Roter Berg, Hasberger Rundpättken, Etappe 1 „Roter Berg – Gasthaus Thies“

Wanderparkplatz Roter Berg (füs Navi: Hasbergen, Roter Berg 8)

Hasberger Rundpättken, Etappe 1 „Roter Berg – Gasthaus Thies“ (ca. 10,4 km; ca. 2¼ Std.)

„Dat Hasberger Rundpättken“ dreht eine insgesamt ca. 25 Kilometer lange Runde um die Gemeinde Hasbergen. Der Rundwanderweg wird anscheinend nicht mehr gepflegt, nur sporadisch sieht man unterwegs noch die alten Wegemarkierungen, die an die Bergbautradition der Hüggelgemeinde erinnern. Prinzipiell kann man den Weg in beide Richtungen gehen und überall beginnen.

Wir starten die erste Etappe am WP Roter Berg am Westrand des Hüggels und wollen nach Gaste zum Gasthaus Thies. Zunächst geht es über die Hauptwanderwege X15 und X25 in südwestlicher Richtung hinunter zur Osnabrücker Straße, wo man auf „dat Rundpättken“ trifft.

Westlich der Landesstraße geht es gegenüber von Brörmanns Buffethaus in das kleine Sträßchen mit Namen Haslage, benannt nach der Burg Haslage (vorher Herslage), deren Geschichte eng mit der Geschichte Hasbergens verbunden ist, bzw. war, denn von der Burg ist heute so gut wie nichts mehr zu sehen.

Offene Landschaft am Sträßchen Haslage, südwestlich von Hasbergen

Die bewaldete Erhebung zur Rechten des Sträßchens ist der eigentliche Rote Berg. An der nächsten Kreuzung geht es rechts ab und die Tour in Richtung Norden beginnt. Über die Stüvestraße „ersteigen“ wir den Dickner Berg. Über einen schönen Fußweg geht es durch ein kleines Wäldchen zur Bahnlinie im Westen von Hasbergen, die wir am großen Hof Wortmann überqueren. Beim Weg über den kleinen und recht unbekannten Dickner Berg hat man freie Sicht bis zum Piesberg hinter Osnabrück.

An der Bahnlinie entlang erreichen wir die Tecklenburger Straße, der wir ein kleines Stück nach Westen folgen, aber schon hinter dem nächsten Haus geht es wieder nach Norden, also rechts ab. Ein schöner Weg führt uns über die freie Flur zur Hofstelle Wettkamp. Dahinter erreichen wir den Gaster Berg. Wir durchkämmen das Wäldchen auf dem kleinen Hügel und kommen dahinter zu den Amazonen-Werken. Der Hersteller von Kommunal- und Landmaschinen ist einer der größten Arbeitgeber in Hasbergen und das Aushängeschild des Ortsteils Gaste.

Gegenüber dem Werk geht man in das kleine Sträßchen Am Amazonenwerk. Durch Wald und Weihnachtsbaumplantagen kommt man zu den Höfen Große und Kleine Brömstrup, die man beide links liegen lässt. Hinter den Höfen erreicht man die Straße An der Feldriede und kommt dabei der Autobahn 30 schon recht nahe. Wir gehen ostwärts, verlassen aber vor der nächsten Siedlung Im Knochenort die Straße und biegen links ab zu Heidesee und Goldbach, der hier der Grenzfluss nach Nordrhein-Westfalen ist.

Der Goldbach als Grenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen

Mit dem Goldbach geht es unter der A30 hindurch. Hinter einem zweiten Teich erreicht man die kleine Stichstraße Am Heidesee. Sie führt uns direkt zur Rheiner Landstraße mit dem Gasthaus Thies und der gleichnamigen Bushaltestelle. Hier endet unsere heutige Etappe vom Hasberger Rundpättken. Die nächste Teilstrecke führt dann von hier zum Gasthof Schirmbeck-Hunsche.

Wellingholzhausen, Am Beutling, Beutlingsturm-Luisenturm-Runde

Wanderparkplatz Am Beutling (fürs Navi: Melle, nahe Beutlingsallee 41)

Beutlingsturm-Luisenturm-Runde (ca. 17 km, ca. 4¾ Std. Gehzeit, ca. 330 Höhenmeter ↑↓)

Dieser Rundweg empfiehlt sich für eine schöne Tageswanderung zwischen Wellingholzhausen und Borgholzhausen, also in einer von dichten Wäldern, Hügeln und Tälern, Quellen und Bächen gekennzeichneten Landschaft.

Vom Wanderparkplatz Am Beutling geht es zunächst am gleichnamigen Gasthaus vorbei, um den Hausberg der Wellinger westlich zu umrunden, bis man die „Rückseite“ erreicht hat. Eine Abzweigung führt uns nach rechts aus dem Wald und Naturschutzgebiet heraus, hinunter zur Hofstelle Altemöller. Dort biegen wir wieder rechts ab und erreichen so das Sträßchen Puschkental. Links unten sieht man schon den Wanderparkplatz Puschkental vor dem Wullbrink liegen.

Kurz hinter dem Parkplatz geht es rechts hinunter zur Schwarzen Welle mit einer Schutzhütte. Der kleine Bach, den man kurz vorher überstiegen hat, ist die hier noch ganz junge Hase, in die auch das Wasser der Schwarzen Welle oder Almaquelle läuft.

Waldrand am Steinbrink

Hinter der Quelle beginnt einer der kräftigeren Anstiege dieser Tour, denn es gilt, den Kamm des Teutoburger Waldes mit dem Hermannsweg zu „erklimmen“. Oben auf der Ascher Egge angekommen, wendet man sich nach links und spaziert auf dem Kammweg zum Hankenüll. Auf dessen höchster Stelle (307 m) erreicht man die Landesgrenze, der der „Hermann“ nun ein Stück nach Osten folgt.

Der Hermannsweg führt uns danach über den Vicarienkopf und den Hollandskopf mit der Windkraftanlage zum Luisenturm auf der Johannisegge (293 m). Hier hat man sich sicherlich eine Pause verdient. Wie gut, dass es unter dem Aussichtsturm auch die Luisenturm-Hütte gibt. Da es hier auch den Wanderparkplatz Luisenturm gibt, kann man die Beutlingsturm-Luisenturm-Runde auch gut hier in Borgholzhausen beginnen.

Dann beginnt der Rückweg nach Niedersachsen, indem man zunächst ein Stück geht, wie man gekommen ist, also vom Luisenturm zum gleichnamigen Wanderparkplatz und dann über die asphaltierte Peter-Eggermont-Straße in Richtung des riesigen Windrads in der ehemaligen Militäranlage. Kurz vor dem Tor führt uns unser Rundweg aber rechts ab, so dass wir die Anlage linker Hand liegen lassen.

Über den Hang des Osbergs geht es hinunter zur Wellingholzhausener Straße in der Borgholzhausener Bauernschaft Holland. Beim Abstieg sollte man einen Abstecher zur Pfaffenkammer machen, einer kleinen Spalthöhle.

Am Eingang zur Pfaffenkammer

Der Name erinnert an die zur Höhle gehörende Sage, nach der hier ein Versteck für die ersten Christen der Gegend war. Unterirdische Gänge sollten bis nach Osnabrück führen.

Ausblick vom Hang des Osbergs hinüber zum Wiehengebirge

Am Wanderparkplatz Wellingholzhausener Straße (eher eine Parkmöglichkeit) trifft man auf die Kreisstraße, die man überquert. Auf der anderen Seite des Tals tritt man wieder in den Wald. Mit dem Überqueren des Steinbaches ist man wieder in Niedersachsen, und zwar im Neuenkirchener Berg. Man erreicht den Fernwanderweg X25, den Schau-ins-Land-Weg. Mit ihm geht es hinüber zum kleinen Kerßenbrocker Berg. Man überquert den Brandhorstweg und wieder die Wellingholzhausener Straße, die jetzt im Grönegau Hasestraße heißt.

Den vor uns liegenden Hof Altemöller kennen wir schon vom Beginn der Tour. Dieses Mal biegen wir hinter den Gebäuden rechts ab und steigen den Beutling hinauf. Das ist der letzte Anstieg, aber die Aussicht vom Beutlingsturm sollte man nicht versäumen. Teutoburger Wald und Grönegau liegen einem zu Füßen. Und zum Abschluss sollte man natürlich im Gasthaus „Zum Beutling“ einkehren, Kuchen oder Brot und die Aussicht auf Wellingholzhausen genießen und die absolvierte Runde Revue passieren lassen.

Die Idee zu dieser Runde stammt aus diesem Wanderführer von TERRA.vita, dort gibt es also weitere Informationen. Der Startpunkt liegt dabei in Borgholzhausen.

Rheinau, Hallenbad, Von Rheinau zum Rheinfall und zurück

Wanderparkplatz Rheinau, Hallenbad (fürs Navi: Rheinau, Ellikonerstr.2)

Rundwanderweg Von Rheinau zum Rheinfall und zurück (ca. 18,5 km; ca. 5 Std. Gehzeit)

Bei dieser Tour handelt es sich um eine klassische Flusswanderung am Hochrhein entlang zu Mitteleuropas größtem Wasserfall, dem Rheinfall bei Schaffhausen. Grob gesagt geht es auf der deutschen Seite hin und auf der schweizerischen zurück. Man sollte einen ganzen Tag einplanen, da es unterwegs so viel zu entdecken gibt.

Das schweizerische Rheinau liegt auf der Anhöhe in einer Rheinschleife und ist an drei Seiten von Deutschland umgeben. Vom Wanderparkplatz Rheinau, Hallenbad am Schwimmbad Aquarina sind es nur ein paar Schritte hinunter zur Wehrbrücke des interessanten Laufwasserkraftwerks Rheinau. Mit dem Überqueren der Brücke wechselt man vom Kanton Zürich in den baden-württembergischen Landkreis Waldshut und kann dabei schon tolle Ausblicke genießen.

Blick von der Wehrbrücke am Kraftwerk bei Rheinau

Man sollte nun meinen, dass der Weg hinter der Brücke einfach dem Strom aufwärts folgt wie der Hochrhein-Höhenweg. Leider ist dieser Weg aber zur Zeit teilweise unpassierbar, und zwar aufgrund vieler umgestürzter Bäume. Schon recht bald muss man also den Fluss verlassen und den Hang hinaufsteigen in den oben gelegenen Wald (Schwaben genannt). Einige Pfade und Wege führen auf die Gemeinde Jestetten-Altenburg zu.

Die günstige Lage der Rheinschleifen führte dazu, dass diese Region seit vielen, vielen Jahrhunderten besiedelt ist. Das zeigt sich zum Beispiel an dem Keltenwall oder Schanz genannten Damm, auf den man trifft und über den man wieder in Richtung des Rheins wandert. Am Ende treffen wir auf einen alten, aber noch heute gültigen Grenzstein mit der Einmeißelung GB 1859 (GB für Großherzogtum Baden) und wenden uns nach links und gehen – genau auf der Grenze – auf das schweizerische Nohl zu.

Durch den Weiler Nohl, der auf einer Terrasse über dem Strom liegt, führt der Weg hinunter zum Rheinuferweg in den Kanton Schaffhausen und zum Rheinfall in Neuhausen. Über den hier viel zu schreiben, würde den Rahmen sprengen. Hier ist verständlicherweise viel Trubel. Man kann die diversen Einkehrmöglichkeiten nutzen, auch eine „spritzige“ Bootsfahrt an den Wasserfall machen usw., die Hauptattraktion bleibt natürlich der Rheinfall.

Bei einer Bootsfahrt zum tosenden Rheinfall kann man sich erholen und erfrischen, man kommt den Naturgewalten sehr nah.

Über die Rheinfallbrücke gelangt man schließlich auf die andere Seite. Hier begrüßt uns das Schloss Laufen. Außerdem gibt es viele Aussichtspunkte, die man eigentlich alle nutzen sollte. Auf Fischnetz und Kanzel kommt man dem wilden Wasser besonders nah.

Dann erreicht man über den Bahnhof Laufen wieder den Uferweg. Mit jedem Meter, den man sich von der Touristenattraktion entfernt, wird es ruhiger. An der Nohlbrücke (mit Kneippmöglichkeit) ist man schon wieder fast alleine. Über den Fähreweg machen wir einen Schlenker durch die Ortschaft Dachsen und folgen dann dem Rhiwanderweg deutlich oberhalb des Stroms.

So kommen wir zur Bachdelle in Dachsen und dem darin liegenden schönen Freibad. Man kann es zum Baden nutzen, aber auch für eine Einkehrpause im Schwimmbadkiosk. Danach folgen wir wieder dem wunderschönen Uferpfad und genießen den Anblick des ruhig dahinströmenden Hochrheins.

Nach einiger Zeit führt der Weg wieder hinauf in die Rheinhalde und verläuft dann bis nach Rheinau in diesem Hang über dem Fluss. Es geht links und rechts und hinauf und hinab, bis man schließlich das Kraftwerkswehr erblickt.

Bevor man den Ausgangspunkt erreicht, kommt man noch an einer Infanteriestellung vorbei, denn noch heute ist die „Halbinsel Rheinau“ wie eine Festung gesichert. Wer noch immer Energie hat oder sich nur erholen will, kann zum Abschluss noch das Schwimmbad in Rheinau nutzen. Es liegt ja direkt am Wanderparkplatz Rheinau, Hallenbad.

Weitere Informationen gibt es im Rother Jubiläumswanderführer Alpen, denn dort gibt es eine ganz ähnliche Tour. Sie stammt aus dem Rother Wanderführer Bodensee Süd von Herbert Mayr.

Stiepel, Kemnader Straße / Zeche St. Barbara, Zwischen Bochum und Hattingen an der Ruhr

Wanderparkplatz Kemnader Straße / Zeche St. Barabara (fürs Navi: Bochum, Kemnader Str. 524)

Rundwanderweg „Zwischen Bochum und Hattingen an der Ruhr“ (ca. 14 km; ca. 3½ Std. Gehzeit)

Dies ist eine sehr abwechslungsreiche Runde im schönen Ruhrtal. Man passiert den flachen Bochumer, aber auch den hügeligen Hattinger Teil. Neben schöner Landschaft gibt es immer wieder Zeugnisse der westfälischen Geschichte zu sehen. So wird direkt am Anfang mit einer Info-Tafel an die Stiepeler Kleinzeche St. Barabara erinnert, denn hier kommt auch der Bergbaubauwanderweg Bochum-Süd vorbei.

Der Rundwanderweg steht ähnlich – startend am Haus Kemnade –  in Uli Auffermanns Rother-Wanderführer zum Ruhrgebiet und hat es auch in Rothers Jubiläums-Wanderführer Deutschland geschafft, siehe unten. Deswegen genügen hier ein paar Kurzinfos.

Vom Parkplatz Kemnader Straße / Zeche St. Barabara geht es auf küzestem Weg hinunter an die Ruhr, denn man will natürlich schnell ans Wasser. Der Weg auf dem alten gepflasterten Leinpfad folgt der Ruhr flussabwärts, also nach Nordwesten. Es herrscht oft reger Betrieb von Wassersportlern und so ist immer viel zu sehen. Gegenüber sieht man auch schon die mächtige Burg Blankenstein.

Blick vom Leinpfad über die Ruhr zur Burg Blankenstein im morgendlichen Dunst

Man passiert das alte Fährhaus von Stiepel, heute Imbiss und Restaurant Andrés alte Fähre.  Der historische Leinpfad folgt nun dem Schleusenkanal, der hinter einem Wasserkraftwerk und der alten Schleuse wieder mit der Ruhr zusammengeführt wird.

Vor der Klosterbrücke verlassen wir den Fluss. Über die Blankensteiner Straße kommen wir auf die Brücke. Vorher passieren wir einen Pferdehof, auf dem es auch ein Restaurant mit Biergarten gibt, das Wirtshaus Stiepel. Eigentlich möchte man die viel befahrene Ruhrbrücke schnell passieren, man wird aber doch über dem Fluss einmal anhalten, denn die Aussicht nach Osten ist wunderschön.

Unter der Brücke durch geht es zum Areal An der Kost. Hier gibt es Gasthaus, Hotel und Campingplatz, den man aber nicht überqueren darf. Deswegen geht es wieder zurück und über das Sträßchen Am Schulknapp hinauf am Welper Friedhof vorbei. Östlich vom Friedhof geht es dann wieder in den Wald. Der Wanderweg führt beständig auf und ab durch die Berge am diesseitigen hohen Ruhrufer. Mehrere Aussichtspunkte ermöglichen Blicke auf den Fluss und die dahintergelegenen Bochumer Ortsteile.

So kommt man schließlich nach Hattingen-Blankenstein. In diesem historischen Städchen mit seinen zwei alten Kirchen und der mächtigen Höhenburg direkt über der Ruhr gibt es viel zu sehen, aber das würde den Umfang dieses Blogs sprengen. Im Burgrestaurant kann man auch einkehren und dabei die Aussicht über das Ruhrtal genießen.

Nachdem man sich in Blankenstein ein bisschen umgesehen hat, geht es unterhalb der Burg wieder in den Wald und weiter auf und ab und links und rechts Richtung Osten. Man überquert dabei die Wittener Straße. Schlussendlich erreicht man über das Sträßchen Im Katzenstein das Hammertal und nördlich davon zwischen den Ruhrarmen die Wasserburg Haus Kemnade. Auch hier gibt es Einkehr- und Besichtigungsmöglichkeiten.

Wasserschloss Haus Kemnade

Auffermanns Vorschlag biegt hinter dem historischen Gemäuer rechts ab und macht noch einen Umweg zum Kemnader See, wo man die Ruhr am Stauwehr überqueren kann. Wir aber gehen auf der Kemnader Straße geradeaus weiter über die Kemnader Brücke und erreichen so bald den Wanderparkplatz Kemnader Straße / Zeche St. Barbara, unserem Startpunkt am Hasenkamper Berg.

Wir haben viele Pausen gemacht und uns besonders lange in Blankenstein aufgehalten. So haben wir uns insgesamt 5½ Stunden genommen, um diese schöne Runde zu genießen.

Geesthacht, Waldfriedhof, An der Elbe von Geesthacht nach Lauenburg

Wanderparkplatz Geesthacht, Waldfriedhof (füs Navi: Geesthacht, Berliner Str.)

Streckenwanderung „An der Elbe von Geesthacht nach Lauenburg“ (ca. 16,6 km; ca. 4 Std. plus Einkehrpausen und Busrückfahrt)

Die Wanderung an der Elbe entlang ist eine hervorragende Tagestour, eine abwechslungsreiche Streckenwanderung, die mit jedem Kilometer gewinnt und in dem wunderschönen Städtchen Lauenburg/Elbe den Höhepunkt findet. Viele Ausblicke, Einkehrmöglichkeiten und die schöne Natur lassen diesen Weg zu einer echten Genusstour werden.

Wir starten am großen Parkplatz am Neuen Waldfriedhof im Osten von Geesthacht. Auf der gegenüberliegenden Seite der B 5 geht es neben dem Pumpspeicherbecken in den Wald hinein. Es gibt auf dem Gelände des Speicherbeckens auch einen Aussichtsturm, auf dessen Besteigung wir aber verzichten, weil noch viele und schönere Aussichten auf uns warten. Über den Hang östlich und südlich des Beckens geht es in Richtung Elbe. Informationstafeln lassen uns über die Ausmaße des Speicherkraftwerks staunen, z. B. über den Durchmesser der drei Rohrleitungen von fast vier Metern. Über diesen Rohren, die das Gefälle des Geesthangs nutzen, hat man einen ersten schönen Blick auf den Fluss.

Die Rohrbahnen des Speicherbeckens Geesthacht über dem Kraftwerk und dem Auslaufkanal

Über das schöne Sträßchen Kronsberg mit der Dynamit-Nobel-Direktorenvilla erreichen wir die Elbuferstraße und das stillgelegte Kernkraftwerk Krümmel. Ein Schönheit ist dieser Riesenkasten sicherlich nicht, aber es ist schon ganz interessant, den Klotz mal aus relativer Nähe zu sehen.

Unser Wanderweg verläuft nun ein Stück an der K 63, der Elbuferstraße, entlang. Das ist nicht so schön, aber zur Rechten fließt majestätisch der Elbe-Strom. Auch erreicht man bald den Geesthachter Ortsteil Tesperhude. Hier hat man sich eine erste Pause verdient und es gibt auch die ensprechenden Einkehrmöglichkeiten mit schönem Blick aufs Wasser, z. B. das Landhaus Tesperhude oder das Elbkantinchen direkt am Anleger Tesperhude.

Nach der Pause geht es in südöstlicher Richtung weiter. Der Weg verläuft ab hier immer zwischen dem Fluss zur Rechten und dem Hohen Elbufer zur Linken. Am Ende des Strandweg befindet sich ein Campingplatz und der Wanderparkplatz Campingplatz Hohes Elbufer. Hinter dem Campingplatz kommen wir ins NSG „Hohes Elbufer zwischen Tesperhude und Lauenburg“.

Immer wieder verläuft der Weg direkt an den naturnahen Uferzonen der Elbe.

Entsprechend naturnah verläuft der Weg bis zur Alten Salzstraße im Schnakenbeker Ortsteil Sandkrug. Hier trifft man auf die Alte Salzstraße, die von Lüneburg nach Lübeck führte und an dieser Stelle die Elbe kreuzte. Heute erfreut das Café und Restaurant Alter Sandkrug die Wanderer und andere Gäste, eine Einkehrmöglichkeit mit einem tollen Garten und einem herrlichen Blick über den Fluss zum gegenüberliegenden, niedersächsischen Artlenburg – absolut empfehlenswert.

Nach der Rast im Alten Sandkrug geht es steil die Alte Salzstraße hinauf zur ehemaligen Ertheneburg, die hier den Elbübegang sicherte. Heute sind nur noch Graben und Wall mit Durchlass sowie das Plateau, auf dem die Burg stand, zu bestaunen – und natürlich der Blick über das Gewässer. Die Steine der Burg wurden für den Bau des Lauenburger Schlosses (s. u.) verwendet.

outdooractive indexDanach gehen wir wieder einige Schritte zurück, um dann wieder in südöstlicher Richtung hinunter zur Elbe zu wandern. Hier beginnt das schönste Stück des Weges, weil es besonders urtümlich und naturnah ist, fast urwaldartig ist. Der Pfad wir imer schmaler und der Wald immer abwechslungsreicher. Man kann dabei an verschiedenen Stellen im Elbwasser kneippen oder etwas Strandleben genießen.

Schließlich erreicht man das Städtchen Lauenburg. Zunächst geht es noch weiter an der Elbe entlang, aber schließlich nehmen wir einen der Durchgänge – hier Twieten genannt – zur höher gelegenen Elbstraße. In der wunderschönen Unterstadt von Lauenburg gibt es viele bunte und liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser zu bewundern. Über den Graben erreichen wir die evangelisch-lutherische Maria-Magdalenen-Kirche aus dem 13. Jahrhundert und den Kirchplatz mit der Tourist-Information.

Über den Wallweg erreicht man nach kräftigem Anstieg den Schlossturm, den letzten Rest des im 17. Jahrhundert zerstörten Lauenburger Schlosses, das Amtshaus und die sogenannte Askanierterrasse. Von hier hat man noch einmal einen hervorragenden Blick über die Elbe in ihrem Tal und hier endet unsere Wanderung.

Das Ziel erreicht: der Askanierblick über die Elbe

Natürlich kann man sich in Lauenburg, der südlichsten Stadt Schleswig-Holsteins lange umsehen und schön einkehren, z. B. in der Schifferbörse mit Terrasse direkt über dem Fluss. Das ergibt dann den gelungenen Abschluss einer herrlichen Tagestour.

Am ZOB kann man abschließend den Bus zurück nehmen. Immer ungefähr zur halben Stunde fährt ein Schnellbus auf direktem Weg in einer Viertelstunde zum Wanderparkplatz Geesthacht, Waldfriedhof. Da es so viele schöne Einkehrmöglichkeiten gab, haben wir für die Strecke gut sieben Stunden benötigt, die wir aber auch wirklich genossen haben.

Weitere und professionellere Tipps, Bilder, Beschreibungen und die GPS-Daten gibt es im Rother-Jubiläumswanderführer Deutschland bzw. in dem Wanderführer „Rund um Hamburg“ von Michael Schnelle. Vor allem gibt es dort viele weitere lohende Touren.

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