Solefreibad, Ems-Hase-Hunte-Else-Weg, Etappe 4 „Bad Essen – Lemförde“

Wanderparkplatz Solefreibad (fürs Navi: Bad Essen, Platanenallee 14)

Streckenweg: Ems-Hase-Hunte-Else-Weg, Etappe 4 „Bad Essen – Lemförde“ (ca. 30,4 km; 7¼ Std. Gehzeiten plus Pausen)

1463690261 Der abwechslungsreiche Ems-Hase-Hunte-Else-Weg zieht sich auf ca. 170 Kilometern von Dissen nach Lingen. Die ersten drei Etappen werden auf diesem Blog schon beschrieben. Die erste übersteigt zwischen Dissen und Wellingholzhausen den Teutoburger Wald, die zweite führt durch die Niederung zwischen Teuto und Wiehen, führt also von Wellingholzhausen nach Melle und die dritte Etappe klettert dann über das Wiehengebirge nach Bad Essen. Die längste Etappe auf dem gesamten EHHE-Weg ist dann die vierte von Bad Essen nach Lemförde.

GPSies - Solefreibad, Ems-Hase-Hunte-Else-Weg, Etappe 4 Bad Essen – LemfördeIch beginne am Solefreibad, weil ich den dritten Wegabschnitt dort beendete und man dort gut parken kann. Man kann aber natürlich überall in Bad Essen gut ins Wandern einsteigen. Der Bahnhof wird allerdings nicht mehr von Zügen, sondern höchstens von Bussen angefahren.

Es geht durch den Ort hinunter nach Norden. Den berühmten Marktplatz besuchen wir dieses Mal nicht. Mit der Essener Straße geht es über den Mittellandkanal und die B65. Im Ortsteil Harpenfeld folgen wir der Glockenstraße in die Siedlung Himmelreich. Kurz dahinter biegt nach rechts ein Fußweg ab. Durch Wiesen und Wald und vorbei an einem schönen Rastplatz mit Schutzhütte erreicht man das Gelände von Schloss Ippenburg. Bei Wikipedia gibt es auch einige Bilder.

Teich bei der Ippenburg 20191017_082736
Einer von mehreren schönen Teichen im weitläufigen Schlosspark der Ippenburg

Der Adelssitz derer von dem Bussche-Ippenburg ist Privatbesitz und wird nur zu Zeiten der bekannten Gartenfestivals geöffnet. Die Vorderseite des neugotischen Schlossen kann man aus der Distanz bewundern. Aber unser Vier-Flüsse-Weg führt uns über den Außenbereich, der auch schon eine verwunschene Schönheit bietet.

Hinter den Schlossanlagen geht es über kleine Asphaltstraßen durch den Brockhauserbruch, eine großflächige Niederung, in der man die Weite genießen kann. Schließlich biegt man nach links in den Rabber Kirchweg und überquert den Wimmer Bach. Dann erreicht man die Niederheide, ein wirklich wunderschönes Wäldchen, durch das man mitten hindurch geht. Und man merkt, dass das doch viel interessanter und schöner ist als die intensiv landwirtschaftlich genutzten Fläche „draußen“.

In der herbstlichen Niederheide

Hinter dem Wald geht man über den Grenzkanal, dessen Name anzeigt, dass man jetzt in Nordrhein-Westfalen ankommt, und zwar in der Gemeinde Stemwede. Direkt hinter der Grenze erhebt sich der Sunderner Hügel. Man sieht ihn hinter dem Drubbel Schierlage. Auf der kleinen Erhebung wurde früher Kohle geschürft. Der Glockenbrink führt den Hügel hinauf. Oben befindet sich die Glocke an einem schönen Rastplatz des Naturdorfes Sundern, wie es an den Bänken geschrieben steht.

Die Sunderner Glocke samt Rastplatz

Nördlich vom Rastplatz führt eine Brücke über den Einschnitt der L770 (Alter Postweg). Es geht ziemlich genau nach Norden, und zwar über die Gut-Steinbrink-Straße. Vom Hang des Sunderner Hügels sieht man dann zum ersten Mal den Stemweder Berg, den es heute noch zu überqueren gilt.

Erster Blick vom Sunderner Hügel nach Norden zum Stemweder Berg

Man geht lange Zeit auf dem Sträßchen Hinter der Holzhege, bis der Ortsrand vom Stemweder Ortsteil Haldem erreicht wird. An einer Tankstelle mit Supermarkt trifft man auf die Hauptstraße des Dorfes, die Haldemer Straße, und biegt nach links ab. An der nächsten Kreuzung folgen wir der Straße Zur Wilhelmshöhe, denn unser Weg macht eine Schleife über den Höhenzug des Stemweder Berges, zunächst also nach Osten. Unter dem Blätterdach eines beeindruckenden Buchenhochwalds führt die Straße den Stemweder Berg hinauf. Der Ems-Hase-Hunte-Else-Weg verläuft aber eigentlich ein bisschen weiter südlich auf einem Waldweg. Oben erreicht man den vornehmen Berggasthof Wilhelmshöhe.

Hinter dem Gasthaus und Hotel geht es über den Weißen Weg wieder in den Wald. Nahe beim Gipfel des Scharfen Berges passiert man einen WDR-Sendemast, den man schon von weit weg gesehen hatte. Kurz hinter dem Mast geht es an einer Waldkreuzung mit der Wanderkarte Scharfer Berg links ab, also wieder nach Norden. Man wandert jetzt etwas länger über den Rauhen Berg durch den schönen Wald des Höhenzuges, leicht bergab. Ein alter Grenzstein verdeutlicht, dass die Landesgrenze hier nicht neu ist, sondern dass hier früher Preußen und Hannover aufeinander trafen.

Schließlich erreicht man kurz vor dem nördlichen, niedersächsischen Waldrand den Wanderparkplatz Dehnweg. Hier geht es aber links ab, man bleibt also im Wald und umrundet zunächst die große Lichtung zur Rechten. Der Wanderweg folgt nun wieder in westlicher Richtung dem Waldrand des Stemweder Berges. Ist man außerhalb des Waldes, hat man einen schönen Blick auf die vorgelagerten Orte und auch schon auf den Dümmer.

Unter Nebel und Regen sieht man schon den Dümmer

Schließlich erreicht man unterhalb des Lemförder Berges die Obere Bergstraße. Hier geht es hinunter in den Ort Lemförde. Über den Mühlenweg erreicht man dann den Bahnhof. Der nächste Abschnitt des EHHE-Weges führt dann von hier am Westufer des Dümmers entlang nach Dümmerlohausen und weiter nach Damme.

Der Ems-Hase-Hunte-Else-Weg ist in diesem Abschnitt gut gekennzeichnet. Selbst im dichten Wald findet man überall den weißen Punkt. Weitere Informationen gibt es auf den Seiten des betreuenden Wiehengebirgsverbandes. Außer der noblen Einkehrmöglichkeit in Haldem ist mir unterwegs nichts aufgefallen, wo man sich stärken oder wärmen könnte.

Es ist nicht ganz einfach, mit der Bahn zurück zum Ausgangspunkt in Bad Essen zu kommen. Es gibt eine Bahn-Bus-Verbindung über Osnabrück. Man kann aber auch in Bohmte aussteigen und ab da ein Taxi nach Bad Essen nehmen.

Schöne Aussicht Bad Driburg, Eggeweg, Etappe „Bad Driburg – Bahnhof Willebadessen“

Wanderparkplatz Schöne Aussicht Bad Driburg (fürs Navi: auf der Zufahrt zu Westenfeldmark 6)

Hermannshöhen, Eggeweg, Etappe „Bad Driburg – Schöne AussichtHerbram-WaldBahnhof Willebadessen (ca. 20,4 km inkl. Auf- und Abstieg; ca. 5½ Stunden plus Pause)

Da die letzte Etappe auf dem Eggeweg mit einem steilen Abstieg vom Wanderparkplatz Schöne Aussicht hinunter nach Bad Driburg endete, ist es klar, dass die heutige Etappe mit einem kräftigen Aufstieg beginnt. Man sollte es also langsam angehen lassen, wenn man aus Bad Driburg am Schützenplatz vorbei zum Eggeweg hinaufwandert. Ca. 200 Höhenmeter sind auf den knapp 2½ Kilometern zu ersteigen.

GPSies - Schöne Aussicht Bad Driburg, Eggeweg, Etappe Bad Driburg - Bahnhof WillebadessenOben angekommen kann man aber zunächst einmal etwas durchatmen und die Aussicht genießen, die dem Wanderparkplatz und der Schutzhütte den Namen gab.

Die Schöne Aussicht am Eggeweg über Bad Driburg

Nun geht es weiter gen Süden und Westen. Außerdem führt der Eggeweg hier fast durchweg durch dichten, geschlossenen Wald. Als geologische Besonderheit wird in der Nähe der Klusenhütte auf einen Erdfall hingewiesen. Ca. 10 Meter ist die Erde infolge von Auflösungserscheinungen im Mittleren Muschelkalk hinuntergesackt.

Weiter geht’s auf dem Eggeweg: Schmale Trampelpfade neben den größeren Forstwegen machen das Wandern noch schöner. Schließlich erreicht man kurz nach der Radbaumhütte die Landesstraße 828, die man überqueren muss. Der Eggeweg folgt dann der L817, dankenswerterweise wurde aber neben oder auch unterhalb der Straße ein Pfad angelegt, der durch urtümliche Ecken führt, durch dichten Farnbewuchs und über kleinere Wiesenstücke. Schließlich kommt man wieder auf den Fußweg an der Landesstr. 817, der Bahnhofstraße, und erreicht so die Siedlung Herbram-Wald. Die Ortschaft ging aus einem WiFo-Lager hervor, das im Zeiten Weltkrieg angelegt wurde. Die WiFo, die Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft produzierte und lagerte hier wie auch anderswo unter dem nichtssagenden Tarnnamen Treibstoffe und Munition für die Wehrmacht. Die planmäßige Anlage der Straßen in dieser Rodungsinsel erzählt noch heute diese Geschichte.

Für den Wanderer auf dem Eggeweg ist vielleicht interessanter, dass es in dem heute zu Lichtenau gehörenden Herbram-Wald eine schöne Einkehrmöglichkeit gibt, nämlich das Golfstübchen. Insgesamt sind die ja am naturbelassenen X-Weg eher Mangelware. Im Biergarten des Golfstübchens aber kann man unter alten Bäumen den Rucksack absetzen und eine schöne Pause einlegen.

Über die Herbramer Straße geht es dann zurück in den Wald der Egge, in dem auch die Asselner Hütte liegt, einsam im Asselner Wald. Kilometer für Kilometer spaziert man auf dem Eggekamm gen Süden, immer nahe an der östlichen Abbruchkante. Manchmal kann man herantreten und die Steinblöcke erkennen, die die Kante bilden, so die Klippen am Paderborner Berg.

Klippen am Paderborner Berg

An einer kleinen Kreuzung an der Paderborner Berg-Hütte ergeben sich zwei Varianten. Man kann auf dem offiziellen Eggeweg über die Willebadesser Hütte weiterwandern bis zum Fernsehturm bzw. zum Lichtenauer Kreuz mit der Johann-Kiene-Hütte und von dort aus dann hinunter Richtung Willebadessen. Man kann hier aber auch links abbiegen und dem Wanderweg A7 folgen, der allerdings den Weg zum Bahnhof Willebadessen nur wenig abkürzt, aber auch einige Höhenmeter erspart. A7 führt hinunter zur Bahnlinie bzw. zu den Tunnelbauwerken des Eggetunnels und es ist ganz interessant zu sehen, welcher Aufwand zu so einem Tunnelbauwerk dazugehört: Notausstiege und -einfahrten, asphaltierte Rettungswege, Belüftung usw., auch welche Betonmassen verbaut wurden, um die Schienentrasse vor den Bewegungen des Gebirges zu schützen.

Schließlich erreicht man die Bahnhofstraße und den Bahnhof Willebadessen mit Wanderparkplatz.

 

Leopoldstal, Eggeweg, Etappe „Velmerstot – Schöne Aussicht Bad Driburg“

Wanderparkplatz Leopoldstal (fürs Navi: Horn-Bad Meinberg, Silbergrund 62A)

Hermannshöhen, Eggeweg, Etappe „Leopoldstal – Velmerstot – Rehberg – Schöne Aussicht – Bad Driburg“ (ca. 20, 2 km inkl. Auf- und Abstieg; ca. 6 Std. inkl. kleinerer Pausen)

Wer den Hermannsweg abgewandert hat, macht häufig mit dem Eggeweg weiter. Beide Fernwanderwege zusammen ergeben die Hermannshöhen. Das Ende des Hermanns und der Anfang des Eggewegs decken sich ab den Externsteinen, wo der Eggeweg offiziell beginnt. Also findet sich die erste Etappe des X-Wegs, wie der Eggeweg wegen seiner Kennzeichnung auch genannt wird, auch schon in diesem Blog, nämlich innerhalb der Beschreibung der letzten Etappe des H-Weg von Berlebeck nach Leopoldstal.

Dieser Blogeintrag beschreibt also meine zweite Eggeweg-Etappe, und zwar vom Velmerstot mit seiner Doppelkuppe zur Iburg über Bad Driburg. Der Velmerstot ist die höchste Erhebung des Teutoburger Waldes und des Eggegebirges, dementsprechend auch die höchste Stelle von Hermanns- und Eggeweg. Vom Wanderparkplatz Leopoldstal muss man also zunächst einmal kräftig bergauf wandern, ca. 180 Höhenmeter sind auf den gut eineinhalb Kilometer vom Wanderparkplatz an der Freiwilligen Feuerwehr Leopoldstal zum lippischen Velmerstot zu erklimmen. Wer am Bahnhof Leopoldstal startet, hat noch 700 Meter mehr zu laufen.

GPSies - Leopoldstal, Eggeweg, Etappe Velmerstot - IburgEs ist immer wieder schön, wenn sich nach dem anstrengenden Aufstieg der Wald lichtet und die Bergheide mit Blaubeeren und Heidekraut das baldige Erreichen des Gipfels (441 m) ankündigt (siehe Beitragsbild oben). Auf den Felsen auf dem Lippischen Velmerstot sollte man unbedingt eine Verschnaufpause einlegen und das tolle Panorama genießen.

Der Kammweg zwischen Preußischem und Lippischem Velmerstot

Man sieht auch schon den Eggeturm auf dem noch etwas höheren Preußischen Velmerstot (468 m). Wie die Namen der Kuppen schon verdeutlichen, überschreitet man zwischen den beiden kleinen Gipfeln die ehemalige Grenze zwischen Lippe und Preußen. Das die Aussicht vom Eggeturm ebenfalls eine ganz besondere ist, versteht sich von selbst.

Irgendwann muss man sich vom Ausblick losreißen und auf dem Eggekamm ziemlich genau nach Süden marschieren. Dankenswerterweise wurde ein schmaler Pfad angelegt, so dass man nicht auf der parallelen, asphaltierten NATO-Straße gehen muss. Der Eggeweg führt nun bis zum Rehberg auf fast acht Kilometern durch das Naturschutzgebiet Egge-Nord, bleibt dabei immer auf dem zuweilen recht schmalen und durchweg von Fichten bestandenen Kamm. Verschiedenartige Gedenkstellen (am bekanntesten der Beda-Stein), Sitzgelegenheiten und Schutzhütten lockern die Strecke auf, besonders auch die Aussichtsmöglichkeiten, die sich immer wieder bieten, zumeist über den Ostabhang der Egge.

An der Rehberghütte wird an die königlich Preußische Telegrafenlinie erinnert. Über den Rehberg-Pass führt die Landesstraße 755, darunter unmerklich der Rehbergtunnel, der hier die Egge kreuzt. Hinter der Einsattelung geht es wieder etwas hinauf zu Trötenberg und Dübelsnacken (436 m). Kurz dahinter erricht man die Knochenhütte, deren Name an das Gut Knochen erinnert, dessen Ländereien man als große Lichtung im Eggewald zur Linken des Wanderwegs liegen sieht.

Die Lichtung von Gut Knochen im Osthang der Egge

Schließlich erreicht und überquert man die Bundesstraße 64. Da man nun ja schon einige Kilometer in den Beinen hat, sollte man die Einkehrmöglichkeit des Eggekrugs nutzen. Man erkennt schon am Gelände – der Eggekrug liegt genau auf einer kleinen Passhöhe – dass es sich hier um eine alte Poststation handelt, wo man sich um Postreisende und -pferde kümmerte. Deswegen wird der nahe Wanderparkplatz auch Alter Postweg / Eggekrug genannt.

Nach der kurzen Erholung nimmt man den „Endspurt“ in Angriff. An der Driburger Hütte vorbei erreicht man den großen Wanderparkplatz Schöne Aussicht Bad Driburg. Hier muss man sich entscheiden, ob man noch den kleinen Umweg (ca. 700 m) über die Iburg mitnimmt oder direkt nach Bad Driburg absteigt (ca. 2,2 km bis zum Ortsmittelpunkt an der Kirche). Die frühmittelalterliche Iburg wurde in späteren Zeiten zur steinernen Höhenburg ausgebaut, ihre Ruine kann besichtigt werden und in der Sachsenklause kann auch eingekehrt werden. Der Kaiser-Karls-Turm dient als Aussichtsturm.

Beim Abstieg merkt man deutlich, warum man vom östlichen Steilabfall der Egge spricht. Vorbei am Schützenplatz Bad Driburg kommt man nach unten in die Stadt, wo man sich eine Einkehr verdient hat, z. B. im Braunen Hirsch, wo man auch gut übernachten kann, wenn man am nächsten Tag auf dem Eggeweg weiterwandern will: Die nächste Etappe führt dann nach Willebadessen.

Bahnhof Leopoldstal, Leopoldstal – Bad Lippspringe

Wanderparkplatz Bahnhof Leopoldstal (fürs Navi: Horn-Bad Meinberg, Leopoldstaler Str.)

Streckenweg Leopoldstal – Bad Lippspringe (ca. 21,5 km, ca. 6 Std. inkl. Pausen)

Dieser Wanderweg von Leopoldstal nach Bad Lippspringe führt unbegründeterweise ein Schattendasein neben all den neuen und alten Touren, die in den Hochglanzbroschüren der Tourismusinstitute beworben werden. Die Route führt durch eine wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft, nämlich durch Wald und Flur, über Berg und Tal, durch Stadt und Natur. Man muss dem Eggegebirgsverein dankbar sein, dass er sich noch um den Weg kümmert, ihn z. B. mit einem senkrechten Strich kennzeichnet, weswegen die Tour auch als I-Weg bekannt ist.

GPSies - Bahnhof Leopoldstal, Leopoldstal - Bad LippspringeDer Wanderweg beginnt am Bahnhof Leopoldstal, wo der Hermannsweg normalerweise endet. So geht man die ersten Meter auch auf dem H-Weg zum Wanderparkplatz Leopoldstal am oberen Rand des Ortes, der zu Horn-Bad Meinberg gehört. Auf einem schmalen Pfad geht es in den Wald hinein und beständig bergauf. Schon an der ersten Kreuzung im Wald trennt man sich vom „Hermann„. Während der bekannte Fernwanderweg den südlichen Bogen zum Lippischen Velmerstot nimmt, führt unsere Strecke vom Norden auf den Berg. Der Aufstieg hat es in sich, aber oben wird man von der bekannt schönen Aussicht belohnt. Da man hier auch den Kamm des Eggegebirges überquert, geht es von nun an kontinuierlich bergab.

Auf dem Velmerstot 20181022_095403
Urige Landschaft auf dem Lippischen Velmerstot

Auf dem Schnatweg, der auf die hier verlaufende Grenze zwischen dem Fürstentum Lippe und dem später an Preußen gefallene Hochstift Paderborn hinweist, geht es durch den Wald des Eggegebirges hinunter in das kleine Örtchen Feldrom. Am Wanderparkplatz Feldrom überquert man die L828 und durchwandert nun das schöne Feldromer Tal mit seinen welligen Wiesen zu beiden Seiten des Talwegs und des Zollstockwegs.

Östlich der freien Flur geht es wieder in den Wald hinein und man erreicht den Messerkerl. Das ist eine große Wegespinne, an der ein Gedenkstein an das Schicksal des „ALbet MEIJER VON VOLTLAGEN“, so steht es noch gut lesbar auf dem Stein, erinnert, der „ALLHIER ERBÖRMLIG UM SEIN LEbEN GEKAMEN“ ist, und zwar „1752 DEM 28 SEBTEMbR“. Bei den sogenannten Messerkerlen handelte es sich um Wanderhändler, Tödden, die über Land zogen und dabei in der Regel eben auch Messer anboten. Albert Meyer war hier also der Messerkerl, der hier ermordet wurde. Was machte der Händler hier im finsteren Wald? Hier führte der Handelsweg von Paderborn nach Horn entlang.

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Sandsteintafel Messerkerl

Vom Messerkerl geht es hinunter in den Römergrund, einem der schönsten Abschnitte unseres Wanderwegs von Leopoldstal nach Lippspringe. Der Wald wird immer prächtiger. Gewaltige Buchen begleiten den Wanderer über die komplette Strecke. In den Anhöhen links und rechts des Weges findet man Überbleibsel vieler kleiner und größerer Steinbrüche. Auch in dieser Einsamkeit haben die Menschen versucht, dem Boden Gewinn abzutrotzen. Schließlich erreicht man eine Schutzhütte an der Römerbrunnen genannten Kreuzung und die Römergrundbrücke über die Steinbeke. Einen Brunnen gibt es hier wohl tatsächlich, der von der Steinbeke gespeist wird, aber ob der etwas mit den Römern zu tun hatte?

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Zur Erinnerung an Noaks Pumpe

An der Steinbeke entlang, die wegen des karstigen Untergrundes nur sehr selten Wasser führt, geht es wieder nördlich zu Noaks Pumpe. Eine Info-Tafel erinnert an das alte Forsthaus, das hier einmal gestanden hat. Über den Hauptweg geht es nun westlich zum Forstgut Heimat, an dem man den Wald endgültig verlässt. Knicks und Wiesen bestimmen nun die Landschaft, durch die man zur L937 wandert. Man sieht schon das Gut Dedinghausen, an dem man auf dem Dedinghauser Weg vorbeigeht. So erreicht man schließlich das Stadtgebiet von Bad Lippspringe.

Hier verliert sich die I-Markierung ab und zu. Man erreicht die Detmolder Straße, die man aber über den Heideweg schnell wieder verlässt. Auf der Schützenstraße geht man zwischen Häusern und Wald zur Westfalentherme und an der vorbei durch den „Waldpark“ zum Haustenberger Weg. Der wird zur Waldstraße, über die man die Innenstadt von Bad Lippspringe erreicht.

In dem Kurort gibt es natürlich viel zu sehen – von der Lippequelle bis zu den Anlagen der Landesgartenschau – und diverse Einkehrmöglichkeiten (die es unterwegs nicht gab). Nach ca. 6 Stunden bis hierhin hat man sich auch eine Stärkung verdient.

Für den Rückweg nimmt man am besten den Bus R32 von Lippspringe (mehrere Haltestellen im Innenstadtbereich) nach Altenbeken. Von dort geht es mit dem Zug zum Bahnhof Leopoldstal. Es gibt auch eine Busverbindung von Bad Lippspringe nach Horn, die R51. Von dort kann man mit dem Bus 783 nach Leopoldstal fahren.


Bahnhof Leopoldstal, Hermannsweg, Etappe „Leopoldstal – Hermannsdenkmal“

Wanderparkplatz Bahnhof Leopoldstal (fürs Navi: Horn-Bad Meinberg, Leopoldstaler Str.)

Streckenweg Hermannsweg, Etappe „Leopoldstal – Hermannsdenkmal“ (ca. 22,3 km; ca. 6¼ Std. reine Gehzeit)

Es lohnt sich immer, auf dem Hermannsweg zu laufen, kürzer oder länger, auch mehrmals Strecken, die man schon gegangen ist. Diese besonders schöne Etappe wird auf diesem Blog schon beschrieben, und zwar einmal vom Hermannsdenkmal bis Berlebeck und dann weiter von Berlebeck bis Leopoldstal. Schauen Sie für genauere Informationen bitte dort nach.

GPSies - Bahnhof Leopoldstal, Hermannsweg, Etappe „Leopoldstal – Hermannsdenkmal“Ich empfehle die Etappe hier aber auch einmal andersherum, also folgendermaßen: Bahnhof LeopoldstalLeopoldstal – Lipp. Velmerstot – Silberbachtal – Silbermühle – B1 / Waldschlösschen – Lönsstein – ExternsteineBärenstein – Holzhausen – VogeltaufeStembergBerlebeckHangsteinGrotenburgHermannsdenkmal.

Die Etappe ist anstrengend, es gibt einige Steigungen zu bewältigen, aber es lohnt sich unbedingt. Vom Hermannsdenkmal kann man mit dem Bus nach Detmold fahren und von dort in ca. einer Viertelstunde mit dem Zug zum Bahnhof Leopoldstal zurück. Zu Fuß vom Hermann in die Stadt hinunter sind noch einmal ca. vier Kilometer.

Für mich immer noch das unübertroffene Standardwerk für den östlichen Hermannsweg, gerade für diese Etappe mit vielen, vielen Informationen: