Fischbeker Heide, Heidschnuckenweg, Fischbek – Büsenbachtal

Wanderparkplatz Fischbecker Heide (füs Navi: Hamburg, Scharlbarg 41)

Zweitägige Streckenwanderung auf dem Heidschnuckenweg von Fischbek zum Büsenbachtal (ca. 40,2 km; ca. 10 Std. plus Übernachtung und Pausen)

Der Heidschnuckenweg ist ein Fernwanderweg, der die Lüneburger Heide von Nord nach Süd durchquert. Er startet noch auf Hamburger Gebiet und endet in Celle. Insgesamt ist der Weg ca. 223 Kilometer lang, besonders reizvoll natürlich zur Zeit der Heideblüte im August und im September. Benannt ist er nach der ortstypischen Schafrasse, deren Herden man tatsächlich auf dem Weg begegnen kann.

Am Wanderparkplatz Fischbeker Heide liegt ein kleiner Findling und hier startet der Weg für die Wanderer, die nicht schon an einem der S-Bahnhöfe im Stadtteil Neugraben-Fischbek gestartet sind. Wir starten hier einen zweitägigen Wochenendtrip in der Nordheide.

Und der Heidschnuckenweg beginnt gleich mit einem landschaftlichen Höhepunkt, der Fischbeker Heide. Die große, offene und wunderschöne Heidefläche ist bergiger, als man denkt. Auf Sandboden geht es beständig in Schlangenlinien auf und ab, schließlich liegt hier auch Hamburgs höchste Erhebung, der Hasselbrack. So hat man auch häufig weite Ausblicke in die verschiedenen Richtungen, z. B. am Segelflugplatz Fischbek.

Auf dem Heidschnuckenweg durch die Fischbeker Heide

Hinter dem Fluggelände überquert man im dichten Wald die Landesgrenze nach Niedersachsen und erreicht die Siedlung Tempelberg , die schon zu Neu Wulmstorf gehört. An einer Lichtung im Waldstück Doppelheide etwas weiter südlich kann man gut rasten. Danach geht es wieder in den Wald, bis man zum Karlstein kommt, benannt nach Kaiser Karl d. Großen, der hier gegen die Sachsen gekämpft haben soll. Der gewaltige Granitfindling liegt auf einer kleinen Anhöhe im Staatsforst Rosengarten.

Nach Überquerung der Rosengartenstraße erreicht man den Wanderparkplatz Langenrehm mit einer kleinen Rastgelegenheit. Dahinter kommt man schließlich aus dem Buchenwald heraus und man erblickt voraus den Fernmeldeturm Rosengarten. Das Dorf Langenrehm ist aber in erster Linie für seine Museumsstellmacherei bekannt, in der sich auch das Café Peters befindet, benannt nach der Stellmacherfamilie. Achtung: nur sonntags geöffnet!

Im Dreieck der Ortschaften Emsen, Nenndorf und Dibbersen überquert man dann die Autobahnen A261 und A1. Hinter der A1 ist man schon in Buchholz-Dibbersen. Hier kann man im Landhotel Frommann den Tag ausklingen lassen und übernachten. Auf dem Weg dorthin sieht man eine schöne alte Windmühle.

Gut ausgeschlafen geht es dann am nächsten Tag erst einmal wieder zum Heidschnuckenweg. Schnell ist man im Buchholzer Ortsteil Steinbeck an der B75. Über die Straßen Eichholz und Heimgartenstraße erreicht man  Stadtwald und Stadtpark mit dem Mausoleum Schmidt, über Parkstraße, Friedhofstraße und Neue Straße erreicht man den zentral gelegenen Bahnhof Buchholz (Nordheide).

Hinter dem Bahnhof geht es erst einmal zum schönen Stadtteich, den man quasi umrundet. An den Bahngleisen entlang verlässt man das Siedlungsgebiet der größten Stadt des Landkreises Harburg. Schließlich entfernt sich das H des Heidschnuckenwegs aber doch von der Bahntrasse und biegt ab in einen richtig malerischen Wald. Der Weg führt auf schmalen Pfaden hinauf zum Höllenberg, einer eher kleinen Anhöhe. Beim Abstieg durchwandert man dann auf einem engen Patt das lauschige Höllental.

Man kommt aus dem Wald heraus und sieht vor sich die große Heidefläche am Brunsberg. Wegen der perfekten Rundumsicht sollte man hier unbedingt eine Pause einlegen. Der 129 Meter hohe Brunsberg ist umgeben von einem Naturschutzgebiet, das von einer großen Heidschnuckenherde beweidet wird.

Da sind sie endlich: die Heidschnucken am Brunsberg

Wenn man vom Brunsberg hinunterkommt, geht es noch einmal in den Wald, den Staatsforst Langeloh. Man überquert die Kreisstraße 72. Schon erreicht man die nächste große Heidefläche am Pferdekopf, auch hier gibt es schöne Aussichten. Dieses Mal sind viele Teiche und Wasserläche in der Heide. Von dem kleinen Hügel geht es dann hinunter ins Büsenbachtal.

Im malerischen Büsenbachtal

Bevor man am Haltepunkt Büsenbachtal in den Zug steigt, sollte man das Café Schafstall aufsuchen, denn eine Stärkung hat man sich jetzt unbedingt verdient. Das restaurierte, reetgedeckte Haus mit seinem großen Garten bietet sich dafür an. Der Bahnhof ist nur ein paar Meter entfernt.

Oberstaufen-Steibis, Bergstation Imbergbahn, Premiumwanderweg Alpenfreiheit mit Abstecher zum Falken

Startpunkt Bergstation Imbergbahn (fürs Navi: Talstation Imbergbahn, Oberstaufen-Steibis, In der Au 19)

Zweitägige Rundwanderung auf dem Premiumwanderweg „Alpenfreiheit“ mit Abstecher zum Falken (ca. 20,1 km, ca. 6¾ Std. Gehzeit, ca. 900 Höhenmeter ↑↓)

Dieser herrliche Premiumwanderweg Alpenfreiheit im Oberallgäu dreht eine Runde im Naturpark Nagelfluhkette. Man durchwandert das größte geschlossene Alpgebiet Bayerns. Alpe ist hier der Begriff für die Alm mit ihren Bergweiden und unendlich vielen Rindviechern und ihren Glocken. Sportliche Wanderer sollten die Tour auch problemlos an einem Tag in der zur Verfügung stehenden Zeit schaffen, also zwischen erster und letzter Gondel der Imbergbahn. Verteilt man die Tour aber auf zwei Tage mit Übernachtung in der Falkenhütte wird eine echte Genusstour daraus.

Von der trubeligen Bergstation geht es hinunter in das Gebiet der Bergmoos-Alpen. Wir passieren die Obere Bergmoos-Alpe und es wird sehr schnell ruhiger. Hinter der Remmeleck-Alpe (mit Einkehrmöglichkeit) biegen wir nach rechts ab. In südlicher Richtung geht es weiter bergab, bis man den Lanzenbach erreicht, der nicht viel weiter im Osten in die Weißach mündet.

Man kann den Lanzenbach sicher auf einer stählernen Brücke überqueren. Mehr Spaß macht es natürlich, die Stahlseile zu benutzen und zum anderen Ufer zu balancieren – mit viel Gepäck eine schöne Gleichgewichtsübung.

Alles liebevoll hergerichtet auf der Oberstiegalpe

Da der Lanzenbach hier auf ca. 1000 Meter die tiefste Stelle der Tour markiert, geht es von nun an fast nur noch bergauf. Man durchquert das Gebiet der Stieg-Alpen. Zunächst passiert man die Mittlere Stieg-Alpe, dann dreht der Weg eine Schleife hinauf zur Oberen Stieg-Alpe. Man hat jetzt ungefähr vier Kilometer zurückgelegt und sollte die Chance nutzen, in diesem liebevoll geführten Berggasthof einzukehren. Hier schmeckt alles so lecker, dass man sich viel Zeit lassen kann.

Schließlich verlässt man die Alpe in südwestlicher Richtung  und erreicht hinter der Weide einen lichten Wald aus alten und sehr alten Bergahornen. Die gewaltigen und bizarren Gestalten scheinen sich hier am oberen Ende der Laubwaldzone sehr wohl zu fühlen.

Mehrere gewaltige Bergahorne säumen den Wanderweg

Hinter dem Wäldchen markiert der nächste Weidezaun den Wechsel zur Schneeloch-Alpe. Direkt an diesem Zaun verlassen wir den gut ausgeschildeten Premiumwanderweg Alpenfreiheit und nehmen die Stufen hinauf zur Falkenhütte. Der Weg ist richtig steil, aber es lohnt sich, denn oben erreicht man eine große Hütte mit hervorragender Küche und schönem Gastraum. Die Aussicht reicht bis zum Bodensee und über der Hütte trohnt der Falken auf der deutsch-österreichischen Grenze. Um die Hütte herum lebt eine große Rinderherde, die das Idyll komplettiert. Die Falkenhütte bietet sich also förmlich als Übernachtungsmöglichkeit an.

Am nächsten Morgen empfiehlt sich ein Aufstieg auf den Falken. Auf- und Abstieg sind relativ einfach und von oben hat man einen prächtigen Rundblick in alle Richtungen. Da man in einer Stunde zurück ist, kann man das schon vor dem Frühstück machen.

Der Rückweg zur Imbergbahn führt zunächst über die Zufahrtstraße der Falkenhütte Richtung Hörmoossee. Wir biegen aber vor dem See und Michaels Kräuter-Alp links ab, umrunden den See, der leicht versteckt in einer Senke liegt, mit etwas Abstand auf seiner Südseite. So gelangen wir zu den Häderich-Alpen und über die Grenze nach Österreich. Direkt dahinter befindet sich das große Almhotel Hochhäderich.

Hinter dem großen Parkplatz für den Skizirkus biegt ein Pfad rechts ab durch ein sehr schönes, moorartiges Gelände. Am Ende erreicht man das nette Alpstüble Moos, das man unbedingt noch einmal als Einkehrmöglichkeit nutzen sollte. Dahinter beginnt der Aufstieg auf der nördlichen Seiten des Lanzenbachtals.

Blick vom Kojen über das Lanzenbachtal zur Hochgratkette. Auch die Falkenhütte ist ganz hinten in der Mitte zu erkennen.

Man erklimmt den Kojen-Schichtkamm, das ist der nördlichste der drei Allgäuer Nagelfluh-Schichtkämme. Am Kojenstein hat man den Grat erreicht und kann weit über Oberstaufen in das Vorland bis zum Bodensee schauen. Auf der anderen Seite liegt hinter dem Lanzental die Hochgratkette mit den Falkenköpfen, unter denen man heute aufgebrochen ist.

Der hervorragend ausgeschilderte Wanderweg Alpenfreiheit bleibt nun fast bis zum Ende auf dem Kamm, der meist dicht bewaldet ist. Aber es gibt auch immer wieder Aussichten ins Lanzenbachtal. Man passiert das Steinerne Tor, einen alten Durchbruch durch den Grat, an dem das Nagelfluhgestein schön zutage tritt. Kurz dahinter wechselt man von Vorarlberg wieder nach Bayern und vom Kojen auf die Fluh, dem Hauptberg dieser Kette. Auch hier oben ist noch viel vom Bergwald übrig, der an den Hängen größtenteils für die Alpen gerodet wurde.

In der Einsattelung zwischen Fluh und Imberg erreichen wir nach einem recht steilen Abstieg unseren gestrigen Startpunkt, die Bergstation Imbergbahn. Sowohl an der Berg-, als auch an der Talstation gibt es Einkehrmöglichkeiten.

Bahnhof Willebadessen, Eggeweg, Etappe „Willebadessen – Blankenrode“

Wanderparkplatz Bahnhof Willebadessen (fürs Navi: Am Bahnhof 1)

Eggeweg, Etappe „Willebadessen – Blankenrode“ (ca. 21,4 km, ca. 6¼ Std.)

Nach dem Hermannsweg will man natürlich als zweiten Teil der Hermannshöhen auch den Eggeweg erwandern. Wir haben das in vier schönen Etappen gemacht: Die erste begann in Leopoldstal, die zweite in Bad Driburg. Jetzt geht es an die dritte ab dem Bahnhof Willebadessen. Das heißt, dass man zunächst den Zuweg vom Bahnhof zum Eggeweg auf dem Kamm des kleinen Gebirszug meistern muss. Ist man aber erst einmal oben, verläuft der Weg relativ eben.

Schon beim gut gekennzeichnete (>) Aufstieg kann man die Schönheit des Stadtwaldes Willebadessen und des Landschaftsschutzgebietes Hirschstein genießen. Vorbei an einem gewaltigen Ehrenmal vor einer steilen Felswand erreicht man über schöne Pfade den Wanderparkplatz Alte Eisenbahn an der L763. Eine Schutzhütte lädt zur Rast ein, aber man ist ja gerade erst „warmgelaufen“. Mit dem Eggeweg folgt man der Landesstraße nach Süden. Dabei überquert man den Pass, den die „Alte Eisenbahn“ der Cöln-Mindener-Thüringer Eisenbahngesellschaft im 19. Jahrhundert durchtunneln sollte. Aus dem Projekt ist aber nichts geworden. An den Einstichstellen auf der Ost- und Westseite sind aber schöne Schluchten erhalten geblieben.

Das Försterkreuz steht nicht für den absterbenden Fichtenwald, sondern für die von Wilderern ermordeten Förster.

Vorbei am kleinen, versteckten Denkmal „Kleiner Hergott“ erreicht man das Försterkreuz. Es erinnert ganz konkret an die Ermordung der Förster Gieß, Steinsträter (ein weiteres Kreuz gibt es für Förster Krahe) durch Wilderer in den 1880er Jahren und allgemein an die oft tödlichen Auseinandersetzungen zwischen den Jägern und den Wilddieben. Da mutet es etwas makaber an, dass ein weiterer Wanderweg der hier vorbeikommt, als Wilderer-Wanderweg vermarktet wird.

Bierbaums Nagel

Wir folgen dem Eggeweg knapp oberhalb der Teutoniaklippen immer weiter Richtung Süden, bis wir einen Abzweig zu Bierbaums Nagel erreichen. Das ist ein einsam im Borlinghausener Holz gelegener Aussichtsturm von 1849. Bankier Bierbaum vom zwei Kilometer entfernten Schloss Borlinghausen ließ ihn für seine Gattin erbauen. Außerdem befinden sich hier schöne Rastmöglichkeiten.

Nach Rast und Turmbesteigung geht es wieder zurück auf den Eggeweg und auf dem zunächst weiter durch die Waldeinsamkeit nach Süden. So erreicht man die Borlinghauser Hütte. Hier knickt der Eggeweg nach Westen ab. Auf dem Bördenweg überqueren wir die B68. Wie bereits des Öfteren folgt der Fernwanderweg auch hier ungefähr der Grenze zwischen den Kreisen Paderborn und Höxter. Beim weiteren Verlauf des Weges wird man unweigerlich mit den unschönen Folgen der Klimaerwärmung konfrontiert. Hektar um Hektar Fichtenwald vertrocknet und wird im großen Stil abgeholzt. Da tröstet auch nicht, dass der Blick nun bis zum Willebadessener Fernsehturm zurückschweifen kann.

Inmitten dieser Mondlandschaft trifft der Eggeweg auf den Abzweig zur Nadel, einer kleinen etwas südlich gelegenen Erhebung von 413 Metern Höhe, eigentlich mehr einerAussichtsmöglichkeit am südlichen Ende der Hardehauser Klippen. Und hier ist es tatsächlich noch schön grün. Durch die von den Klippen abgesprengten Blöcke geht es hinunter, später auf lehmig-sandigem Boden, insgesamt recht steil.

An der Nadel ist noch alles grün. Ausblick von der süd-westlichen Ecke der Hardehauser Klippen

So erreicht man die Blankenroder Straße und kurz dahinter Roters Eiche. Leider ist die Schutzhütte schon etwas in die Jahre gekommen, aber eine Bank zum Rasten war vorhanden. Außerdem betreten wir hier das für seine scheuen Schwarzstörche bekannte Schwarzbachtal. Wir haben aber keinen gesehen. Durch den Papengrund, einen Einschnitt zwischen Hüttchenberg im Norden und Stuckenberg im Süden geht es zur Blankenroder Stadtwüstung.

Der Eggeweg macht hier einen Schlenker durch die Reste der schon in den Kriegswirren des Mittelalters aufgegebenen Stadt. Er führt zunächst auf dem Außenwall zum ehemaligen Stadtbrunnen und zum Burgwall, dann quer durch das Wüstungsgebiet zurück nach Westen. Die Stadtwüstung ist medial gut aufbereitet, Hörstationen berichten über das ehemalige Leben in Blankenrode. Man könnte sich hier lange aufhalten, aber wir haben ja schon einige Kilometer in den Knochen. Nach einem weiteren Kilometer kommt man zur Blankenroder Hütte und kurz dahinter aus dem Wald heraus in das heutige Blankenrode, den südlichsten Stadteil von Lichtenau. Dort liegt direkt der Wanderparkplatz Blankenrode.

Für diejenigen, die lieber Rundwanderwege in dieser Gegend machen, bietet sich Bernhard Pollmanns Rother-Wanderführer Teutoburger Wald an. Dort gibt es mehrere Vorschläge, die über Teile des Eggewegs führen:

Die beiden Klassiker zum Eggeweg!

Pettendorf, Von Marquartstein auf den Hochgern und über das Hochgernhaus zurück

Startpunkt Pettendorf (fürs Navi: Marquartstein, Pettendorf 11)

Von Marquartstein auf den Hochgern und über das Hochgernhaus zurück (ca. 21,8 km, ca. 1353 Höhenmeter ↑↓, ca. 8¾ Std. plus Einkehrpausen / Übernachtung)

Der Hochgern ist mit seinen 1748 Metern und seiner relativen Alleinlage (Schartenhöhe fast 1000 m) ein beliebter Ausflugs- und Aussichtsberg in den Chiemgauer Alpen. Er kann von Unterwössen recht einfach begangen werden, wir aber wählen die einsamere, naturbelassenere, viel schönere und viel anstrengendere Variante über Schnappenkirche und Staudacher Alm.

Wir starten im Marquartsteiner Ortsteil Pettendorf, denn hier gibt es mit dem Weßner Hof eine gute Übernachungsmöglichkeit mit einem sehr guten Restaurant. Da es auch einen großen Parkplatz gibt, kann man hier gut starten.

Vom Startpunkt Pettendorf aus geht es an die nahe Tiroler Achen. Auf dem ebenen Deich des größten Chiemsee-Zuflusses wandert man nach Süden, eine gute Gelegenheit sich „warmzuwandern“. Mithilfe einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke wechselt man auf die andere Flussseite und erreicht dann bald den alten Ortskern von Marquartstein. Schon länger hat man die Burg Marquartstein im Blick, die schon um die Jahrtausenwende gegründet wurde.

Burg Marquartstein 20200717_094852
Burg Marquartstein unter den Wolken

Mit der Burgstraße beginnt die Steigung, zunächst den Burgberg hinauf zum großen Wanderparkplatz Marquartstein im Wald oberhalb der Burg. Er ist der wichtigste Wanderparkplatz für das gesamt Hochgerngebiet (ca. 630 m).

outdooractive indexUm nicht auf den falschen Weg zu gelangen, verwendet man am besten die GPS-Daten, zumindest aber folgt man der Beschilderung zur Schnappenkirche – nicht zum Hochgern. Dann käme man auf den üblichen Aufstiegsweg, den wir aber vermeiden wollen. Wir folgen auch nicht dem Schild „Alle Wanderwege“, sondern biegen genau hier links ab. Der gut zu begehende Wirtschaftsweg beginnt im Wald anzusteigen. Schließlich erreicht man mit der Schnappenkirche einen ersten Höhepunkt der Tour auf ca. 1100 Metern. Die barocke Kapelle liegt auf einem Sporn des Schnappenberges und der Vorplatz bietet eine fantastische Aussicht über den Chiemsee, hier sollte man also unbedingt eine längere Rast einlegen.

Hinter dem Kirchlein führt der Weg weiter durch den Wald. Er verläuft jetzt wesentlich flacher, so dass man schon nach einer guten halben Stunde die urige Staudacher Alm (1150 m) erreicht. Auf der Terrasse vor der Almhütte sollte man noch einmal eine längere Pause machen, denn diese gemütliche Einkehr ist die letzte „Verpflegungsstation“ vor Gipfel und Hütte des Hochgern. Vor allem aber ist dies ein zauberhaftes Plätzchen. Man sieht auf die Wiesen, die man gleich durchqueren kann, aber auch auf die gewaltige Wand von Horchlerch und Zwölferspitz.

Gut gestärkt kann man den sehr steilen Aufstieg in Angriff nehmen. Hinter der von Murmeltieren bewohnten Bergwiese steigt der Weg im Winkel zwischen der genannten Wand und dem Fuß des Hochgern in vielen, vielen Serpentinen bergauf. Man muss auf schmalem Pfad über viele Blöcke steigen, kleinere Pausen lohnen sich aber immer wieder, denn hinter dem Wanderer eröffnet sich immer wieder Blicke über die Staudacher Alm, die Chiemgauer Alpen oder das „Bayerische Meer“.

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Blick hinunter zum Chiemsee, die Wiesen links gehören zur Staudacher Alm

Schließlich öffnet sich ein freies Gelände und die Steigung des Wegs lässt deutlich nach. An einer „T-Kreuzung“ der Bergpfade überwindet man die Versuchung, direkt nach rechts zum Hochgernhaus zu gehen, sondern nimmt in östlicher Richtung den Gipfelanstieg in Angriff. So erreicht man das Gipfelkreuz auf dem Hochgern und kann die Rundum- und Weitsicht bei einer verdienten Pause genießen. Der Hochgerngipfel liegt ungefähr mittig im gesamten Hochgernstock, der noch einige weitere, etwas niedrigere Gipfel zählt.

Nachdem man sich vom Anstieg erholt und die Aussicht genug genossen hat, geht man zunächst über denselben Wiesenpfad zurück, über den man den Gipfel erklommen hat. An der Verzweigung biegt man natürlich nicht nach Norden ab, sondern geht geradeaus weiter, direkt zum Hochgernhaus. Der Weg verläuft zunächst nah des Kamms, steigt dann aber stärker ab, so dass man die Einkehrmöglichkeit auf 1461 Metern erreicht. Hier kann man auch gut übernachten, um den Abend auf der Hütte zu genießen, wie wir es getan haben. Sportlichere Wandererer können auch weiter über den Normalweg absteigen.

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Das Hochgernhaus im frühmorgendlichen Nebel

Wir machen uns dann nach dem Frühstück auf der Hütte an den restlichen Abstieg. Im Gegensatz zum gestrigen Aufstieg erscheint das Wandern auf dem geschotterten Wirtschaftsweg jetzt komfortabel, aber auch ein wenig eintönig. Vorbei an Enzianhütte und Moaralm undder größeren Agersgschwendtalm, weiteren Einkehrmöglichkeiten, geht es stetig bergab. Der Weg wird immer breiter, die Zahl der entgegenkommenden Wanderer und Mountainbiker steigt. Wir biegen nicht nach Unterwössen ab, sondern gehen weiter, bis wir wieder Marquartstein erreichen. Von hier gehen wir auf dem Hinweg zurück bis Pettendorf.


Im Rother-Jubiläumsführer und in Heinrich Baureggers Wanderführer zum Chiemgau gibt es diese Tour ab Marquartstein. Dort finden sich jeweils weitere Angaben, Karten usw.

Solefreibad, Ems-Hase-Hunte-Else-Weg, Etappe 4 „Bad Essen – Lemförde“

Wanderparkplatz Solefreibad (fürs Navi: Bad Essen, Platanenallee 14)

Streckenweg: Ems-Hase-Hunte-Else-Weg, Etappe 4 „Bad Essen – Lemförde“ (ca. 30,4 km; 7¼ Std. Gehzeiten plus Pausen)

1463690261 Der abwechslungsreiche Ems-Hase-Hunte-Else-Weg zieht sich auf ca. 170 Kilometern von Dissen nach Lingen. Die ersten drei Etappen werden auf diesem Blog schon beschrieben. Die erste übersteigt zwischen Dissen und Wellingholzhausen den Teutoburger Wald, die zweite führt durch die Niederung zwischen Teuto und Wiehen, führt also von Wellingholzhausen nach Melle und die dritte Etappe klettert dann über das Wiehengebirge nach Bad Essen. Die längste Etappe auf dem gesamten EHHE-Weg ist dann die vierte von Bad Essen nach Lemförde.

GPSies - Solefreibad, Ems-Hase-Hunte-Else-Weg, Etappe 4 Bad Essen – LemfördeIch beginne am Solefreibad, weil ich den dritten Wegabschnitt dort beendete und man dort gut parken kann. Man kann aber natürlich überall in Bad Essen gut ins Wandern einsteigen. Der Bahnhof wird allerdings nicht mehr von Zügen, sondern höchstens von Bussen angefahren.

Es geht durch den Ort hinunter nach Norden. Den berühmten Marktplatz besuchen wir dieses Mal nicht. Mit der Essener Straße geht es über den Mittellandkanal und die B65. Im Ortsteil Harpenfeld folgen wir der Glockenstraße in die Siedlung Himmelreich. Kurz dahinter biegt nach rechts ein Fußweg ab. Durch Wiesen und Wald und vorbei an einem schönen Rastplatz mit Schutzhütte erreicht man das Gelände von Schloss Ippenburg. Bei Wikipedia gibt es auch einige Bilder.

Teich bei der Ippenburg 20191017_082736
Einer von mehreren schönen Teichen im weitläufigen Schlosspark der Ippenburg

Der Adelssitz derer von dem Bussche-Ippenburg ist Privatbesitz und wird nur zu Zeiten der bekannten Gartenfestivals geöffnet. Die Vorderseite des neugotischen Schlossen kann man aus der Distanz bewundern. Aber unser Vier-Flüsse-Weg führt uns über den Außenbereich, der auch schon eine verwunschene Schönheit bietet.

Hinter den Schlossanlagen geht es über kleine Asphaltstraßen durch den Brockhauserbruch, eine großflächige Niederung, in der man die Weite genießen kann. Schließlich biegt man nach links in den Rabber Kirchweg und überquert den Wimmer Bach. Dann erreicht man die Niederheide, ein wirklich wunderschönes Wäldchen, durch das man mitten hindurch geht. Und man merkt, dass das doch viel interessanter und schöner ist als die intensiv landwirtschaftlich genutzten Fläche „draußen“.

In der herbstlichen Niederheide

Hinter dem Wald geht man über den Grenzkanal, dessen Name anzeigt, dass man jetzt in Nordrhein-Westfalen ankommt, und zwar in der Gemeinde Stemwede. Direkt hinter der Grenze erhebt sich der Sunderner Hügel. Man sieht ihn hinter dem Drubbel Schierlage. Auf der kleinen Erhebung wurde früher Kohle geschürft. Der Glockenbrink führt den Hügel hinauf. Oben befindet sich die Glocke an einem schönen Rastplatz des Naturdorfes Sundern, wie es an den Bänken geschrieben steht.

Die Sunderner Glocke samt Rastplatz

Nördlich vom Rastplatz führt eine Brücke über den Einschnitt der L770 (Alter Postweg). Es geht ziemlich genau nach Norden, und zwar über die Gut-Steinbrink-Straße. Vom Hang des Sunderner Hügels sieht man dann zum ersten Mal den Stemweder Berg, den es heute noch zu überqueren gilt.

Erster Blick vom Sunderner Hügel nach Norden zum Stemweder Berg

Man geht lange Zeit auf dem Sträßchen Hinter der Holzhege, bis der Ortsrand vom Stemweder Ortsteil Haldem erreicht wird. An einer Tankstelle mit Supermarkt trifft man auf die Hauptstraße des Dorfes, die Haldemer Straße, und biegt nach links ab. An der nächsten Kreuzung folgen wir der Straße Zur Wilhelmshöhe, denn unser Weg macht eine Schleife über den Höhenzug des Stemweder Berges, zunächst also nach Osten. Unter dem Blätterdach eines beeindruckenden Buchenhochwalds führt die Straße den Stemweder Berg hinauf. Der Ems-Hase-Hunte-Else-Weg verläuft aber eigentlich ein bisschen weiter südlich auf einem Waldweg. Oben erreicht man den vornehmen Berggasthof Wilhelmshöhe.

Hinter dem Gasthaus und Hotel geht es über den Weißen Weg wieder in den Wald. Nahe beim Gipfel des Scharfen Berges passiert man einen WDR-Sendemast, den man schon von weit weg gesehen hatte. Kurz hinter dem Mast geht es an einer Waldkreuzung mit der Wanderkarte Scharfer Berg links ab, also wieder nach Norden. Man wandert jetzt etwas länger über den Rauhen Berg durch den schönen Wald des Höhenzuges, leicht bergab. Ein alter Grenzstein verdeutlicht, dass die Landesgrenze hier nicht neu ist, sondern dass hier früher Preußen und Hannover aufeinander trafen.

Schließlich erreicht man kurz vor dem nördlichen, niedersächsischen Waldrand den Wanderparkplatz Dehnweg. Hier geht es aber links ab, man bleibt also im Wald und umrundet zunächst die große Lichtung zur Rechten. Der Wanderweg folgt nun wieder in westlicher Richtung dem Waldrand des Stemweder Berges. Ist man außerhalb des Waldes, hat man einen schönen Blick auf die vorgelagerten Orte und auch schon auf den Dümmer.

Unter Nebel und Regen sieht man schon den Dümmer

Schließlich erreicht man unterhalb des Lemförder Berges die Obere Bergstraße. Hier geht es hinunter in den Ort Lemförde. Über den Mühlenweg erreicht man dann den Bahnhof. Der nächste Abschnitt des EHHE-Weges führt dann von hier am Westufer des Dümmers entlang nach Dümmerlohausen und weiter nach Damme.

Der Ems-Hase-Hunte-Else-Weg ist in diesem Abschnitt gut gekennzeichnet. Selbst im dichten Wald findet man überall den weißen Punkt. Weitere Informationen gibt es auf den Seiten des betreuenden Wiehengebirgsverbandes. Außer der noblen Einkehrmöglichkeit in Haldem ist mir unterwegs nichts aufgefallen, wo man sich stärken oder wärmen könnte.

Es ist nicht ganz einfach, mit der Bahn zurück zum Ausgangspunkt in Bad Essen zu kommen. Es gibt eine Bahn-Bus-Verbindung über Osnabrück. Man kann aber auch in Bohmte aussteigen und ab da ein Taxi nach Bad Essen nehmen.

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