich auch ein zweites Mal über die schöne Weitsicht freuen.

Schollbruch, Raststation „Westfälischer Frieden 1648“, X1648 „Westfälischer-Friede-Weg“, Etappe „Lengerich – Leeden“

Wanderparkplatz „Raststation Westfälischer Friede 1648“

„Westfälischer-Friede-Weg“, Etappe „Lengerich – Leeden“ inkl. Rückwanderroute, ca. 7,6 Kilometer

Die Hauptwanderwege in Nordrhein-Westfalen werden mit einem X gekennzeichnet und durchnummeriert. So ist zum Beispiel der X25 der Schau-ins-Land-Weg, der immer am Hang des Teutoburger Waldes entlang von Bielefeld nach Bevergern führt. Eine Besonderheit ist dabei der X1648. Nicht, dass man jetzt annimmt, in NRW gebe es 1648 Hauptwanderwege. Vielmehr spielt die Nummer an das Jahr des Westfälischen Friedens an, der nach dem Dreißigjährigen Krieg und langen Verhandlungen in Münster und Osnabrück im Jahre 1648 verkündet wurde.

Es ist hier nicht der Ort, die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges oder auch nur der Friedensverhandlungen zu erzählen. Nur so viel: Es gab zwei Verhandlungsorte, nämlich das katholische Münster, wo die französischen, spanischen, niederländische Gesandten und die der katholischen Reichsstände mit den Abgesandten des Kaisers konferierten, und das lutherische Osnabrück, in dem die evangelischen Reichsstände, die Schweden und die kaiserlichen Gesandten verhandelten. Um den Informationsaustausch zwischen den Verhandlungsorten zu gewährleisten, galoppierten berittene Boten zwischen den beiden Städten hin und her.

Zum 350-jährigen Jubiläum des Friedensschlusses wurde u. a. auch der Westfälische-Friede-Weg eingerichtet, der X 1648. Er ist 73 Kilometer lang und orientiert sich an der Route dieser „Friedensreiter“, er verbindet die Rathäuser in Münster und Osnabrück, die mit ihren Friedenssälen alleine einen Ausflug wert sind. Nähere, gute Informationen zum Friedensweg findet man in der Abteilung „Auf Schuster Rappen“, die der Westfälische Heimatbund Münster auf den Seiten des LWL unterhält. (Siehe auf meiner Seite Organisationen.)

Raststation „Westfälischer Friede 1648“ an der Talstraße in Lengerich-Schollbruch

Dieser Blogeintrag beschreibt nur einen kurzen Ausschnitt dieses Streckenwanderweges. Wir beginnen an der Raststation an der Talstraße im Lengericher Schollbruch. Diese Raststation ist einmal etwas anderes als die üblichen Schutzhütten für die Wanderer und Radtouristen. Symbolisch aufgeladen bilden Boden, Seitenwand und Dach die Form eines verbindenden Bandes. Errichtet wurde sie von Lehrlingen aus verschiedenen europäischen Regionen.

Von hier aus entfernen wir uns auf der kleinen Teerstraße weiter von der Bahnstrecke Münster-Osnabrück. Im Schollbruch kann man viel Ruhe genießen, große Höfe liegen verstreut in der einsamen Landschaft, z. B. Auffahrt, Vornbäumer und Büneker, die man in dieser Reihenfolge passiert. Die letztgenannten gehören schon zu Tecklenburg-Leeden. Auf der Straße Am Ritterkamp geht man unterhalb des Fangbergs und des Klausbergs zur Mühle Kortlüke, heute von einem Landhandel flankiert.

Die Mühle hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich, hier wurde Korn gemahlen, Flachs gebrochen und Wolle gewalkt, jetzt allerdings zeigt sich etwas Renovierungsbedarf. Man lässt Kortlüke Mühle beim Weitergehen zur Rechten liegen und gelangt nach Niedersachsen, nämlich nach Natrup-Hagen, aber nur für gut 500 Meter, dann ist man wieder in Nordrhein-Westfalen. Hier, wo Münsterland (oder genauer das Tecklenburger Land) und Osnabrücker Land aufeinandertreffen, war im 17. Jahrhundert die Grenze zwischen der Grafschaft Tecklenburg und dem Fürstbistum Osnabrück. Da das Bistum im Königreich Hannover aufging, wohnen östlich der Grenze heute Niedersachsen. Die Grafschaft Tecklenburg fiel an Preußen und wurde mit der preußischen Provinz Westfalen schließlich der Teil von Nordrhein-Westfalen, für den das Sachsenross im Landeswappen steht.

An der Natrup-Hagener Straße verlassen wir schon den Friedensweg und biegen nach links nach Leeden ab. Über den gut ausgeschilderten Jakobspilgerweg kommt man am Wanderparkplatz Leeden Dorfplatz mit schönen Rast- und Kneippmöglichkeiten vorbei und – sozusagen von hinten – zum Stift, über das hier schon einiges bei der Beschreibung des Wanderwegs A1 „Rund um den Leedener Berg“ geschrieben wurde.

Stift Leeden

Die Anlage erfreut jedesmal wieder, besonders wenn die Sonne scheint und die Rosen blühen. Über das Stiftsgelände mit den großen Linden gelangt man zu den Wanderparkplätzen Leeden Friedhof und Leeden (Stift) an der Hauptstraßen. Die würde einen automatisch wieder auf die Straße Am Ritterkamp führen, das wäre aber zu einfach. Deswegen biegen wir direkt hinter der geschlossenen Bebauung des Stiftsdorfes links ab, um auf den Fangberg zu klettern. Es geht hier über eine kleine Wiese und dann weiter im Wald zwar recht steil bergauf, da der Weg bis jetzt aber nur über asphaltierte Strecken führte, ist der weiche Waldboden eine echte Wohltat. Durch mannshohe Farne führt der Weg auf dem Kamm schnurgeradeaus. Nach gut 600 Metern mündet von rechts der Hermannsweg ein, dem man von hier an bis zum Ausgangs- und Endpunkt folgt.

Man verlässt den Kamm nach rechts und steigt durch den Fichtenwald sacht bergab, bis man am Waldrand wieder auf die Straße Am Ritterkamp kommt. Jetzt geht man – zunächst westlich – denselben Weg zurück, den man auch gekommen ist.

In Leeden gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten, auch hierzu siehe die Beschreibung von A1. Je nach dem, wie genau man sich auf dem Dorfplatz oder dem Stiftsgelände umsieht, kommt man früher oder später wieder an der Raststation Westfälischer Friede an, für die reine Geh-Zeit muss man aber ca. 1,5 Stunden veranschlagen.

Schollbruch, Raststation „Westfälischer Friede 1648“, Hermannsweg, Etappe „Lengerich – Hilter Pass“

Wanderparkplatz Raststation „Westfälischer Friede 1648“

Hermannsweg, Etappe „Lengerich – Malepartus – Bad Iburg – Hilter Pass“

Kurzbeschreibung: Streckenweg; Schollbruch, Sudenfelder Str., Schwarzer Weg, Westerbecker und Aldruper Berg (Kalksteinbrüche), Malepartus, Langer Berg, B51 / Felsenkeller, Bad Iburg, Kleiner und Großer Freeden, Spannbrink, Hilter Pass

Länge: ca. 23,4 km

Dieser Weg deckt sich ungefähr mit der fünften und sechsten Etappe des wunderbaren Hermannsweg-Wanderführers zum westlichen Teil von Horst Gerbaulet.

GPSies - Schollbruch, Raststation „Westfälischer Friede 1648“, Hermannsweg, Etappe „Lengerich – Hilter Pass“Zur Raststation „Westfälischer Friede 1648“ in der Talstraße am Ortsrand von Lengerich findet man hier einige Angaben. Der Hermannsweg-Wanderer geht von hier über die Eisenbahnbrücke zur Osnabrücker Straße, um dann links in die Schollbrucher Straße einzubiegen. Der Schollbruch ist ein besonderes Kleinod und es ist eine lohnenswerte Abwechslung, dass der Hermannsweg hier einmal nicht über den Kamm, sonder durch ein Längstal des Teutoburger Waldes führt. Große Höfe liegen in fast regelmäßigen Abständen in diesem ansonsten einsamen, ruhigen Winkel. (Hier wurde in letzter Zeit infolge von Bauarbeiten ab und zu die Streckenführung geändert –

Steinbruch im Gegenlicht bearb DSCI0224
Blick von der Aussichtsplattform in den Dyckerhoff-Steinbruch bei Gegenlicht

es gibt auch die Variante über den Intruper Berg mit dem imposanten Dyckerhoff-Steinbruch. Man muss sich also über den aktuellen Stand informieren!) Schließlich biegt der „Hermann“ aber wieder nach rechts auf den Berg ab. Im Wald, am Wanderparkplatz Sudenfelder Straße, kreuzt er die gleichnamige K 32 und die Grenze zur Gemeinde Lienen. Ein paar Kilometer weiter überquert er die K 31. Kurz vorher befindet sich der Wanderparkplatz Schwarzer Weg. Zwischen den beiden Parkplätzen befindet sich der Westerbecker Berg, der höchste Berg des Münsterlandes, 235 Meter. Hier gibt es auch eine Schutzhütte, die Axel-Schotte-Hütte, und natürlich einen tollen Ausblick in die nördlich vorgelagerte Ebene. Vorrangig ist die Gegend aber durch die großen Kalksteinbrüche Westerbecker und Aldruper Berg gekennzeichnet, in die man vom Hermannsweg an einigen Stellen auch gut hineinschauen kann.

Nun braucht man nicht mehr lange bis zum Wanderparkplatz Malepartus und zur bekannten gleichnamigen Waldwirtschaft auf dem Liener Berg (Zum Malepartus siehe hier bei der Beschreibung des Liener Wanderwegs A9). Da das Malepartus so beliebt ist, ist auch der Wanderweg von Bad Iburg bis hierhin, der nämlich über den Hermannsweg führt, sehr beliebt und entsprechend „bevölkert“. Mit seinem Auf und Ab ist es aber auch eine besonders schöne Teilstrecke. Man kommt bald zu Schaipers Pütt, einer artesischen Quelle in der Nähe des Kamms.

01/11
Grenzstein des Klosters Iburg

Die historischen Grenzsteine, die hier und auf den nächsten Metern immer wieder auffallen, sind entweder Markierungen des Klosters Iburg (siehe dazu hier bei der Beschreibung des Iburger Rundwanderwegs 2) oder Zeichen für die Grenze zwischen Preußens Provinz Westfalen und Hannovers Landdrostei Osnabrück. Deswegen gibt es auf diesen Grenzsteinen P und H. Das Interessante aber ist, dass sie noch heute die Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen kennzeichnen. Der H-Weg folgt ein Stück dem Grenzverlauf bzw. überquert sie mehrfach und führt über den Kahlen und den Langen Berg nach Iburg.

Sobald  man den Wald verlässt hat man einen Blick auf die beeindruckende Anlage des Iburger Residenzschlosses. Wenn man sich nicht schon im Malepartus auf bayerische Art gestärkt hat, kann man gut am Charlottensee rasten. Ansonsten startet man hier durch zum zweiten Teil der Etappe. Es geht zuerst steil hoch zum geschichtsträchtigen Schloss, einem der oder dem Wahrzeichen des Osnabrücker Landes, und dann wieder runter durch das Städtchen bis zum Standbild von Bischof Benno II. Am Ortsrand gelangt man zum Wanderparkplatz Am Freeden (es gibt übrigens beide Schreibweisen Freeden und Freden) mit Schutzhütte und Kneippbecken und auch der Möglichkeit, eine Felswand aus Kalkgestein zu untersuchen. Der perfekt ausgeschilderte Hermannsweg führt uns teilweise auf dem Kamm durch den Kleinen (200 m), dann durch den Großen Freeden (269 m) zur nächsten Wanderhütte. Nun geht es immer am südlichen Waldrand entlang mit schönen Ausblicken, bis man wieder steil bergauf steigt auf den Spannbrink (257 m). Der Kamm des Teutoburger Waldes ist hier sehr schmal und für mich ist dieser Teil einer der schönsten Abschnitte des gesamten Hermannswegs, der ja an schönen Abschnitte wirklich nicht arm ist. Wenn man dann noch die Wochen in März und April trifft, in denen der Lerchensporn am Freeden, aber auch auf dem Spannbrink blüht, ist es wirklich wunderbar.

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Lerchenspornblüte am Spannbrink

Auf der Nordseite blüht der Lerchensporn, auf der Südseite des Kamms das Buschwindröschen. Es ist immer wieder ein Naturphänomen in unseren sommergrünen Wäldern, wenn die Frühjahrsblumen blühen, bevor ihnen das Laub der Bäume das Licht nimmt.

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Die Buschwindröschen blühen gegenüber.

Schließlich geht es wieder hinunter zum Hilter Pass, wo man sich gut abholen lassen kann.

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Am Wald- und Wegrandrand findet man zeitgleich auch den Huflattich