Münsterlandblick, Teutoschleife „Tecklenburger Bergpfad“ mit Erweiterungen in Brochterbeck und Tecklenburg

Wanderparkplatz Münsterlandblick (fürs Navi: nahe Am Weingarten 25)

Teutoschleife „Tecklenburger Bergpfad“ mit Erweiterungen (ca. 13,7 km; ca. 4¾ Std. inkl. Pausen)

Das Projekt Teutoschleifen hat aus dem Tecklenburger Land eine Premium-Wanderregion gemacht. Neben Spazierwanderwegen und einem Stadtwanderweg gibt es mittlerweile acht Premium-Rundwanderwege. Einer davon, und zwar der mit der höchsten Punktzahl (71), ist der Tecklenburger Bergpfad. Und es stimmt: Es handelt sich um einen außergewöhnlich schönen, abwechslungsreichen und naturnahen Wanderweg mit allen Annehmlichkeiten, die bei einem Premium-Wanderweg dazugehören.

outdooractive indexMan kann den sehr gut beschilderten Rundweg in beide Richtungen laufen und an mehreren Stellen einsteigen. Wir starten am auch an Feiertagen kostenpflichtigen WP Münsterlandblick. Über den steilen Südhang des Teutoburger Waldes hat man hier schon einen beeindruckenden Blick in die Weite des flachen Münsterlandes.

Aber dann geht es endlich los: Über die Hauptstraße Am Weingarten geht es zunächst westwärts zum Bismarckturm am Hotel Bismarckhöhe und auch an einem großen Wanderparkplatz (ebenfalls kostenpflichtig). Dort geht es über den Tannenweg auf den Hermannsweg. Es ist die Etappe, die von den Dörenther Klippen kommt und weiter bis Lengerich führt und auch schon bei WandererMartin beschrieben wird.

Zwischen Trockenmauern folgen wir dem H-Weg auf dem schmalen Hauptkamm des Teutoburger Waldes, aber schon an der nächsten Abzweigung biegen wir rechts ab. Von hier an folgen wir einem Waldlehrpfad, der über verschiedene, auch exotische Baumarten aufklärt. Plötzlich erscheint im Wald zur Linken etwas Unerwartetes: die Goldene Treppe. 116 Stufen führen hinauf, der Blattgoldstreifen ergibt aus jedem Blickwinkel andere Wirkungen.

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Die Goldene Treppe inmitten des Waldes

Unser Tecklenburger Bergpfad führt aber am Fußende der Treppe weiter nach Nordwesten -sehr urtümlich und naturnah und längst nicht so gut besucht wie der „Hermann“ weiter oben – bis er schließlich wieder auf den Kammweg trifft. Ein „Rastpilz“ markiert das Zusammentreffen der Wege im Schatten des Waldes. Einige Meter weiter erreicht man die Holthauser Waldkapelle „Maria Wegweiserin“, siehe dazu auch bei diesem Beitrag: Alter Bhf. Brochterbeck, A1 „Auf dem Hermannsweg zum Blücherfelsen“.

Die Teutoschleife macht noch einen kleinen Schlenker über den nördlichen Waldrand, von wo man einen imposanten Ausblick auf das Ibbenbürener Kraftwerk auf dem Schafberg gewinnt, dann erreicht sie den Blücherfelsen. Die Aussicht ist wegen der Höhe der umstehenden Bäume sehr eingeschränkt, aber ein geeigneter Rastpunkt ist der Felsen allemal. (Auch zum Blücherfelsen siehe den verlinkten Beitrag oben.)

Vom Blücherfelsen geht es hinunter zum Alten Bhf. Brochterbeck am Ringhotel Teutoburger Wald. Wir überqueren die Straße Im Bocketal und biegen rechts für ein paar Meter in die Dorfstraße ein. Sofort nehmen wir den Wiesenweg zur Linken, der uns ein Stück am Dorf vorbeiführt. Hier verlassen wir den offiziellen Tecklenburger Bergpfad zu unserer Wegerweiterung durch Brochterbeck. Wir verlassen den Wiesenweg nach rechts und gehen über Wallenweg und Dorfstraße Richtung Dorfplatz Brochterbeck und erreichen so das Historische Gasthaus Franz, eine geeignete Einkehrmöglichkeit mit Biergarten nahe Dorfteich und Wassermühle.

Ausblick am ehemaligen Kalksteinbruch

Hinter der Gaststätte geht es wieder hoch in den Wald und zurück zum Tecklenburger Bergpfad. Eine Unterquerung führt uns wieder auf die andere Seite der Umgehungsstraße. Eine Treppenanlage hilft, einige Höhenmeter zu gewinnen und den Aussichtspunkt Münsterlandblick (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Wanderparkplatz) zu erreichen. Über die Abbruchkante eines ehemaligen Steinbruchs blicken wir weit in die Parklandschaft des Münsterlandes. Unser Weg bleibt nun eine Zeit lang an dieser Abbruchkante, was immer wieder tolle Ausblicke eröffnet, einmal auch über das türkisfarbene Wasser eines vollgelaufenen Kalksteinbruchs.

Danach geht es südlich hinunter an den Fuß des Hangs. Unten biegen wir links ab und folgen dem Blühstreifen in Richtung Tecklenburg. Manchmal sieht man das alte Städtchen schon oben auf dem Kamm liegen und man ahnt schon, welche Höhenmeter noch bevorstehen. Da kommt die „Bergpfadrast“ zur Linken ganz recht, um noch einmal zu verschnaufen und die Aussicht zu genießen.

Die reine Idylle im Tecklenburger Land

Schließlich aber beginnt der Aufstieg, zunächst noch ganz sacht und vorbei an einem öffentlich zugänglichen (natürlich etwas verstimmten) Klavier im Wald, der sogenannten Waldmusik. Über einen herrlichen Waldpfad geht es hinauf zum Rolandsgrab, einer Felsenhöhle, die sich angeblich der holländische Kaufmann Roland als Grab reservierte. Aber dort ist man noch längst nicht oben. Weiter geht es über den Hexenpfad steil hinauf Richtung Kamm. Manchmal helfen ein paar Treppenstufen. Schließlich erreicht man das Sträßchen Felsenstiege und dann ist man oben an der Straße Am Weingarten.

Man könnte nun rechts zum Münsterlandblick zurückgehen, aber da man schon einmal im schönen Tecklenburg ist, sollte man die Straße überqueren und über die Brochterbecker Straße und die Schloßstraße zum Markt gehen, dem Ortsmittelpunkt von Tecklenburg, wo sich auch die Touristeninformation befindet. Natürlich gibt es hier auch Informationsmaterial zu den Teutoschleifen oder den Hermannshöhen. Auch Ingmar Bojes schwärmt in seinem Wanderführer zu den „Wanderungen für die Seele“ im Teutoburger Wald vom Tecklenburger Bergpfad. Dort gibt es weitere Informationen (siehe unten).

Hier im Städtchen gibt es viele Einkehrmöglichkeit vom Biergarten über Restaurants bis zu Eisdiele und Pommes-Bude. Am Markt befindet sich das bekannte Café Rabbel. Über Krummacherstraße und Meesenhof mit dem WP Bergstadt Tecklenburg erreicht man wieder Am Weingarten und den WP Münsterlandblick.


Schaumburg, Rundweg mit Schaumburg und Paschenburg (RI6 / RI7)

Wanderparkplatz Schaumburg (fürs Navi: Rinteln, Burgstraße 1)

Rundweg mit Schaumburg und Paschenburg (RI6 / RI7), (ca. 12,3 km; ca. 3¾ Std. inkl. Pausen)

Die geschichtsträchtige Schaumburg gehört heute zu Rinteln, ist aber immer noch namensgebend für den Landkreis Schaumburg und das Schaumburger Land. Sie steht auf dem Nesselberg im Weserbergland südlich des Kamms inmitten eines prächtigen Waldgebietes. Noch heute gehört sie dem hochadeligen Haus Schaumburg-Lippe.

Am Wanderparkplatz Schaumburg beginnt unser Wanderweg, der eine Kombination der regionalen Rundwege RI6 und RI7 ist. RI steht für Rinteln.

Wir beginnen mit der ersten Hälfte des RI6, der auch Springsteine-Route heißt, denn er dreht quasi eine Runde um diese Felsformation. Dazu gehen wir auf der Burgstraße nach Nordwesten. Schon hier gibt es Aussichtspunkte wie Kiesows Eck, die Ausblicke in das Wesertal, die unter uns liegende Ortschaft Rosenthal oder zurück zur Schaumburg ermöglichen. Kurz vor der Passhöhe verlassen wir das Sträßchen nach links und biegen in den Wald ein. Dieser gut zu gehende Weg, auch Südweg genannt, führt durch den Hang der Ostendorfer Egge auf die Springsteine zu, genauer auf die Unterseite der Klippen.

Nachdem man diese passiert hat, erreicht man den Wanderparkplatz Springsteine, der mit Schutzhütte am Deckberger Pass liegt. Hier ist man der Autobahn wieder so nah, dass man sie „gut“ hören und sogar sehen kann. Der Wanderparkplatz ist sozusagen der Wendepunkt, denn die Springsteine-Route RI6 führt ab hier auf dem Weserbergland-Weg zurück nach Osten. Da er dazu den Kamm des Wesergebirges nutzt, mus man zunächst recht steil aufsteigen. Oberhalb der Springsteine führt der Weg hinauf zum Oberberg.

Im Wald auf den zerklüfteten Springsteinen am Kammweg

Aber die Plackerei lohnt sich. Vor allem im April bietet sich links und rechts des Kammweg eine fantastische Blütenpracht. Unzählige Frühblüher nutzen die Sonnenstrahlen, bevor das Blätterdach der Buchen sich schließt: Veilchen, Lerchensporn, Buschwindröschen, Hahnenfuß, Bärlauch, Sternmiere, Schlüsselblume usw.

Schließlich erreicht man eine Treppenanlage, die den Wanderer wieder hinunter zu dem kleinen Pass der Burgstraße führt, vor dem man auf dem Hinweg links abgebogen ist. Dieser Pass wird auch Pionierpass genannt, denn er wurde von Mindener Pionieren unter Major Füßlein 1923 in den Felsen gesprengt.

Jetzt bleiben wir mit RI6 auf dem Weserberglandweg XW und spazieren weiter zur Paschenburg. Die Blütenfülle lässt auch auf dieser Seite keineswegs nach, eher ist das Gegenteil der Fall.

Frühblüher am Kamm, hier Lerchensporn und Hahnenfuß

Die Paschenburg steht auf der höchsten Erhebung des Weserberglandes. Im Süden befindet sich das Wesertal vor dem Lippischen Bergland, im Norden das Bückeburger Auetal. Dementsprechend ist die Aussicht von hier oben beeindruckend. Die Paschenburg beherbergt heute ein Restaurant, ist aber 1842 als Försterei im Stil eines Jagdschlosses gebaut worden. Hier oben gibt es auch den Wanderparkplatz Paschenburg.

Ab hier können wir uns an der Markierung RI7 orientieren. Das ist die Schloss-Schaumburg-Route und der folgen wir schon seit dem Pionierpass. Von der Paschenburg geht es über den Möncheberg nach Osten. Dabei ist unser Wanderweg immer schmaler und natürlicher geworden, bis nur noch ein kleiner Pfad übriggeblieben ist. Schließlich geht es über eine Treppe und viele Kehren hinunter zur Ortschaft Rohdental. Dabei haben wir einen schönen Blick auf Amelungs- und Baumgartenberg weiter östlich.

Rohdental gehört schon zur Stadt Hessisch Oldendorf im Landkreis Hameln-Pyrmont. Unser Rundwanderweg berührt die nördliche Ecke der Siedlung, wo es auch eine schöne Rastgelegenheit mit Blick über das Wesertal gibt .

RI7 führt uns nun auf einer gut ausgebauten Forststraße im Wald nach Westen. Hier ist es mit der Blütenvielfalt nicht so weit her, der Wald lässt wohl hier am Hang weniger Sonne durch als auf dem Kamm. Dafür sind die Flächen übervoll mit Bärlauch bestanden und es ist wesentlich ruhiger. Schließlich erreicht man die Schaumburg, die man besichtigen sollte, so weit das möglich ist.

Das Torhaus der Schaumburg von innen und darüber die Paschenburg

Durch den Torturm erreicht man die Vorburg und darüber die Hauptburg. Dort gibt oder gab es (als ich vor Ort war, geschlossen) die Schlossgaststätte, vor allem aber eine vortreffliche Aussicht, die vielleicht sogar der Burg den Namen gegeben hat (ehem. Schauenburg). Beim Verlassen der Burg erkennt man erst richtig die Schönheit des Amtshauses im Torhaus. Weit darüber sieht man auch die Paschenburg. Auf dem Vorplatz der Höhenburg und damit direkt am Wanderparkplatz Schaumburg befindet sich das Hotel-Restaurant Zum Schaumburger Ritter im ehemaligen Burgkrug.

outdooractive indexDer Wanderwege sind hervorragend beschildert. Sie werden durch das Touristikzentrum Westliches Weserbergland betreut. Ich habe den Weg als Nummer 26 in diesem Wanderführer von Chris Bergmann gefunden. Dort gibt es viele weitere Informationen und noch 39 andere Touren.

 

Ostercappeln, Ostercappelner Rundweg

Wanderparkplatz Ostercappeln (fürs Navi: nahe Bahnhofstr. 2)

Ostercappelner Rundweg (ca. 13,5 km; ca. 3¼ Std.)

Dieser Rundweg um die Gemeinde Ostercappeln hat seine schönen und – um es gleich vorweg zu sagen – häßlichen Seiten. Landschaft und Ortschaft sind sicherlich sehenswert, aber der Rundwanderweg führt sehr viel über Asphalt und dabei auch an und auf viel befahrenen Autostraßen entlang.

Mitten im Ort steht am Zusammentreffen von Großer und Bahnhofstraße eine alte Wanderkarte von Ostercappeln und hier kann man auch gut in den Ostercappelner Rundweg starten. Durch die Gartenstraße geht es zum Kirchplatz mit der neugotischen Pfarrkirche St. Lambertus, einer dreischiffigen Hallenkirche. Der gegenüber dem Rest der Kirche sehr kleine wirkende Turm stammt noch vom romanischen Vorgängerbau. Architekt war der in unserer Gegend im 19. Jahrhundert sehr produktive Johann Bernhard Hensen aus Sögel.

Lambertuskirche

Über den hübschen Kirchplatz führt der Weg zur Bremer Straße. Man folgt dieser Hauptstraße an der evangelischen Pauluskirche vorbei nach Süden, auch noch wenn sie zur vielbefahrenen B51/65 geworden ist. Schließlich kann man die Bundesstraße vorsichtig überqueren und auf der anderen Seite in die Obere Heide einbiegen. Nach all dem Straßenlärm kann man aufatmen, denn jetzt beginnt ein schöner Teil des Weges.

In östlicher Richtung erreicht und überquert man die Schledehauser Straße und aus der Oberen wird die Große Heide. Hinter den Tennisplätzen biegt man nach Süden ab und durchquert auf der Nordhauser Straße den schmalen Waldstreifen. Dahinter geht es links in den Weg Zum Fange. Der Weg bleibt zunächst immer am Waldrand, hinter dem im April herrliche Flächen von Buschwindröschen leuchten. Schließlich geht es richtig in den Wald hinein, immer parallel zum Graben Große Heide. Am Ende erreicht man das Gelände von Gut Caldenhof.

Die Reste von Gut Caldenhof mit Windthorst-Gedenkstätte

Vom Herrenhaus sind nur noch die Grundmauer und Teile der Gräften vorhanden. Drinnen erinnert man selbstverständlich an Ludwig Windthorst, dem wohl bekanntesten Ostercappelner, der hier geboren ist. Der amerikanische Historiker Jonathan Steinberg schreibt in seiner Biographie „Bismarck. Magier der Macht“ über Windthorst: „Die Beharrlichkeit, Integrität und Courage, mit denen Windthorst gegen Bismarcks Autoritarismus und Rechtsverletzungen kämpfte, häufig entgegen den reaktionären Instinkten seiner eigenen Parlamentsfraktion, würden es verdienen, dass er in der heutigen Bundesrepublik Deutschland bekannter wäre und in höheren Ehren gehalten würde, als es der Fall ist.“ Das kann man Ostercappeln nicht vorwerfen, denn hier wird an jeder Ecke an diesen genialen Parlamentarier und Bismarck-Gegner erinnert, allerdings wohl mit der Absicht, den Ort vom Ruhm des Zentrumspolitikers profitieren zu lassen.

Über den Caldenhofer Weg erreicht man die Hitzhauser Straße. Dabei kann man noch einen Blick auf das nur rudimentär erhaltene Hitzhauser Megalithgrab werfen, immerhin Beleg, dass die Gegend schon im vierten Jahrtausend v. Chr. besiedelt war. Über die Hitzhauser Straße geht es zurück nach Ostercappeln. Während des langen und öden Weges auf der Straße überquert man den Caldenhofer Graben und passiert eine wunderschöne, von Weitem sichtbare Hainbuchenlaube und schließlich geht es auch über die B51/65.

Gleich nach der Brücke biegt man in die Siedlung ein und geht wieder hinunter zur Bremer Straße. Auch dieser großen Straße muss man ein gutes Stück nach Osten folgen, aber immerhin gibt es dieses Mal einen Fußweg. Endlich kann man wieder nach links abbiegen, hoch zum Waldrand am Berg. Auf einer Bank kann man eine schöne Pause mit Ausblick auf Ortschaft und Bundesstraße machen, denn man hat jetzt ungefähr acht Kilometer unter den Sohlen.

Blick auf Ostercappeln

Dann geht es weiter den Berg hoch zum Wittekindsweg, dem Kammweg des Wiehengebirges. Mit dem Wittekindsweg, aber auch gleichzeitig auf dem DiVa-Walk verläuft der Ostercappelner Rundweg nach Westen zur Windthorst-Brücke über die Bahnhofstraße. Von oben kann man auch den Wanderparkplatz Windthorstbrücke sehen.

Es geht immer geradeaus weiter, unterhalb des Sportplatzes und an einer Schutzhütte vorbei, bis man in die Bergstraße einbiegt. Hier hat man zwischen den Häusern hindurch tolle Ausblicke über den steilen Nordhang des Wiehengebirges. Am Ende der Bergstraße findet man die Marienkapelle von 1856. Hinter der Kapelle geht es wieder in den Wald, immer auf dem Kammweg bis der Weg über einen Sporn zur förmlich in den Wiehen hineingeschnittenen Bahnlinie hinunterführt. Schließlich geht es an der Böschung des Bahndamms hinunter bis zur Venner Straße, der Kreisstraße 415. Hier kann man überlegen, ob man nach rechts abbiegt, denn hinter der Bahnunterquerung liegt das Gut Krebsburg.

outdooractive indexDer Ostercappelner Rundweg biegt aber nach links ab und folgt der Venner Straße vorbei am Rathaus zum Ortsmittelpunkt und Startpunkt unserer Tour. Die ist unterwegs mit einem weißen Punkt erstaunlich gut gekennzeichnet, in der Regel auf gut und weit sichtbarem roten Hintergrund. Trotzdem können GPS-Daten nie schaden. Ein kleiner Schlenker zum Kirchplatz mit den Einkehrmöglichkeiten, z. B. dem Akropolis ist vielleicht noch drin.


Pente, Rundweg 5 „Am Zweigkanal entlang durch den Schager Sand“

Wanderparkplatz Pente (fürs Navi: nahe Bramsche, Achmerstr. 12)

Rundweg 5 „Am Zweigkanal entlang durch den Schager Sand“ (ca. 2¼ Std.; ca. 10,3 km)

Südlich der Penter Egge erstrecken sich der Schager Sand. Der heißt so, da diese Besitzungen wohl mal zur heute fast vollständig verloren gegangenen Burg der Familie Schagen gehörten. Um vom Wanderparkplatz Pente dorthin zu gelangen, folgt man zunächst dem Stich- oder Zweigkanal in Richtung Osnabrück. Nach ungefähr einem Kilometer zweigt ein Weg nach Osten ab, auf dem auch der noch recht neue Kulturpfad Königstannen von Terra.vita verläuft. Dem Weg folgend umgeht man das Gelände der Familien-Sport-Gemeinschaft, eines Vereins für Freikörperkultur.

Spätestens jetzt bemerkt man den Sand unter den Füßen. Heute steht auf ihm der Penter Wald, dem Boden entsprechend hauptsächlich Kiefern, aber auch viele Birken und Eichen. Versteckte Hügelgräber zeigen an, dass in dieser Gegend schon sehr lange Menschen leben und wirtschaften. Nicht alle Erhebungen sind Gräber. Teilweise handelt es sich auch um Reste von Binnenland-Sanddünen.

Im Penter Wald 20200125_111936
Im Penter Wald

Im Süden des Penter Waldes befinden sich die Königstannen. Dieses schon zu Hollage gehörende Gebiet verlässt man über Niehaus‘ Kirchweg Richtung Penter Straße. Dahinter erreicht man den idyllischen, im Morgennebel auch etwas gruseligen Schwarzen See, heute vor allem ein Fischereigewässer.

Hinter den gewaltigen Windrädern biegen wir vom Pollerweg, der am Schwarzen See entlangführt, wieder nach Norden ab. Da hier weitere Windkraftanlagen gebaut werden, müssen wir etwas durch die sandige Baustelle klettern, erreichen dann über Wiesen und am Waldrand entlang den Moorweg, jetzt wieder auf Bramscher Gebiet.

Der Moorweg führt uns zum kleinen Wallenhorster Bach, dem wir nach Westen folgen, bis er sich vom Moorweg entfernt. Wir folgen dem Moorweg an der Westseite einer großen, länglichen Lichtung entlang nach Norden. Links von uns befindet sich nun wieder der Penter Wald, der ehemals Königliche Forst Bersenbrück. Im Wald sieht man auffallend viel und schönen, immergrünen Ilex.

Schließlich erreicht man die Hollager Straße und über die die Achmerstraße. Anstatt ihr zu folgen, gehen wir aber links zurück über den Horstweg. Das asphaltierte Sträßchen verlassen wir bald wieder nach rechts und folgen einem schmalen Pfad zum Kanal. An dem geht es zurück zum Wanderparkplatz Pente unterhalb der Egge. Dabei überqueren wir wie auf dem Hinweg den Penter Bach, der unter dem Zweigkanal hindurchgeführt wird.

In dieser einsamen Gegend gibt es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit. Die weiße 5 ist in der Regel noch vorhanden. Die Verwendung eines gpx-Tracks beruhigt aber.

Solefreibad, Rundweg 6

Wanderparkplatz Solefreibad (fürs Navi: Bad Essen, Platanenallee 14)

Rundweg 6 (ca. 12,6 km; ca. 3 Std.)

Natürlich sind die neuen TERRA.tracks allesamt tolle Strecken, aber es ist auch gut, dass es in vielen Orten noch die alten regionalen Rundwanderwege gibt, so in Bad Essen. Von der SoleArena startet der Rundweg 6, der weit hinaus in die sehr einsame Gegend zwischen Bad Essen und Bissendorf führt.

Am Waldrand oberhalb von Bad Essen geht es zunächst nach Westen zur Wassermühle, denn hier befindet sich die Fußgängerbrücke, die den Spaziergänger sicher und bequem über die Bergstraße bringt. Man könnte sich noch mit den diversen Skulpturen in den Kuranlagen oberhalb des Solefreibads beschäftigen, aber das kann man sich auch gut für den Rückweg aufheben – jetzt soll es erst einmal losgehen.

Weg Nr. 6 führt zunächst parallel zur Bergstraße nach Süden, vorbei an der Wassertretstelle, um dann ungefähr in Höhe des (ehemaligen) Waldhotels in den sogenannten Eselsweg einzubiegen. Nun geht es etwas kräftiger bergauf zum Ortsteil Essenerberg. Über das Sträßchen Opketal geht es weiter nach Süden aus der Siedlung hinaus. Fast zwei Kilometer führt der Weg geradeaus auf die Opke-Wiesen zu, zur Rechten das Wäldchen Thunhorst. An der T-Kreuzung am Ende biegen wir links ein (Im Reisiek), um dann auf dem Gramberger Weg noch ein kleines Stück weiter nach Süden zu gehen.

Wiesen im Deitinghauser Bruch

Dabei überquert man die hier noch junge Wierau. Sie entspringt etwas weiter östlich in Rattinghausen und hieß im Oberlauf früher meines Wissens Opke. Da bin ich mir aber nicht ganz sicher – wenn jemand etwas dazu weiß, kann er es in die Kommentarfunktion schreiben.

Nach ein paar Metern überquert man die Grenze nach Deitinghausen. Das ist eine Bissendorfer Bauernschaft. Das Sträßchen, in das wir nach der nächsten Hofstelle nach rechts einbiegen, um zurück nach Norden zu wandern, heißt Roter Teichweg. Schöne Wiesen prägen zur Rechten den Deitinghauser Bruch. Direkt nachdem man erneut über die Wierau spaziert ist, biegt links ein Forstweg in den Wald ein. Man erkennt die Stelle im Juli und August an dem Alant, der sich hier breit gemacht hat. Dem Weg und einem Rechtsabzweig folgen wir zu einem Hünengrab, dem neolithischen Großsteingrab Deitinghausen, auch als Großsteingrab Grambergen bekannt. Es gibt dort auch eine etwas überwucherte Rastmöglichkeit.

Nun geht es durch den Wald zurück, zum Teil auf einem schönen, schmalen Trampelpfad. Unvermittelt zweigt ein noch kleinerer Patt nach links in die Königstannen ab, wie der Wald heißt. Hier helfen meine GPS-Daten. GPSies - Solefreibad, Rundweg 6Dort im Wald befindet sich ein massiger Findling, der wie ein Walfisch im Waldboden liegt, der sogenannte Opferstein. Bei genauerem Hinsehen sieht man an vielen Stellen in der Umgebung weitere verteilte Findlinge.

Das Deitinghauser Großsteingrab

Schließlich erreicht man über den Hauptweg die Bad Essener Straße Am Mahnmal, der man nach Osten folgt. Kurz hinter der Kreuzung mit der Glockenbrinkstraße kann man die asphaltierte Straße nach links verlassen und in einer Art Fußgängerallee spazieren. Von dort aus geht es noch einmal hinunter in ein kleines Waldtal und wieder hinauf zum Wanderparkplatz Paracelsus-Kliniken / Enzianhütte und weiter zur Enzianhütte am Empterweg. Eine Einkehr in dieser „alpinen Lokalität“ hat man sich nun wirklich verdient.

Den Sonnenbrinkturm auslassend spazieren wir danach direkt zum Parkplatz Auf der Breede und von dort aus über die Fußgängerbrücke zurück. Vielleicht ist jetzt noch Zeit, die Aussicht von der Himmelsterrasse über Bad Essen zum Stemweder Berg zu genießen oder die Attraktionen im Kurpark zu betrachten. Am Wanderparkplatz Solefreibad gibt es auch die Trattoria Da Toni.