Berlebeck, Hermannsweg, Etappe „Berlebeck – Bärenstein“ plus Rückwanderroute

Wanderparkplatz Berlebeck

Hermannsweg, Etappe „Berlebeck – Bärenstein“

ca. 7,2 Kilometer

Der Anfang dieser Route, der Teil auf dem Hermannsweg, wurde schon bei dem Eintrag zur Hermannsweg-Etappe „Berlebeck – Leopoldstal“ beschrieben.

Im Detmolder Ortsteil Berlebeck kann man zentral und kostenfrei sein Auto abstellen, gegenüber vom Hotel Kanne ist der Wanderparkplatz Berlebeck. Man muss dann auf der Hauptstraße (Paderborner Str.) ein Stück nach Süden gehen, bis man in den Kindergartenweg einbiegen kaann, auf dem auch der Hermannsweg verläuft. An der evangelisch-reformierten Kirche vorbei beginnt der Weg gleich kräftig bergan zu steigen. Es gilt, den Stemberg zu ersteigen, der 401 Meter hoch ist. Allerdings führt unser Wanderweg nicht direkt über den Gipfel, sondern bleibt etwas nördlicher und tiefer. Es geht durch Fichten- und auch immer wieder durch Buchenwälder. Auch auffallend viele Vogelbeeren säumen den Weg.

Mit der Geisterschlucht südlich des Hermannswegs beginnt schon bei diesem Aufstieg eine Ansammlung von Sandsteinbrüchen, die uns bis zum Wegende begleiten. Den einen oder anderen kann man sich dabei genauer ansehen. Der Wald holt sich seinen Lebensraum zurück, auch wenn einige der Steinbrüche bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts genutzt wurden. Zusammen mit den teils gewaltigen, herumliegenden oder in den Wänden anstehenden Sandsteinblöcken ergeben sich „dunkelurige“ Stimmungsbilder. Manchmal muss man genau hinsehen, um zu erkennen, ob es ein überwachsener Steinblock oder ein mit Moos besetzter Baumstumpen ist. Im Kontrast dazu stehen die schönen Aussichten nach Norden in die lippische Schweiz, die man ebenfalls hier vom Hang des Stembergs genießen kann.

Heide auf der Vogeltaufe
Heide auf der Vogeltaufe

Ganz plötzlich kommt man aus dem Wald heraus und erreicht die Vogeltaufe, einen südöstlichen Sporn des Stembergs, der nicht bewaldet ist, sondern als Heide offen gehalten wird – garniert mit einigen malerischen Eichen und Birken. Ein Gedenkstein erklärt den Namen und die dazugehörende Sage der Vogeltaufe. An einigen Raststationen kann man Sonne tanken und den Blick über Blaubeer- und Heidesträucher gleiten lassen.

Hinter der Vogeltaufe kommt man zu den ersten Häusern von Holzhausen-Externsteine und zum Wanderparkplatz Vogeltaufe. Holzhausen-Externsteine ist heute ein Ortsteil von Horn-Bad Meinberg. Am Hotel Bärenstein verlässt man den Siedlungsbereich schon wieder. Etwas weiter rechts läge der Wanderparkplatz Bärenstein.

Hier bietet sich eine eine gute Möglichkeit der Rückwanderung nach Berlebeck an. Bis hierhin hat man ca. 3,8 km unter den Füßen, die Rückwanderroute ist etwas kürzer. Anstatt dem Hermannsweg über den Bärenstein zu den Externsteinen zu folgen, wandert man ein Stück auf dem H-Weg zurück. Man trifft sehr schnell auf den Rundwanderweg A3. Da er am unteren Waldrand des Stembergs entlang führt, hat er immer wieder wunderbare Aussichten in die hügelige Gegend zu bieten. Zunächst muss man sich aber erst wieder ein kleines Stück die Vogeltaufe „hocharbeiten“, um dann rechts abzubiegen und die kleine Straße Hirschberg zu erreichen, der man weiter nach Westen folgt. Kurz vor ihrem Ende biegt mnan nach rechts ab und spaziert auf dem Sträßchen Kuckucksburg durch ein Neubaugebiet, bis man auf die Straße Stemberg kommt. Am Wanderparkplatz Stemberg vorbei, erreicht man den Strangweg, der nach rechts abbiegt und die Grenz zwischen Holzhausen-Externsteine und Berlebeck bzw. zwischen Horn-Bad Meinberg und Detmold anzeigt.

Wir gehen hier geradeaus weiter und sind jetzt auf dem Berlebecker Rundweg A1. An der nächsten Möglichkeit halten wir uns links und gelangen so auf die Tannenstraße. Sie führt uns mit einer Rechtskurve in das geschlossene Siedlungsgebiet von Berlebeck. Immer geradeaus weiter kommen wir schließlich auf die Fromhauser Straße, die uns zum Sträßchen An der Pyramideneiche bringt, an der wir A1 verlassen, da sie uns direkt Wanderparkplatz Berlebeck im Dorfmittelpunkt führt.

Der Hinweg, der Hermannsweg ist gut ausgeschildert, führ die Rückwanderroute ist eine Karte nicht schlecht. Unterwegs gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten, wie z. B. das Hotel Bärenstein am „Wendepunkt“ oder das Hotel Kanne am Start- und Zielpunkt.

Elte Zum Weddenfeld / Zum Hermannsweg, A2

Parkplatz Elte Zum Weddenfeld / Zum Hermannsweg

A2

Elte ist ein wunderschönes Dorf, das heute zur Stadt Rheine gehört. Außerdem besitzt es mit den Emsauen, der Elter Mark und besonders mit dem Wilden Weddenfeld interessante Wandergebiete. Es gibt außer den überregionalen auch viele regionale Wanderwege, wie man auf der alten Wanderkarte am Wanderparkplatz Elte Hinterdingsweg / Zur Saltenwiese sehen kann. Letztere werden aber recht stiefmütterlich behandelt und die Kennzeichnungen sind kaum oder gar nicht vorhanden, so dass man gutes Kartenmaterial, Ortskenntnisse oder – besonders im Weddenfeld – gutes Orientierungsvermögen haben sollte.

Der Wanderweg A2 führt auf gut 4 Kilometern durch eben dieses sogenannte Wilde Weddenfeld. Hier handelt es sich um eine große Fläche mit sandigen Binnendünen, die heute fast ausschließlich mit Kiefernwald bestanden sind. Auf einer Informationstafel am Parkplatz Elte Zum Weddenfeld / Zum Hermannsweg kann man Genaueres erfahren, z. B.  dass das Weddenfeld als Teil der Mark durch Abholzung ab dem Mittelalter zur Heide wurde und auch beim Plaggenhieb Verwendung fand oder dass es erst in den 1960er Jahren endgültig gelungen ist, die Dünen zu befestigen. Heutzutage sind die trockenen Binnendünen in unserer Umgebung eine Rarität, die besonders geschützt werden sollte.

07/2011
Steinerner Bildstock anno 1739

Vom Wanderparkplatz, der ca. einen Kilometer östlich des Dorfkerns von Elte liegt, geht es zunächst noch auf asphaltierter Straße zum Waldrand. Hier kreuzt sich die Straße Zum Weddenfeld, auf der wir aber weiterhin bleiben, mit dem Hinterdingsweg.

Ein alter Bildstock von 1739 (!) markiert diese Kreuzung. Von hier aus geht man übrigens auf dem Hermannsweg, der von Rheine herkommt und durch das Wilde Weddenfeld nach Bevergern führt.

Der Weg führt weiter immer geradeaus. Nach ungefähr einem Kilometer führt zum ersten Mal ein deutlich erkennbarer Weg nach links in den Wald hinein. Man kann durch die Kiefern schon den im Norden dahinter liegenden Waldrand sehen. Hier verlässt man „den Hermann“ und biegt links ein und geht dann ein Stück am Waldrand entlang. Hier findet man auch immer wieder kleinere, offene Sandflächen.

Waldrand am Wilden Weddenfeld (7/11)

A2 führt aber bald wieder in den Wald hinein. Ca. 300 Meter weiter macht der zwar unbefestigte, aber gut erkennbare, befahrbare Waldweg einen fast rechtwinkligen Knick nach rechts. An dieser Stelle müssen wir weiter geradeaus, auch wenn unser Weg jetzt zu einem immer schmaler werdenden Pfad wird. Rechter Hand sehen Sie durch die Kiefern in ungefähr 100 Metern Entfernung eine (zur Zeit) mit Mais bestandene Lichtung mitten im Wald. Daran kann man sich gut orientieren. Wenn man das Feld nicht mehr über die rechte Schulter sieht, muss bald eine Kreuzung mit einem anderen „offiziellen Trampelpfad“ kommen. Hier biegen wir jetzt links ab. In totaler Stille entwickelt sich schnell ein Gefühl der Einsamkeit, aber auch der scheinbaren Unendlichkeit des Waldes. In welche Richtung man auch schaut: Kiefern, Kiefern, Kiefern, ein paar versprengte Birken oder sogar schlechtwüchsige Eichen und immer wieder Sand und die Binnendünen. Ein Ende scheint nicht absehbar. Ab einer gewissen Wärme verbreiten die Kiefern auch ein intensiv würziges Geruchserlebnis.

Im Wilden Weddenfeld: Binnendünen und Kiefern (7/11)

Schließlich, nach ca. 700 Metern, übersteigt man einen letzten Dünenkamm und ist wieder auf dem Hauptweg Zum Weddenfeld. Hierauf geht man dann zurück zum Wanderparkplatz.

Wenn man am Parkplatz vorbeigeht und sich dann im Dorf an der Hauptstraße links hält, gelangt man nach schätzungsweise einem Kilometer zum Gasthaus Zum Splenterkotten im Schatten der St. Ludgeruskirche aus dem 17. Jahrhundert.

Und weil es so schwierig ist, sich zurecht zu finden, hier noch eine vergrößerbare und ausdruckbare Karte des Wanderweges A2.

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